Samstag, 20.10.2018

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Rechte Demo: Bündnis Nazi-Stopp rüffelt Stadt und OB

Erstmals wollen die Aktivisten bei Kundgebung keine Gegendemo anmelden - 31.07.2018 16:03 Uhr

In einem offenen Brief an Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly heißt es: "In Städten wie Fürth und München ist es selbstverständlich, dass die dortigen Oberbürgermeister sich immer wieder an den Straßenprotesten gegen rechte Demonstranten beteiligen", formuliert Max Gnugesser-Mair für das Bündnis Nazi-Stopp. "Dies wünschen wir uns künftig auch für Nürnberg." Insgesamt sei ein aktiveres Engagement der Stadt nötig, um gemeinsam zu verhindern, dass aus der "Stadt des Friedens und der Menschenrechte" eine "Wellness-Oase" für Neonazis und sogenannte Rechtspopulisten werde.

In diesem Zusammenhang erinnert das Bündnis an die Neonazi-Demo vom 30. Juni, bei der "eine radikale Hetze gegen Jüdinnen und Juden betrieben, der Holocaust geleugnet, für Hitlers ,Mein Kampf‘ geworben und auf offener Bühne der Hitlergruß gezeigt wurde". Der Aufmarsch damals sei die 64. rechte Versammlung binnen drei Jahren gewesen. Mehr als 90 Prozent der Gegendemonstrationen seien vom Bündnis Nazi-Stopp "und den bei uns im Rotationsverfahren beteiligten Gruppierungen" getragen worden.

Gesprächstermin im Rathaus

Das von OB Maly immer wieder erwähnte Label "Nürnberg hält zusammen" habe bisher so gut wie keine Rolle gespielt, kritisiert Gnugesser-Mair stellvertretend für das Bündnis. Und fügt an die Adresse des Stadtoberhaupts hinzu: "Auch die von Ihnen aus der Taufe gehobene ,Allianz gegen Rechtsextremismus‘ hat nur einen sehr geringen Bruchteil der Gegenkundgebungen organisiert."

Die Aktiven des Bündnisses Nazi-Stopp erwarten nun, dass die Stadt zum Protest gegen die rechte Versammlung am 18. August aufruft und der OB sich an die Spitze der Gegendemonstration stellt. "Gerade in Zeiten des Aufstrebens der extremen Rechten brauchen wir konsequente und einige Gegenwehr - und eine bessere Unterstützung durch die Stadt Nürnberg", heißt es in dem offenen Brief an Maly. Noch bevor das "Bürgerbündnis Franken" auftrete, bitte man deshalb um einen Gesprächstermin im Rathaus. 

nn

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