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Seit 35 Jahren fränkisch selbstbewusst

Die Frankenbänd feiert in Nürnberg ihr Jubiläum - 26.08.2015 19:50 Uhr

Die Frankenbänd (von links): Charly Fischer (Gesang, Gitarre, Klarinette), Reinhold Schneider (Gesang, Schlagzeug, Löffel, Perkussion), Georg Maul (Gesang, Bass), Herbert Schneider (Gesang, Akkordeon, Mundharmonika, Saxophone), Mitch Sauer (Gesang, Klarinette, Helikon), Johnny Hechtel (Gesang, Gitarre) und Theo Döring (Gesang, Mandoline, Djembe). © Foto: PR


Nein, Heimatsound im frischen Outfit ist nicht nur südlich der Donau in: Die Frankenbänd, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiert, steht von Anfang an für eine Form der lokalen Identität, die in den letzten Jahren überall einen heftigen Aufschwung erlebt hat. Dabei sitzen die mittlerweile älteren Herren aus Franken immer tiefenentspannt zwischen allen Stühlen: Kein Pop, kein Rock, kein Folk, kein Blues, aber auch keine reine fränkische Volksmusik. Eher ein bisschen von allem, zwanglos vermengt zu einem unterhaltsamen Mix, der vor allem durch die in breitestem Nürnbergerisch vorgetragen G’schichtla mit sattem Lokalkolorit besticht.

Gesundes Selbstbewusstsein

Allein Titel wie „Der allerschönste Dialekt“, „Strasserboh aff Färth noo“ oder „Ich bin in derer Stadt derhamm“ zeugen von einem gesunden fränkischen Selbstbewusstsein, welches die Band via Fernsehauftritten beim ARD, ZDF und BR, bei Auftritten auf der Expo in Hannover oder auch bei einigen Auslandsreisen weit über die Grenzen Frankens hinausgetragen hat. Wie aber kamen eigentlich ein paar in der Hoch-Zeit der Hippie-Bewegung sozialisierte fränkische Musiker dazu, sich auf Heimat, regionale Identität und ihren Dialekt zu besinnen? „Die Hippies waren damals Mainstream“, erinnert sich Mastermind Karl-Heinz „Charly“ Fischer an die prägenden sechziger und siebziger Jahre, „das Regionale hatte eine gewisse Binnen-Exotik. Es gab immer beides: Hannes Wader und Bob Dylan, Pete Seeger und Donovan. Woody Guthrie war eine Inspiration, doch es gab auch viele deutsche Gruppen, die sich auf ihr Erbe besonnen haben. Franz Josef Degenhardt fragte zum Beispiel ,Wo sind eure Lieder?’“

Die fand man vornehmlich in der eigenen Familie: Kerwaliedla wie das „Fritzngerchla“ oder Gassenhauer wie der „Vogelbeerbaum“ – Bierzeltschunkler, die man mit dezenten Folk-, Dixieland- oder Blues-Einflüssen aufpeppte und die Charly Fischer bald auch zu eigenen Dialektsongs inspirierten.

Anfang der achtziger Jahre gastierte die Frankenbänd „auf jedem Stadtteilfest, auf jeder Kirchweih und auf jeder Eröffnung“, sie spielte Auftritte mit Gerhard Polt oder Fredl Fesl, hatte aber auch damals schon ihr eigenes, von den politisch bewegten Zeiten weitgehend unbeeinflusstes Selbstbild: „Wir wollten nicht politisch sein, sondern traditionel unterhaltend — aber nicht volksdümmlich.“

Konzertmitschnitt

Eine Haltung, die auch auf der neuen, in exzellenter Tonqualität aufgenommenen Live-CD „In echd“ gut rüberkommt, ein Mitschnitt eines Konzerts im Gutmann am Dutzendteich vom Oktober 2014 und ein repräsentativer Querschnitt durch das umfangreiche Programm der „fränkischen Präzisionskapelle“ (Klaus Schamberger).

Am Freitag, 18. September, um 20 Uhr startet  auf dem Hauptmarkt beim Nürnberger Altstadtfest eine ganze Reihe von Konzerten der "Frankenbänd". Und ein Ende ist zum Glück noch lange nicht abzusehen. . . 

PETER GRUNER

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