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Spektakel am Himmel: Merkur schiebt sich vor die Sonne

Ab 13.15 Uhr war der Planet von Nürnberg aus vollständig zu sehen - 09.05.2016 16:14 Uhr

Merkur schob sich am Montag vor die Sonne - mit einem Teleskop und einem speziellen Filter ließ sich das Schauspiel beobachten.

Merkur schob sich am Montag vor die Sonne - mit einem Teleskop und einem speziellen Filter ließ sich das Schauspiel beobachten. © Horst Linke


Ein Teleskop erlaubt den Blick auf dieses außergewöhnliche Naturschauspiel, den sogenannten Merkur-Transit. Ein solcher ist seltener als es Sonnen- und Mondfinsternisse sind. Das Phänomen ist zudem mit bloßem Auge nicht zu sehen. Die Sternwarte Nürnberg hat deshalb eingeladen, einen Blick auf unseren Nachbarplaneten zu werfen. Der war bei dem Spektakel als winziger schwarzer Punkt vor dem gigantischen Stern am äußeren Drittel der Milchstraße zu sehen, den wir Sonne nennen.

Einen speziellen H-Alpha-Filter hat das große Teleskop der Sternwarte unter dem Kuppeldach. Das Teil ist ganz neu und der Stolz des Vereins. Um alle störenden Signale zu eliminieren, lässt dieser Filter nur eine bestimmte Wellenlänge des Lichts hindurch. Das Ziel: der Merkurtransit in bezaubernder Schärfe. Die Schleierwolken, die sich in den nächsten Minuten am Himmel zeigen, trüben allerdings das Bild von dort.

Isabel Geise (40) ist eigens wegen ihrer Erstgeborenen zur Merkurtransit-Sonderveranstaltung gekommen. Mit ihren sechs Jahren ist Leona in dem Moment die jüngste Beobachterin. "Wir sind vor zwei Jahren hier in die Nähe gezogen und haben die Sternwarte für uns entdeckt", erzählt Geise, ihre Tochter sei von der Astronomie absolut fasziniert.

Die steht gerade auf einem Treppchen und blickt durchs Teleskop. Das ist gar nicht so einfach. Ein freundlicher Ehrenamtlicher gibt Ratschläge: Ein Auge richtig fest an den Ring, ja, so. Jetzt den Kopf etwas hin- und her drehen, ruhig auch nach oben und unten, bis sich das Bild zeigt. Ein winziger Punkt auf der Sonne. Das ist der Merkur.

Der Anblick dürfte ihr nachhaltig im Gedächtnis bleiben, "denn das nächste Mal ist das Naturereignis in Mitteleuropa 2039 zu sehen, also, wenn das Wetter mitspielt", erklärt Matthias Gräter, Geschäftsführer des Vereins. Anfragen für die Sonderveranstaltung hat er etliche bekommen. "Zum Glück gibt uns Merkur da Zeit." Sieben Stunden konnte der kleine Planet auf seiner Bahn vor der Sonne beobachtet werden. Mit Sonnenuntergang war das Schauspiel beendet.

Achtung: Bitte blicken Sie nicht ohne Schutz in die Sonne, um Schädigungen Ihrer Augen zu vermeiden. Um den Merkur-Transit zu beobachten, brauchen Sie ohnehin ein Fernrohr oder Teleskop mit 50-facher Vergrößerung sowie ein Stativ und einen Schutzfilter.

Dieser Artikel wurde am Montag um 16.14 Uhr aktualisiert.  

nb, sic

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