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Stadt Nürnberg fordert mehr Rücksicht auf Radler

Falschparker sorgen für gefährliche Situation und Beinahe-Unfälle - 18.12.2014 05:59 Uhr

Gefährlich: In der Gostenhofer Haupstraße versperren Falschparker und überlange Fahrzeuge immer wieder den Radweg, aber auch die Sicht von Fußgängern.


Freitag gegen 11 Uhr: Ein Kleintransporter parkt rückwärts in der Gostenhofer Hauptstraße gegenüber eines Obst- und Gemüseladens. Das überlange Fahrzeug versperrt nicht nur einen Teil des Zwei-Richtungsradwegs, sondern auch die Sicht von Fußgängern und Radlerin. Um ein Haar kollidiert ein junger Passant mit einer Radfahrerin.

Beide erschrecken heftig und schimpfen, sind aber froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Und mit dem Finger zeigen sie auf ein Taxi, das 30 Meter weiter den Radstreifen mit eingeschalteter Warnblinkanlage blockiert. Solche Situationen und Beinahe-Unfälle seien hier an der Tagesordnung, heißt es.

Daniela Müller, Sprecherin des Stadtteilarbeitskreises, ärgert sich sehr darüber: „In der Gostenhofer Hauptstraße parkt der Zulieferverkehr oft mit heruntergelassener Laderampe und verschärft damit die Situation.“ In der Statistik ist aktuell nur ein „Radwegparker“ in der Gostenhofer Hauptstraße aufgelistet. Ergo kann man im Polizeipräsidium keinen Brennpunkt feststellen.

Verwundert sind darüber weder Daniela Müller noch Jens Ott, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Beide vermissen ein entschlossenes Durchgreifen der Ordnungshüter. Bei einer Internet-Umfrage des ADFC ist seit Herbst 2013 aber ein dickes Bündel an Beschwerden zusammengekommen — inklusive Beweisfotos auch von der Gostenhofer Hauptstraße.

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ADFC: Elf Tipps zum sicheren Radfahren in der Stadt

Täglich bewegen sich Tausende Fahrradfahrer im Stadtverkehr. Doch die Zweiradfahrer haben keine Knautschzone und sind größeren Gefahren ausgesetzt, als Autofahrer. Der ADFC gibt Tipps, wie Radler sicher durch den Stadtverkehr kommen.


Ott will das Material im neuen Jahr sichten und an die Polizei weiterleiten. Für ihn steht fest: „Ohne Kontrollen ändert sich nichts.“ Der gleichen Ansicht ist Hugo Walser, der städtische Fahrradbeauftragte. Das Kurzzeitparken auf Radwegen gelte bei vielen Autofahrern als eine Art „Kavaliersdelikt“, was gerade in der Nähe von Läden häufig zu beobachten sei. Ob in der Pillenreuther Straße, am Friedrich-Ebert-Platz oder beim Admira-Einkaufscenter in der Fürther Straße, wo der Radstreifen speziell im Abschnitt zwischen Augsburger Straße und Lenaustraße regelmäßig von Falschparkern blockiert wird.

Um das Bewusstsein der Autofahrer zu erhöhen, greift die Stadt an neuralgischen Punkten zur roten Farbe, um den Radweg optisch auffälliger zu machen. „Das bringt etwas“, betont Walser. Im Fall der Gostenhofer Hauptstraße würde er aber einen Umbau des Straßenraums für sinnvoller halten, um durch getrennte Bereiche für Radler und Fußgänger die „unbefriedigende Situation“ zu beseitigen.

Baldiger Ortstermin

Diese Forderung steht auch im 14-Punkte-Papier des Gostenhofer Stadtteilarbeitskreises, das kürzlich an OB Ulrich Maly geschickt wurde. Daniela Müller hat erfahren, dass sich Maly zuerst mit Experten im Baureferat ein Bild machen will, bevor nach Lösungen gesucht wird. Müller hofft nun auf einen baldigen Ortstermin.

Laut Walser ist für 2015 eine „Rücksichtskampagne“ von Stadt und Polizei geplant, damit die Belange der Radfahrer mehr respektiert werden. Keine Erkenntnisse gibt es, ob zugeparkte Radwege zu Unfällen führen. Dieser Aspekt taucht bisher nicht als Kriterium in Unfallprotokollen auf. 

Jo Seuß E-Mail

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