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Studie: Wie junge Flüchtlinge in Nürnberg klarkommen

Sozialarbeiter wollen das Leben von minderjährigen Asylbewerbern genauer verstehen - 23.03.2017 14:30 Uhr

Die minderjährigen Flüchtlingen wurden in der WG untergebracht (Symbolbild). © dpa


Mit 18 untersuchten Lebensläufen sei die Gruppe viel zu klein, um repräsentativ zu sein, betont der Forscher. Er setzte sich trotzdem auf die Spur, die Eritreer, Irakerinnen, Afghanen oder Inderinnen in den Akten und im Gedächtnis ihrer Sozialarbeiter hinterlassen haben. Es gebe kaum Literatur über unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, so Heckmann. Ein Manko, denn allein 2016 kamen immerhin 35.000 von ihnen ins Land kamen. Drei Jahre zuvor waren es erst 2500 Kinder und Jugendliche. 

Heckmanns Befund: Die Hälfte der ehemaligen WG-Bewohner habe sich gut integriert, elf schafften einen Schulabschluss, zehn verdienen heute ihr eigenes Geld. Und das, obwohl über allen "das Damoklesschwert der Abschiebung" hing, gibt der Wissenschaftler von der Uni Bamberg zu bedenken. Drei Jugendliche wurden, als sie über 18 waren, denn auch wieder nach Hause geschickt. 

Auch Henok Tamerat (31) aus Äthiopien hat jahrelang in der Wohngemeinschaft für Flüchtlingskinder gelebt. Fünf Jahre lang habe er auf eine Ausbildungserlaubnis warten müssen, sagt er. Heute ist er Küchenchef, verheiratet und hat zwei kleine Söhne. Sein ehemaliger Mitbewohner Nam Nguyen (25) hat es bis aufs Gymnasium geschafft. Doch in der elften Klasse warf ihn eine schwere Krankheit aus der Bahn, Nguyen hat seit kurzem ein kleines Einzelhandelsgeschäft. 

Sie sollten Kindersoldat werden, wurden von der Familie in den wohlhabenden Westen geschickt oder verloren ihre Eltern irgendwo auf der Flucht. Die Last auf den Schultern der Minderjährigen sei groß, sagen die Betreuer. Sie versuchen zu stabilisieren, zu ermutigen. Bei der Hälfte der untersuchten Flüchtlingskinder sei das auch gut gelungen, so ein Befund der Studie.  

Claudine Stauber

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