Samstag, 17.11.2018

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Vom Adler zur U3

Neue Schau im Straßenbahndepot St. Peter - 02.04.2010

Tobias Schneider von den Straßenbahnfreunden präsentiert stolz die historische Bahnhofstafel, die er ergattert hat. © Günter Distler


Unter diesem Titel bieten die Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn ab Samstag, 3.April, eine Zeitreise durch Nürnbergs Nahverkehrsgeschichte, die mit der ersten Fahrt der Ludwigs-Eisenbahn beginnt. Das 175.Jubiläum dieses Ereignisses und den 25.Geburtstag ihres Vereins, der am 15. Mai gefeiert wird, haben die Straßenbahnfreunde zum Anlass für ihre neue Ausstellung genommen.

Originaltafel vom Ludwigs-Bahnhof

Zu sehen sind nicht nur historische Aufnahmen, darunter bislang unveröffentlichte Fotos der Ludwigs-Eisenbahn oder ein Film, der die Bauarbeiten für die erste U-Bahn zeigt, sondern auch ein Unikat, um die so mancher die Straßenbahnfreunde beneiden dürfte: Eine Originaltafel vom Ludwigs-Bahnhof, der 1951 abgerissen wurde. »So ein Schild hat nicht mal das Verkehrsmuseum«, freut sich Kurator Tobias Schneider. Erworben hat er das wertvolle Stück für 6,50 Euro im Internet, wie er verrät.

Keineswegs leicht gemacht, haben Schneider und die Straßenbahnfreunde sich hingegen die Auswahl und Präsentation ihrer Exponate. Rund 900 Stunden Arbeit, schätzt er, stecken in der Ausstellung, die in fünf Themenschwerpunkte gegliedert ist. Neben der Ludwigs-Eisenbahn, die auch den Auftakt des Nahverkehrs in der Noris darstellt, steht die elektrische Straßenbahn im Fokus, die ihrem dampfbetriebenem Wettbewerber auf der Strecke Nürnberg- Fürth ab 1896 erfolgreich Paroli bot. Einer ihrer Nachfolger, die als »Rote 31« bekannte Schnellstraßenbahn, bewältigte die Strecke Fürth Hauptbahnhof-Plärrer schon anno 1927 in zwölf Minuten, somit nur eine Minute länger als die U-Bahn heute braucht.

Oldtimerbusfahrt

Die zunehmende Konkurrenz durch den stark wachsenden Autoverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg und das dadurch bedingte Abtauchen des Nahverkehrs in den Untergrund, im Rahmen des U-Bahn-Baus, sind weitere Schwerpunkte der Schau. Abgerundet wird sie durch einen Überblick über die moderne Technik, die unter anderem bei der U3 zum Einsatz kommt.

Die neue Ausstellung, die noch bis Jahresende im Historischen Straßenbahndepot St.Peter zu sehen ist, ist nur eines von mehreren Angeboten der VAG und der Straßenbahnfreunde am Wochenende. Auf die Spuren der alten Ludwigs-Eisenbahn und der Straßenbahn führt etwa die Oldtimerbusfahrt »Rund um den Plärrer« am Sonntag, 4. April. Wer die Tour zu dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewachsenen Verkehrsknotenpunkt nicht verpassen mag, kann sich im Internet oder telefonisch unter (0911) 2834646 einen Platz sichern. Die zweistündige Fahrt startet um 13.30 Uhr am Straßenbahndepot St.Peter, Schloßstraße 1, und kostet sechs Euro inklusive Führung und einem Getränk. Tram-Fahrten um die Altstadt, entlang der historischen Straßenbahnlinie 15, sind am Samstag und Sonntag ebenfalls geboten. 

Volkan Altunordu

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