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Samstag, 15.12.2018

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Vorstoß für U-Bahnverbindung nach Neu-Wetzendorf

Forderung der SPD stößt beim Vorstadtverein Nord und der Stadt auf Beifall - 08.08.2018 10:13 Uhr

In Thon stellen (v. li.) der SPD-Landtagsabgeordnete Arif Tasdelen und die SPD-Stadträte Thorsten Brehm und Jasmin Bieswanger vor Ort an der Ringbahn ihre Zukunftsversion für eine Verlängerung der U-Bahnlinie ins Wetzendorfer Neubaugebiet vor. Die U3 soll künftig mit der Ringbahn verknüpft werden. © privat/PR


Zwischen Forchheimer Straße und Schleswiger Straße wird in den nächsten Jahren, wie berichtet, ein neues großes Wohnviertel hochgezogen werden. Bis zu 3500 Menschen sollen hier eine neue Heimat bekommen, als grünes "Herzstück" gilt im städtebaulichen Konzept ein aufgewerteter Wetzendorfer Park, um den schrittweise drei unterschiedliche Abschnitte entstehen. "Im Übergang zum Altort Wetzendorf soll als Voraussetzung für die Entwicklung eines lebendigen und eigenständigen Quartiers ein neuer zentraler Ort mit Dienstleistung, Nahversorgung und öffentlichen Einrichtungen entstehen", betont dazu SPD-Stadtrat Thorsten Brehm.

Mit Blick auf die Größe des Projekts und die künftige Erschließung von Neu-Wetzendorf und Thon setzen er, seine Stadtratskollegin Jasmin Bieswanger und der SPD-Landtagsabgeordnete Arif Tasdelen ein Zeichen: Sie machen sich dafür stark, "dass das neue Wohngebiet optimal an das ÖPNV-Netz angeschlossen wird und möglichst wenig Autoverkehr entsteht". Die Trasse der Straßenbahnlinie 4 entlang der Erlanger Straße sei "fußläufig relativ weit entfernt, die Buserschließung bedient nur einem Teil der Mobilitätsbedürfnisse und Fahrziele", sagt Bieswanger. Deshalb sieht das SPD-Trio eine gute Chance für "eine Verlängerung der U3 vom Nordwestring Richtung Wetzendorf", was nun untersucht werden soll.

Unterstützung vom Freistaat?

Arif Tasdelen hofft auf Unterstützung vom Freistaat Bayern: "Wenn wir die Gräfenbergbahn über die Ringbahn weiterführen, könnten wir diese mit der U-Bahn verknüpfen und in dem Quartier einen attraktiven Umsteigepunkt schaffen. Das wäre wichtig und würde neue und schnelle Verbindungswege schaffen", meint er. Eine U3-Verlängerung hält Tobias Schmidt, Vorsitzender des Vorstadtvereins Nürnberg-Nord, jedenfalls für eine "interessante Geschichte". Eine verbesserte Nahverkehrsanbindung müsse "gleich mitgeplant werden", fordert er. "Man darf ein Wohngebiet nicht volllaufen lassen", warnt Schmidt, den Vorstoß der SPD begrüßt er ausdrücklich. Und mit Verweis auf die anstehende Landtagswahl hält er es für sinnvoll, zum jetzigen Zeitpunkt "laut zu rufen".

Baureferent Daniel Ulrich fände eine U3 nach Wetzendorf ebenfalls "toll", er schränkt aber ein: "Dazu brauchen wir aber erst Baurecht im neuen Gebiet, das wird nicht einfach, weil sich dort archäologische, ökologische und eigentumsrechtliche Probleme aufsummieren." Zudem sei offen, ob es nach den Vorgaben des Zuschussgebers in Berlin rechnerisch reichen wird. "Ein riesiger Pluspunkt wäre es", betont Ulrich.

Die Ringbahn sei ein "Dauerbrenner", deren Reaktivierung bislang an der Bayerischen Eisenbahn-Gesellschaft gescheitert ist. "Zu gegebener Zeit wird man dieses Projekt neu bewerten lassen müssen. Derzeit arbeiten wir daran, die Potenziale (Wohnen und Gewerbe) auszuloten, die in den nächsten Jahren im Umfeld der Strecke erwartet werden, so dass es sich lohnt, eine neue Initiative zu starten." Ulrich kann sich ein Nahverkehrsmittel nach Wetzendorf "als Bahn, Straßenbahn und als sonst was auf Schiene" vorstellen. Klar sei, "dass wir für Nürnberg dringend eine Ost-West-Verbindung im Norden brauchen". 

Jo Seuß

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