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Weg für BRK frei: Die Nürnberger Tafel atmet auf

Mitglieder votieren für Auflösung und stellen damit die Weichen - 07.04.2017 22:30 Uhr

Bis zu 6000 Menschen versorgt die Nürnberger Tafel mit Lebensmitteln zu einem symbolischen Preis. © Philipp Rothenbacher


Nach einem quälenden Klärungsprozess in den eigenen Reihen fand sich bei einer außerordentlichen, nicht öffentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend eine klare Mehrheit für den neuen Träger und damit – da das BRK eine Körperschaft öffentlichen Rechts ist – für die Auflösung des bisherigen Tafel-Vereins.

Er war in Schwierigkeiten geraten, nachdem der bisherige Vorstand im vergangenen Herbst wegen Überlastung zurückgetreten war und sich keine Nachfolger finden ließen. Um die Versorgung der Bedürftigen zu sichern, unterstützen bereits seit Oktober BRK-Kräfte die mehr als 70 aktiven, vor allem ehrenamtlichen Tafel-Helfer.

Nach Auskunft von Rechtsanwalt Philipp Schäfer, den das Amtsgericht mit einem Kollegen als Notvorstand bestellt hatte, votierten von 117 stimmberechtigten Mitglieder 96 für das BRK, 19 dagegen, bei zwei Enthaltungen. Mutmaßungen im Vorfeld, wonach sich der frühere Vorstand Albert Ziegler doch noch einmal zur Wahl stellen könnte, bewahrheiteten sich nicht. Zwei Informationsabende beim BRK und ein offener Brief, der für professionelle Strukturen warb, haben ihre Wirkung offenkundig nicht verfehlt. Die meisten Aktiven bei der Tafel sind offenbar bereit, sich weiter zu engagieren.

"Werden nicht gleich alles verändern"

BRK-Kreisgeschäftsführerin Brigitte Lischka zeigte sich in einer ersten Reaktion erleichtert und dankbar für das Vertrauen, das die Mitglieder ihrer Organisation nun entgegen bringen. "Wir werden natürlich nicht gleich alles verändern, sondern mit den Ehrenamtlichen gemeinsam schauen, wo Verbesserungen nötig und wie sie erreichbar sind“, betont sie. Die Koordinatorin für den Bereich der Tafel soll voraussichtlich Edeltraud Rager übernehmen, die Leiterin der beiden Seniorenheime des BRK-Kreisverbands.

Anstrengende Wochen stehen unterdessen noch den beiden bisherigen Notvorständen bevor. Sie müssen nun die Auflösung des Vereins und die Übertragung des Vermögens organisieren, darunter die Fahrzeuge. 

Wolfgang Heilig-Achneck

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