Montag, 17.12.2018

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Weil Lisa nur Sahne mag

Musikalischer Workshop von Geraldino für Lehrer, Eltern und Erzieher - 26.10.2005

Alle Hände nach vorne: Im Workshop „Kindermusik und musikalische Spiele“ lernen diesmal Eltern, Lehrer und Erzieher von Geraldino (von hinten), wie man mit Liedern Sprache fördert. Fotos: Stefan Hippel © -


Irgendwie fällt nur gerade keinem mehr was ein, aber das macht nichts. „Vor der Wörterschlange ist mir gar nicht bange, gar nicht bange ist mir vor der Wörterschlange“, beendet Geraldino singend diese Spielrunde, kürt eine neue Wortkönigin, die sich ein frisches Anfangswort ausdenken darf, Apfel zum Beispiel.

Der könnte sich dann zum Apfelbaumhausleiterwagen entwickeln. Oder auch zu etwas ganz anderem. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, nur ein wenig Sinn machen sollte es schon. Wer sich jetzt fragt, was haben Erwachsene mit Wörterschlangen und Geraldino mit Erwachsenen zu tun, dem sei erklärt: Wir befinden uns mitten in seinem Workshop „Kindermusik und musikalische Spiele“, der ausnahmsweise nicht für Kinder, sondern für Eltern, Lehrer und Erzieher gedacht ist, die ihren musikalischen Horizont auf diesem Gebiet erweitern möchten.

Musik muss man erleben

Seit rund einem Jahr bietet Geraldino diesen Arbeitskreis an, der sich in unregelmäßigen Abständen mit verschiedenen Aspekten von Kindermusik beschäftigt. „Man muss Musik erleben“, findet der bekannte Kinderliedermacher und daher ist das gemeinsame Singen ein Schwerpunkt eines jeden Treffens. Thema heute: „Mit Liedern Sprache fördern“. Dies ist auch der Titel eines Arbeitsbuches, das Geraldino zusammen mit der Sonderpädagogin Lily Gleuwitz entwickelt hat.

Auf der dazu gehörenden CD finden sich elf Lieder, mit denen Kinder mit viel Spaß und Witz Sprache entdecken und spielerisch ihre Ausdrucksfähigkeit erweitern können.

Song Nummer eins heißt „Sachen gibt es!“ und handelt davon, dass Lisa nur Sachen mag, die genauso lang wie ihr Name sind. Etwa Kuchen oder Sahne. Wer aufgepasst hat, weiß, dass dann Angelo nur Sachen mag wie Butterbrot oder Lutschbonbons. Also Dinge, die drei Silben haben.

Lily Gleuwitz, deren Fachgebiet Sprachheilpädagogik ist, erklärt den Hintergrund: „Es geht hier darum, ein phonologisches Bewusstsein zu fördern. Die Kinder sollen über Sprache nachdenken und dabei ein gutes Sprachgefühl entwickeln“.

Lieder zum Reimen

Dann gibt es noch Lieder, wie „Wuffblaton“ bei denen es ums Reimen geht und bei denen offensichtlich auch die Workshopteilnehmer viel Vergnügen haben, für die witzigen Fantasienamen das passende Reimpendant zu finden. Geraldino stellt an diesem Abend noch Songs vor, die zusätzlich Bewegung und Atemtechnik einbeziehen. Solche, die das Erkennen von Anlauten fördern, wie „Ali Ammer“, der im Gegensatz zur Silben-Lisa nur mag, was mit A beginnt. Oder Stücke, die einfach nur Spaß machen.

Bei „Paulinchen Paulus“ zum Beispiel tauchen Piraten auf, die quadratmeterweise Qualität in Form von prima Palmen pflanzen. Womit wir wieder beim ersten Song wären — „Sachen gibt es!“ Geraldino selbst ist vor allem der Meinung, dass es viele schöne Kinderlieder gibt, diese aber nur die wenigsten kennen.

„Es ist erschreckend, wie wenig Repertoire die meisten auf diesem Gebiet haben“, meint er betrübt. Der Workshop soll Abhilfe schaffen, auf dass in Kinder- und Klassenzimmern in Zukunft mehr ertönt als nur „Alle meine Entchen“ und „Hänschen klein“.

Manuela Prill

Weitere Infos: Der nächste Arbeitskreis findet am 5. Dezember ab 18 Uhr im Foyer des Theater Mumpitz im Kachelbau, Michael-Ende-Straße 17, statt. Thema: „Andere Weihnachtslieder“. Weitere Infos unter www.geraldino.de 

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