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Weil sie Hitler-Bilder verschickte: AfD-Frau verliert Job

Firma Kühne + Nagel löst Arbeitsvertrag mit Elena Roon auf - 16.03.2017 05:39 Uhr

AfD-Politikerin Elena Roon verlor ihren Job in einem Logistik-Unternehmen. (Archiv)


Elena Roon ist auch nach mehrmaligen Versuchen per Telefon nicht zu erreichen. Die Kreisvorsitzende des KV Nürnberg-Süd/Schwabach hat noch bis vor kurzem bei dem weltweit tätigen Speditionsunternehmen Kühne + Nagel als Projektmanagerin gearbeitet. Doch jetzt nicht mehr.

Roon hat nicht nur Hitler-Bilder in einer internen WhatsApp-Gruppe versendet. Bereits im September teilte sie in einem sozialen Netzwerk ein Video der Holocaust-Leugnerin und langjährigen Neonazi-Aktivistin Ursula Haverbeck-Wetzel.

Nach Informationen der Nürnberger Nachrichten reagierte man auf die Nachricht über Elena Roons politische Aktivitäten bei Kühne + Nagel "entsetzt". Auf eine offizielle Anfrage sagt Pressesprecherin Inge Lauble: "Der Vorgang ist uns bekannt. Kühne + Nagel hat das Arbeitsverhältnis mit Frau Roon einvernehmlich aufgelöst." Mehr will Lauble dazu nicht sagen.

Firma geriet schon einmal unter Druck

Klar ist aber: Die Firma mit Sitz in Bremen geriet vor gut eineinhalb Jahren öffentlich wegen ihrer Nazi-Vergangenheit selbst unter Druck. Der Logistik-Gigant mit 1000 Niederlassungen in 100 Ländern wurde mit historischen Dokumenten konfrontiert, die seine Verstrickung im Dritten Reich belegen. Dabei ging es unter anderem um das Mobiliar deportierter Juden, welches das Fuhrunternehmen aus den im Zweiten Weltkrieg besetzten Niederlanden nach Deutschland zu Versteigerungen transportierte. Der 126 Jahre alte Konzern hat sich daraufhin öffentlich für die "Vorkommnisse" entschuldigt.

Dass AfD-Frau Elena Roon Hitler-Bilder verschickte und den Film einer Holocaust-Leugnerin teilte, hat für die Bundestagskandidatin in ihrer Partei allerdings keine Folgen. "Ein durch den Landesvorstand zur Untersuchung der Vorwürfe eingesetzter Ausschuss kommt nun zu dem Ergebnis, dass Frau Roon vollständig entlastet werden kann", heißt es bei der AfD. 

Alexander Brock

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