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Wiederaufbau des Pellerhofs: Der größte Brocken ist geschafft

Spendengelder fehlen für die Restarbeiten - Eröffnung frühestens 2019 - 20.02.2018 05:42 Uhr

Der krönende Abschluss der Steinmetzarbeiten: Harald Pollmann (r.) zeigt die Muschel, die den Giebel im Pellerhof zieren wird, hier mit Sparkassen-Vorstandschef Matthias Everding (l.) und Altstadtfreunde-Chef Karl-Heinz Enderle. © Foto: Edgar Pfrogner


Derzeit herrscht Winterruhe im Pellerhof. Doch in zwei Monaten soll es noch mal rund gehen auf der Dauerbaustelle. Im April könnte die Giebelspitze an der Nordwand aufgesetzt werden, sagte Karl-Heinz Enderle, Vorsitzender des Vereins der Altstadtfreunde, am Montag bei der Besichtigung der frisch behauenen Schlusssteine. Auch die Fenster seien gerade in Produktion. Danach wäre der Rohbau des Mammutprojekts tatsächlich abgeschlossen. Für den Verein ein Triumph: Aus eigener Kraft, mit rund fünf Millionen Euro privaten Geldern, hat er dann seit 2008 den Renaissance-Hof des 1945 zerstörten Bürgerhauses rekonstruiert.

Bis zur Eröffnung dürfte aber mindestens noch ein Jahr vergehen. "Türen, Fenster, Bodenbeläge, Treppen, Infrastruktur", zählt Enderle auf, sind noch zu sanieren oder zu ergänzen. "Wir sind noch auf der Suche nach Spendern." 4,5 Millionen Euro haben die Altstadtfreunde mittlerweile für das Projekt gesammelt. Davon stammten 1,5 Millionen Euro von der Unternehmerfamilie Diehl, der Rest aus mehreren Tausend Einzelspenden von Firmen und Privatleuten. Etwa 150 von ihnen spendeten mehr als 5000 Euro und sollen auf einer Stiftertafel im Hof genannt werden.

Zu den Großspendern zählt die Sparkasse Nürnberg. Ihre Kulturstiftung übernahm 91.500 Euro für die Giebelspitze, bestehend aus einem Obelisken und einer barocken Muschel. Die Spende ging als eine der ersten schon 2007 ein. Die Summe habe damals dem Projekt enorm vorangeholfen, weil sie die Öffentlichkeit motiviert habe, lobte Vereinschef Enderle.

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Bis spätestens 2017 soll der Pellerhof in Nürnberg komplett restauriert sein. Schon jetzt ist die Zahl der Besucher sprunghaft angestiegen, weshalb die Altstadtfreunde in Zukunft jeden Samstag ab 15 Uhr eine Führung durch das Renaissance-Schmuckstück anbieten werden.


Die Muschel aus dem Worzeldorfer Sandstein zu hauen, bedeutete stattlichen Aufwand für die Fürther Steinmetzfirma GS Schenk und Harald Pollmann, Steinmetz und Initiator des Wiederaufbaus. Für das drei Meter breite, mehrere Tonnen schwere Stück waren 640 Stunden penible Hand- und Vermessungsarbeit nötig. "Wir haben gearbeitet wie in der Renaissance", sagt Pollmann. Insgesamt seien jetzt 907 Steinquader für den Hof entstanden.

Die 2016 entflammte Debatte um eine mögliche Rekonstruktion der Vorderhausfassade zum Egidienplatz hin ist wieder verstummt. Wichtiger ist dem Altstadtfreunde-Chef derzeit die künftige Nutzung des Hofs. Das touristische Interesse an dem Ort sei zuletzt sprunghaft gestiegen, sagt Enderle. An den Besichtigungstagen seien allein seit dem vergangenen Frühjahr 4500 Besucher gekommen. Und: "Wir werden überschüttet von Anfragen." Initiativen und Künstler möchten den Hof offenbar gern für Veranstaltungen mieten. "Jetzt, wo man sieht, was für ein fantastischer Ort es ist, wollen sie da rein." Noch gibt es im Rathaus keine konkreten Pläne. Unklar ist auch, wann und wie die Stadtverwaltung das Nachkriegs-Pellerhaus sanieren und zum Spielezentrum umbauen lässt.

Besucher können den Pellerhof freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigen. Ab 3. März findet zusätzlich jeden Samstag um 15 Uhr eine Führung statt.

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Isabel Lauer

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