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Wo man in Franken die wilden Finnen trifft

Spiel und Spaß bei der Mölkky-Meisterschaft — Liebe zu den Bergen verschlug Mari Koskela hierher - 16.06.2011 07:59 Uhr

Eine begeisterte Mölkky-Spielerin: Mari Koskela. © privat


Die 1.Vorsitzende liebt das traditionelle finnische Garten- und Gesellschaftsspiel. „Mölkky kann man mit Kegeln oder Boule vergleichen: Da sind nummerierte Kegel auf dem Boden, auf die man mit einem Wurfholz zielen muss. Das Spielfeld verbreitert sich immer weiter. Wer zuerst 50 Punkte hat, hat gewonnen. Mölkky verbindet auf geniale Weise Spiel, Spaß und Spannung. Man muss es spielen können... und braucht trotzdem Glück.“

Dass die deutschen MölkkyMeisterschaften in Franken stattfinden, hängt eng mit der Ortsgruppe Nürnberg zusammen. „Als das anderswo noch ein reines Hobby war, haben wir es am weitesten getrieben – und deshalb 2008 erstmals eine deutsche Meisterschaft ausgerufen.“ In Finnland gibt es längst Liga und Tabellen, doch auch in Franken trifft man sich regelmäßig auf sandigen Plätzen zum Training — Zeiten und Orte im Internet unter www.npv-info.de

Dass die Deutsch-Finnische Gesellschaft deutschlandweit die drittgrößte Länderorganisation ist (nach Amerikanern und Franzosen), mag überraschen. Doch die DFG zählt fast 10000 Mitglieder. Die Nürnberg-Ortsgruppe, die regelmäßig Konzerte, Lesungen, Vorträge und Feiern mit Finnland-Bezug veranstaltet, hat 400 Mitglieder – und einen riesigen Einzugsbereich von Bad Kissingen bis nach Cham, von Dinkelsbühl bis nach Bayreuth.

Bei Mari Koskela sind die Alpen Schuld, dass sie nach Deutschland kam. Im Alter von 15 verliebte sich die heute 36-Jährige bei einem Familienurlaub in die Berge – und zog über die Zwischenstation Wilhelmshaven nach Erlangen, wo sie bei Siemens hängen blieb.

Was ist der größte Unterschied zwischen beiden Ländern? „Nach dem, was ich von Deutschen erzählt bekomme, ist der zurückhaltende Finne ein Stereotyp, das dann aber doch sehr oft stimmt. Wo es

in Deutschland nach zehn Sekunden Schweigen am Tisch peinlich wird, gilt in Finnland: Wenn es nichts zu sagen gibt, ist nichts zu sagen.“

Was ja zumindest hier in der Region oft nicht viel anders läuft. Fränkisch-finnisch – eine tödliche Kombi. „Ich überleg’ jetzt gerade“, sprudelt Koskela. „Dass ich mich hier so wohl fühle, vielleicht liegt das doch nicht nur an der fränkischen Schweiz...“

Wer die wilden Finnen kennenlernen möchte: Die DFG ist beim Südstadtfest (1. bis 3. Juli) vertreten. Am Samstag, 25.Juni, steigt in Trautskirchen hinter Fürth das traditionelle Mittsommerfest. Kontakt: www.dfg-nuernberg.de

KulTour-Tipps: Mari Koskela empfiehlt „What Lies Beneath“, die neue CD der ehemaligen Nightwish-Sängerin Tarja Turunen. Sie singt auf Englisch. Wer es rein finnisch mag, ist mit Jenni Vartiainens Album „Ihmisten Edessä“ gut dabei: „Wunderschöner Pop, perfekt zum Runterkommen nach der Arbeit!“ Musik aus dem Land der tausend Seen findet man bei „Kioski“ in Fürth, dem einzigen finnischen Plattenladen außerhalb Finnlands (www. kioski.de).

Sommerlektüre: Die Krimis von Taavi Soininvaara. „Die sind zwar schon ein wenig älter, aber alle auf deutsch übersetzt.“

Gastro-Tipp: Die „Stockholm Bar Grill Lounge“ in der Inneren Laufer Gasse 21. „Ist zwar nicht Finnisch, aber zumindest skandinavisch. Da gibt es lecker Lachs und Wild. Und Köttbullar isst man auch in Finnland – das heißt da bloß anders.“

  

Stefan Gnad E-Mail

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