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Zahl der Drogentoten: Nürnberg schiebt sich an die Spitze

Hilfsorganisation Murda zeigt sich stark besorgt besorgt - 07.05.2014 06:00 Uhr

Nürnberg, Hauptstadt der Drogentoten: 6,1 Menschen auf 100.000 Einwohner sterben an direkten Folgen von Drogenmissbrauch.

Nürnberg, Hauptstadt der Drogentoten: 6,1 Menschen auf 100.000 Einwohner sterben an direkten Folgen von Drogenmissbrauch. © Marcus Simaitis/Archiv (dpa)


Prölß-Kammerer und MudraGeschäftsführer Bertram Wehner berufen sich auf Zahlen der Bundesdrogenbeauftragten und des Bundeskriminalamtes. Demnach sterben in Nürnberg 6,1 Personen pro 100.000 Einwohner an Rauschgift; in Köln (4,1), Frankfurt (3,9), Hamburg (3,6) oder auch München (3,0) sind es weitaus weniger. „Wir müssen den Ursachen hierfür auf den Grund gehen. Die Stadt kann auf ein vielschichtiges Problem wie Drogenkonsum natürlich nur mittelbar einwirken, dennoch wollen wir genau hinsehen, wo wir Präventions- und Substitutionsangebote anpassen und verändern können, um Drogenabhängigen zu helfen“, sagte Prölß-Kammerer.

Im vergangenen Jahr starben nach Angaben von Mudra offiziell 30 Menschen in Nürnberg am Konsum illegaler Drogen, zumeist Heroin – das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000, als 34 Personen in der Stadt ihrer Sucht zum Opfer fielen.

Allerdings ist die Zahl stark schwankend, sie steigt also nicht permanent. 2012 etwa gab es 13 Tote, 2011 waren es 20, 2010 immerhin 29. 2004 und 2005 waren mit sieben beziehungsweise sechs Toten indes wesentlich weniger Opfer zu beklagen als in den vergangenen Jahren.

Wehner forderte angesichts der jüngsten Entwicklungen erneut einen Drogenkonsumraum, in dem Abhängige unter medizinischer Aufsicht den Stoff konsumieren können. Dies gestattet der Freistaat bislang nicht. Zudem sei der Ausbau der Behandlungsplätze zur Substitution dringend notwendig, Ärzten müsste es rechtlich erleichtert werden, diese Behandlung anzubieten, so Wehner.

Die SPD wiederum möchte im Gesundheitsausschuss des Stadtrats unter Hinzuziehung von Fachleuten diskutieren, wie den Abhängigen geholfen werden kann. 

Marco Puschner (Nürnberger Zeitung)

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