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Abschluss einer Erfolgsgeschichte in Weidenloh

Sportprominenz traf sich ein letztes Mal zum Golfen für den guten Zweck - 28.08.2017 17:26 Uhr

Über Jahrzehnte hinweg gehörte Alexander Pusch zu den weltbesten Degenfechtern. Vier Olympiamedaillen, zwei Weltmeistertitel im Einzel, zwei mit der Mannschaft, fünfmal Vizeweltmeister mit dem Team, Europameister im Einzel, siebenmal Gold im Europacup und viele weitere Titel sind Beweis für seine technische Brillanz. Auch er war dem Ruf nach Pottenstein gefolgt. © Klaus Trenz


Speerwurfolympiasieger Klaus Wolfermann rief seine Freunde letztmalig, um für den guten Zweck zu golfen. Damit fiel der Vorhang für eine überaus erfolgreiche Veranstaltung: Immerhin hat das von Golfclub-Präsident Werner Herlitz und seinem Sohn Andreas organisierte Turnier in den vergangenen Jahren Spenden in Höhe von 130.000 Euro eingespielt.

Am Wochenende sind nochmals einige Tausend Euro hinzugekommen, durch Spenden und Startgebühren von noch einmal 69 Teilnehmern am Benefizturnier. Im Vorfeld gab es stets ein Treffen in einem Pottensteiner Gasthof, bei dem rund 90 Teilnehmer den Spendentopf füllten. Hinzu kommt, dass die Betreibergesellschaft des Golfplatzes auf die Platzmiete verzichtet.

Es ist die Zeit, die Andreas Herlitz fehlt, um das Benefizturnier zu organisieren. Über 100 Stunden investiert er ehrenamtlich dafür. Seinem Engagement beim KIWANIS-Club Bayreuth-Obermain und den Wirtschaftsjunioren Bayreuth, die als Mitveranstalter auftraten, ist viel Privates hinzugekommen, das Zeit braucht: Der Nachwuchs ist da, ein Haus wird gebaut. Und den Beruf gibt es auch noch.

Die Macher und ihr Stammgast: Werner Herlitz (links), Speerwurfolympiasieger Klaus Wolfermann, Andreas Herlitz (rechts) waren die Gesichter der Benefizturnier-Serie beim GC Pottenstein. © Klaus Trenz


"So ein Turnier erfordert viel Aufwand", sagt Werner Herlitz, jetzt immerhin schon 70 Jahre alt und ein bisschen müde von der Turnierorganisation. Seit 18 Jahren macht er das nun schon. Das Interesse an derartigen Turnieren habe in den vergangenen Jahren doch nachgelassen. Außerdem gebe es in Deutschland jede Menge dieser Benefizturniere, sodass das Pottensteiner Turnier vermutlich keine Lücke hinterlässt. Außerdem: "Wenns am schönsten ist, soll man aufhören", sagt er mit einem Unterton von Wehmut. Aber: Man habe viel erreicht, was sich ja auch in Zahlen ausdrückt. Und es sei beileibe nicht so, dass man nichts mehr für KiO tue. Man werde da auch weiterhin unterstützen. In anderer Form.

Wolfermann, langjähriger Freund der Familie Herlitz, versteht die Entscheidung der Familie Herlitz, ist aber nicht ganz glücklich darüber. Er würde das Benefizturnier weiterführen, vor allem in Pottenstein, "Weil hier die Zuverlässigkeit und Konsequenz da ist". Er hänge an dem Benefizturnier in Pottenstein, stärker als an allen anderen. Auch, weil es eine "Zeit gewesen ist, die für sich spricht". Keiner der Beteiligten habe "jemals vergessen, um was es geht": Kindern, die dringend eine Organtransplantation brauchen und deren Angehörigen zu helfen.

Die Sportprominenz Deutschlands hat sich in den vergangenen Jahren die Klinke oder den Golfschläger in die Hand gegeben: Handballweltmeister als Spieler und Trainer, Heiner Brand, Boblegende Wolfgang Hoppe, Biathlet, Radfahr-Olympiasieger Olf Ludwig oder Clubberer Georg "Schorsch" Volkert.

Ein letztes Mal für den guten Zweck: Auch Jens-Uwe Mey, ehemals deutscher Olympiasieger im Eisschnellauf, schlug am Samstag ab. © Klaus Trenz


Auch am Samstag waren die Namen klangvoll für den, der sich abseits des Fußballs im Sport auskennt: Die zweimalige Welt- und Europameisterin im Siebenkampf, Sabine Braun, Zehnkampf-Olympiasieger Christian Schenk, Eisschnelläufer und zweimaliger Olympiasieger Jens-Uwe Mey, oder der weltweit erfolgreichste Degenfechter Alexander Pusch, um nur einige zu nennen.

Aufgeblasenes Geschäft

Werner Herlitz kannte schon fast alle, bevor sie an den Turnieren teilgenommen haben. Er schimpft etwas über das aufgeblasene Fußballgeschäft und stellt gerne in den Vordergrund, was sich da einmal im Jahr in Pottenstein zum Golfen versammelt hat: "Diese Leute haben alle etwas erreicht im Leben". Nicht nur sportlich, sondern auch nach ihrer sportlichen Karriere. Und keiner sei dabei, der irgendwann abgehoben ist. Früher nicht und auch nicht heute. Die Prominenten reisten übrigens alle auf eigene Kosten an. Startgelder gebe es nicht.

Werner Herlitz wird das Benefizturnier vermissen. Den lockeren Umgang untereinander, den legeren Ton und die Bilder von den sportlichen Erfolgen, die man in den Kopf bekommt, wenn die eine oder andere Sportlegende locker den Golfball in das Loch schiebt. Aber: Es sei definitiv das letzte Mal gewesen, auch wenn er dabei einen traurigen Klaus Wolfermann hinterlassen muss. 

KLAUS TRENZ (Text und Fotos)

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