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Ein Mann aus Trockau für die Größen des modernen Schlagers

Der aus Trockau stammende Markus Wätzold managt Volx-Musik-Bands und vermittelt die Stars der Branche an Veranstalter - 14.12.2016 16:25 Uhr

Markus Wätzold (links), Manager vieler Volx-Musik-Bands, kann auch Jürgen Drews für Veranstaltungen buchen – etwa für ein Pferderennen. © privat


Letzten Ende drehe sich alles um Herzblut und Beharrlichkeit, sagt Markus Wätzold, ein Trockauer. Damit hat er es weit gebracht in einer Branche, die heiß umkämpft und sehr wechselhaft ist. Der 35-Jährige ist nebenberuflich Manager und Vermittler von Künstlern aus der jungen Volksmusik-Branche, die sich zur Unterscheidung von den älteren Semestern Volx-Musik nennt.

„Die Jungs von „Bassd Scho“ haben mich vor sieben Jahren gefragt, ob ich sie als Manager begleiten möchte, weil ich gerne rede und gut organisieren kann“, erinnert sich Wätzold an die Anfänge. „Ich habe dann meinen Touch und meine Ideen eingebracht.“

Pferderennen vermittelt

Und so hat alles begonnen. Inzwischen hat Markus Wätzold viele „A-Künstler der Branche“ an verschiedene Veranstalter, darunter zum Beispiel das Musiccenter Trockau oder viele Gemeinden, vermittelt und betreut.

Zweimal hat der Betzensteiner sogar Schlagerkönig Jürgen Drews an den Veranstalter gebracht: Er hatte ihn für ein Pferderennen bei Berlin vermittelt. „Ich konzentriere mich auf die Volx-Musik, also auf jungen deutschen Schlager im weitesten Sinne“, sagt er.

Sein Portfolio an Künstlern ist beachtlich. Neben der „Baggmers Buam““ und „Bassd Scho“, die er als Manager exklusiv unter Vertrag hat und auch deren Alben-Produktionen gestaltet und begleitet, zählen dazu auch G.G. Anderson, Mallorca-Sänger Mickie Krause, das Andreas-Gabalier-Double Joey Gabalögl, die Kultband „Voxx-Club“, die „beste Partyband 2017“ namens Partyfieber oder der aus der Sendung „Bauer sucht Frau“ bekannte Schäfer Heinrich, Partyrapper K 1 oder DJ Antoine.

Sie alle vermarktet er deutschland- und europaweit. „Ich könnte auch eine Helene Fischer oder einen Andreas Gabalier buchen, aber das ist halt eine Kostenfrage“, sagt er. „Ich habe viele Anfragen von Künstlern, ob ich sie managen will. Doch man muss differenzieren, ich nehme zum Beispiel nie zwei oder drei Künstler aus der gleichen Richtung, sondern bevorzuge ein gut ausgewähltes Potpourri, weil ich weiß, dass ich das vermarkten kann.“

Um in sein Portfolio aufgenommen zu werden, sagt Wätzold, brauchten auch die Künstler den absoluten Willen, durchzustarten und sich den Erfolg zu erarbeiten. „Wenn jemand kommt und will, dass ich ihn im ersten Jahr gleich auf 20 Veranstaltungen bringe, dann geht das nicht zusammen – dafür gibt es in der Branche einfach zu viel Angebot. Wir vermitteln ja nicht auf Volksfeste. Und sie müssen sich ein bis drei Jahre gedulden, bis sie durchstarten. Das ist wie ein Schneckenrad, da geht es um die Produktion eines Album, Promotion im Rundfunk und überhaupt PR nach außen. Sie müssen also etwas investieren wollen, damit ich sie aufnehme“, erklärt der 35-jährige Vater zweier Söhne und Ehemann, der hauptberuflich Angestellter in der Metallindustrie ist.

„Die Volksmusik gehört zu Bayern wie die Maß Bier zum Oktoberfest. Wir bringen die ganze Stimmung, Leidenschaft und Lebensfreude, die diese Musik ausmacht, auf die Veranstaltung“, sagt er voller Stolz, weil er weiß, wie viele Nächte voller Arbeit, wie viel Klinkenputzerei und Kontakteknüpferei dahinter stehen. „Ich habe mir das alles selbst aufgebaut, das war ein hartes Brot, ich hatte Wochen mit 70 oder 80 Stunden plus Wochenenden, an denen ich unterwegs war, um mich persönlich in der Branche vorzustellen und die Künstler kennenzulernen.“

Am Anfang, erinnert sich Wätzold, sei er von den Trockauern und Bekannten belächelt worden. „Das war für mich der Ansporn, es allen zu zeigen. Inzwischen hat sich das für mich rentiert.“ Doch natürlich ist Hauptantriebspunkt, dass „das Managen mein Hobby, ja fast mein Traumberuf ist“, sagt er. Doch er ist seit 20 Jahren im gleichen Betrieb angestellt, und den möchte er auch nicht auf Risiko aufgeben. „Ich bin zufrieden so, wie es ist – da bin ich halt sehr katholisch und weiß, wo ich herkomme“, er lacht gerade heraus. Überhaupt mache er das auch aus Heimatverbundenheit.

Die hat ihn auch in Pegnitz bleiben lassen – anstatt im Künstlermekka Berlin zum Beispiel Fuß zu fassen. „Und so geht beides gut zusammen: Haupt- und Nebenerwerb.“ Heute sitzt er, „je nach Saison“, zwei- bis dreimal abends im Büro – dazu kommen natürlich die Termine, zu denen er seine Künstler begleitet.

Beharrlichkeit zahlte sich aus

Warum ein Jürgen Drews ihn bucht, begründet er damit, dass er sich durch Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit auszeichne. „Ich habe Jürgen Drews beim ersten Booking für das Rennen Titanen der Rennbahn bei Potsdam nach seiner Frau Ramona gefragt, weil ich wusste, dass er gerne über sie spricht – und dann haben wir uns verstanden“, sagt er.

Am Tag nach dem Auftritt hat er dem König von Mallorca dann ein Frühstücksei zum Brötchen gebracht. „Man darf sich für nichts zu schade sein“, betont er und erinnert sich, dass er auch Drews Gitarre oder seine Jacke abgenommen hat – der 71-Jährige war nachhaltig beeindruckt. Am Ende des Gesprächs holt Wätzold eine weitere Zusage hervor: „Jetzt habe ich die Bestätigung erhalten, dass Voxx-Club im Musiccenter Trockau am 10. Februar auftreten werden.“ 

ANDREA MUNKERT

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