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Herbstausstellung auf Burg Waischenfeld eröffnet

Schau lockt mit abstrakten Collagen eines Münchner Künstlerehepaares - Im Spannungsfeld zwischen Vorder- und Hintergrund - 26.09.2017 17:53 Uhr

Noch bis zum 12. November ist in den Räumen der Burggalerie Waischenfeld eine interessante Ausstellung mit Collagen des Münchner Künstlerehepaares Hans Deichl und Toshiko Inanaga-Deichl zu sehen. © Thomas Weichert


Kunstforumschefin Silke Grasser-Helmdach, Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) und Professor Heinz Gerhäuser eröffneten die Schau. Für die musikalische Umrahmung bei der Vernissage sorgten Steffi und Andrea Weiß.

Hans Deichl ist von Beruf Architekt und war lange für die Fraunhofer-Gesellschaft tätig. So hat er nicht nur den Bau des Fraunhofer IIS in Erlangen als Architekt begleitet, sondern auch den Bau des Fraunhofer-Forschungscampus in Waischenfeld sowie die Generalsanierung des früheren Kolpinghauses, das Gerhäuser gekauft und zum "Gerhaus" umgestaltet hat.

Daneben sind Deichl und seine aus Japan stammende Frau künstlerisch aktiv, wovon sich Burgbesucher nun überzeugen können. Wie Gerhäuser betonte, biete das Ehepaar mit der Schau "Collagen 2017" eine interessante Auswahl, bei der nicht die Abbildung, sondern die Synthese von Bildern im Vordergrund stehe. Die atomaren Bausteine dafür seien "Punkt, Linie und Fläche", so Gerhäuser.

Die unterschiedlichen Motive der ausgestellten Bilder spielen mit dem Spannungsfeld zwischen Vorder- und Hintergrund unter Verwendung von Bildelementen in Form farbiger Streifen, Bänder, Balken oder freien organischen Formen. Ganz bewusst werden sie mit der Technik der Collage zusammengehalten.

Auf eine gegenständliche Darstellung oder gezielte psychologische Aussage verzichten die abstrakten Kompositionen. Laut Gerhäuser fordern die Bilder den Besucher heraus, eine aktive Rolle beim Betrachten zu übernehmen und damit eine kreative Leistung – ähnlich wie die des Künstlers beim Malen – zu erbringen. Hans Deichl schwärmt von Waischenfeld, dessen romantischer Umgebung und vom Kunstforum und lobt: "Ich finde es sehr gut, dass das Kunstforum die Möglichkeit bietet, eine Vielfalt von gegenständlicher bis ungegenständlicher Kunst auszustellen." Und so ganz verschiedenen Künstlern und Kunstrichtungen ein Forum biete.

"Das Kunstforum geht freier mit den Dingen um als der Kunsthandel. Das ist ein großer Wert", findet Deichl, der schon als Kind gemalt und gezeichnet hat. Seine Frau lernte er einst während eines Studiums an der Akademie der bildenden Künste in München kennen. Auch Inanaga-Deichl erhielt schon früh Mal- und Zeichenunterricht. Für sie stand das Beherrschen von Techniken und das Vertiefen künstlerischem Einfühlungsvermögen immer im Vordergrund. Eine berühmte Künstlerin wollte sie nie werden. 

THOMAS WEICHERT

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