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Schädliche Substanzen bei Pottenstein abgelagert

In Kirchenbirkig wurden mehrere undichte Plastikkanister gefunden, die den Fotoentwickler Tetenal enthielten - 10.03.2017 15:21 Uhr

Laut Auskunft von Hans Hümmer, Werkleiter des Wasserzweckverbandes Juragruppe, handelte es sich um "illegal abgelagerte Behältnisse" mit der Aufschrift "Tetenal", die wohl zum Teil undicht waren, so dass eine kleine Menge einer schädlichen Substanz ins Erdreich sickerte. Hintergrund: Tetenal ist der Hersteller für eine ganze Familie von Foto-Entwicklern mit einem gewissen Säureanteil, die nicht hochgiftig, aber auch nicht völlig unbedenklich für den Menschen sind.

Trinken sollte man die Flüssigkeit gleichwohl nicht. Was die Plastikkanister tatsächlich enthalten, kann erst eine genauere Analyse klären. Die "Tetenal"-Behälter sind mittlerweile abtransportiert, am Freitagnachmittag ging es im Kern um die Frage, ob es nötig wird, den Boden bis zu einer bestimmten Tiefe auszubaggern, ehe die ausgetretene Substanz vom nächsten Regenguss ins Grundwasser gespült wird. "Die tatsächliche Schadenslage muss geklärt werden", so Hümmer.

Spezialkräfte vor Ort

Vor Ort waren in Kirchbirkig auch Spezialkräfte der Feuerwehr. "Zu den ersten, die alarmiert wurden, zählte Danny Hieckmann, auf Gefahrgutfälle spezialisierter Kreisbrandmeister", erklärt Carolin Rausch, Pressesprecherin des Kreisfeuerwehrverbands. Hieckmann ist in der Nähe von Goldkronach daheim. Die Feuerwehr verfügt laut Rausch über mehrere "Chemieschutz-Standorte", an denen unter anderem Spezialfahrzeuge, aber auch Gefahrgut-Spezialisten verortet sind.

Laut Carolin Rausch ging ein Trupp aus zwei Feuerwehrleuten nach Absperrung des Areals an die Stelle, an der die Kanister abgelagert wurden. Die Brandbekämpfer trugen dabei vorsichtshalber Chemieschutzanzüge. "Der Eigenschutz geht vor, gerade wenn die Situation unklar ist", erklärt Rausch. Außerdem hatte die Feuerwehr auch einen "Abrollbehälter Strahlenschutz" dabei, der normalerweise in Pegnitz stationiert ist.

Die undichten Plastikkanister wurden von der Feuerwehr in Metallfässer umgelagert und zum Entsorgungs-Betrieb "Veolia" gebracht, wo die bislang noch nicht endgültig bestimmte Substanz entsorgt werden soll.

Vorläufige Entwarnung gab der mit dem Fall betraute Diplom- und Hydrogeologe Peter Schultheiß: Es handele sich bei dem Stoff in den Kanistern nach ersten Erkenntnissen um verschiedene Substanzen, wobei das Tetenal die für die Umwelt gefährlichste darstelle.

Es seien aber keine bedenklichen Mengen ausgetreten. Laut Hans Hümmer wurden dennoch zwei Kubikmeter Erdreich an der Fundstelle ausgebaggert. Und er betont: Eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung habe "zu keiner Zeit" bestanden.

Inhalt noch unklar

Was sich in den sieben Kanistern befindet, die ein Spaziergänger Freitagmorgen gefunden hat, muss erst getestet werden. Das erklärte Andreas Guck, Gruppenleiter bei der Polizei Pegnitz, auf Nachfrage der Nordbayerischen Nachrichten.

Einen Hinweis auf den Verursacher gibt es noch nicht. Bislang war nur bekannt, dass die Fünf-Liter-Kanister wohl schon länger liegen. Wie lange genau, konnte der Stellvertreter von Dienststellenleiter Roland Schmitt noch nicht sagen. „Das werden die Ermittlungen zeigen.“

 


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KERSTIN GOETZKE UND HANS VON DRAMINSKI E-Mail

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