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Wahlkrimi: Uwe Raab neuer Bürgermeister

SPD-Kandidat setzt sich in entscheidender Abstimmung gegen Wolfgang Hempfling von der CSU durch - 08.10.2012

Uwe Raab von der SPD (M.) empfängt die Glückwünsche vom noch amtierenden Bürgermeister Manfred Thümmler (CSU), der nicht mehr zur Wahl angetreten ist. Herausforderer Wolfgang Hempfling (l.) unterlag in der Stichwahl. © Müller


„Ein Traum, ich bin sprachlos und gerührt“, rief Raab, als er die Wahlzentrale im Bürgerzentrum betrat, wo ihn die SPD-Anhänger jubelnd und mit frenetischem Beifall empfingen. Sofort fielen ihm die Parteifreunde um den Hals und gratulierten ihm zu dem Erfolg, der so nicht vorhersehbar war. Per SMS meldete sich der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, als kurz nach 18.30 Uhr das Endergebnis feststand: „Cool, ganz stark.“

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Mit 53,48% setzte sich Uwe Raab, SPD, in der Stichwahl am 7. Oktober gegen seinen Herausforderer von der CSU, Wolfgang Hempfling durch.


Beobachter sprachen von einer Sensation, denn nach dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen lag Raab noch mit 35 Prozent auf dem zweiten Rang hinter Hempfling (40,36). Doch mit einem gewaltigen Kraftakt rissen er und sein Team das Ruder noch herum.

„In den vergangenen zwei Wochen hat mein Team noch einmal alles gegeben, die Stimmung war schwer einschätzbar“, so Raab. Zehn bis fünfzehn Unterstützer seien neu hinzugekommen, um unermüdlich Flyer zu verteilen. Der neue Bürgermeister kündigte im Gespräch mit den Nordbayerischen Nachrichten an, dass es für ihn wichtig sei, in seine künftige Arbeit auch jene Bürger zu integrieren, die ihn nicht gewählt haben; auch Gespräche mit den Fraktionen werde es geben.

Er dankte Wolfgang Hempfling und der CSU für den fairen Wahlkampf und verabschiedete sich: „Jetzt rocken wir den Schweinemarkt“. Im dortigen Gasthaus Ponfick feierte die SPD ihren Triumph. In den kommenden Tagen fliegt er erstmal nach Zypern, wo er mit Ehefrau Helga ein paar Tage ausspannen wird.


Wolfgang Hempfling merkte man die Niederlage an. Auch er hatte bis zuletzt alles gegeben. Er zeigte sich als fairer Verlierer, der Raab zu seinem Sieg gratulierte: „Ein bitterer Abend, aber die Mehrheit hat so entschieden.“ Woran es lag, dass sein Widersacher klar gewann, das müsse analysiert werden. Womöglich sei ein Großteil der Freien Wähler ins andere Lager geschwenkt.

Bürgermeister Manfred Thümmler, der sich trotz einer vor kurzem erfolgten Rückenoperation im Bürgerzentrum einfand, erklärte, der Wahlausgang sei ohne Zweifel überraschend. „Wir haben gedacht, wir packen es.“ Doch Raab habe einen ausgezeichneten Wahlkampf geführt. „Ich gehe ohne Wehmut, sondern mit Zuversicht. Ich wünsche Uwe Raab eine glückliche, gute Hand für die Stadt.“

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Oliver Winkelmaier meinte, die Menschen hätten nicht gegen Hempfling gestimmt, sondern für ein neues System. Die Bürger wollten nach 30 Jahren Thümmler etwas Anderes. Zweiter Bürgermeister Helmut Graf (FWG) war überrascht von dem eindeutigem Ergebnis. „Eine Legitimation von der Mehrheit.“ Im Stadtrat werde es weiterhin eine gute Zusammenarbeit geben.

Anette Kramme, SPD-Bundestagsabgeordnete, hob die bodenständige Karriere von Raab hervor. Dass Pegnitz jetzt einen SPD-Bürgermeister bekomme, sei extrem wichtig, denn die Stadt habe eine immense Bedeutung als Scharnier zwischen Bayreuth und Nürnberg. CSU-Fraktionssprecher Manfred Vetterl: „Ich bin tief enttäuscht. Der Wahlausgang tut mir leid für Pegnitz. Ich sehe die Stadt Pegnitz bei Raab in keiner guten Hand.“ 

HANS–JOCHEN SCHAUER

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