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"Wasser marsch" für Tüchersfeld

Ende der Eigenwasserversorgung nach fast 70 Jahren — Netz wird auch erneuert - 16.03.2017 22:06 Uhr

Unter fachkundiger Aufsicht durch Wasserwart Rudi Messingschlager öffnen die Bürgermeister Stefan Frühbeißer und Hanngörg Zimmermann den Schieber zur Wasserlieferung mit Wiesentgruppen-Wasser für Tüchersfeld. © Foto: Thomas Weichert


Damit ist für den Pottensteiner Ortsteil die Eigenwasserversorgung seit Anfang der 1950er Jahre aus der Tüchersfelder Quelle nahe der Püttlach beendet.

Das bekannte Felsendorf Tüchersfeld wird Wassergast bei der Wiesentgruppe. Die Kohlsteingruppe, früher selbstständig, wurde seit 1960 von der Wasserversorgung Tüchersfeld mitbeliefert. Sie wurde Vollmitglied der Wiesentgruppe.

Leitungsdruck reduziert

Vorerst wurde der Leitungsdruck auf 2,5 Bar reduziert, um möglichst zu verhindern, dass es in dem in weiten Teilen maroden Ortsleitungsnetz von Tüchersfeld zu weiteren Rohrbrüchen kommt. Etwa im Sommer dieses Jahres soll dann auch noch das komplette Wasserleitungsnetz in Tüchersfeld erneuert werden. Dies soll laut Frühbeißer dann im Zuge des Breitbandausbaus mit Verlegung der Glasfaserleitung bis in jedes Haus einhergehen, um Synergien zu nutzen und vor allem Kosten für die Tüchersfelder Hausbesitzer zu sparen, die auch diese Baukosten über Verbesserungsbeiträge und den Wasserpreis bezahlen müssen. Die geschätzten beitragsfähigen Nettoaufwandskosten für den Anschluss an die Wiesentgruppe und die Erneuerung des Tüchersfelder Wasserleitungsnetzes liegen bei 554 420 Euro.

Damit hatten die Tüchersfelder sozusagen noch Glück im Unglück, weil die geschätzten Gesamtnettokosten bei 705 600 Euro liegen. Denn vom Freistaat gibt es für die Anschlussleitung von Rackersberg nach Tüchersfeld 54 180 Euro Förderung, für den Wasserleitungsbau im Ort selbst 77 000 Euro und für Hydranten für den Brandschutz noch einmal 20 000 Euro.

Die vorläufige Kalkulation der Verbesserungs-Beitragssätze liegt pro Quadratmeter Grundstücksfläche bei 2,49 Euro und pro Quadratmeter Geschossfläche bei 9,55 Euro. Davon werden vorerst 60 Prozent festgesetzt, die ab Baubeginn des Ortsnetzes in zwei Teilbeträgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer fällig werden.

Also zunächst 1,49 Euro für den Quadratmeter Grundstücksfläche und 5,73 Euro für den Quadratmeter Geschossfläche. Der endgültige Beitragssatz kann erst nach Feststellung des tatsächlichen Aufwands errechnet werden.

Ausschlaggebend für den Anschluss von Tüchersfeld an die Wiesentgruppe waren letztendlich starke bauliche wie technische Defizite der fast 80 Jahre alten Tüchersfelder Eigenwasserversorgung.

Außerdem war bis heute auch kein wasserrechtlich genehmigtes Schutzgebiet für den Tüchersfelder Brunnen im Püttlachtal ausgewiesen. Alleine hier ein Wasserschutzgebiet festzulegen, wäre mit unbezahlbaren Kosten für die Tüchersfelder verbunden gewesen. Außerdem hatte die Bundeswehr-Universität nach einem Gutachten aus dem Jahr 2013 noch festgestellt, das für die Tüchersfelder Eigenwasserversorgung bei der relativ geringen Gesamtabnahmemenge von rund 18 000 Kubikmetern Trinkwasser pro Jahr eine Aufbereitungsanlage zwingend erforderlich gewesen wäre.

Vollmitglied geworden

Im Gegensatz zu Tüchersfeld wurden die Gößweinsteiner Ortschaften der früheren Kohlsteingruppe nun Vollmitglied der Wiesentgruppe und daher bezahlen die Bürger in Kohlstein, Hungenberg und Unterailsfeld auch den derzeit gültigen Wasserpreis der Wiesentgruppe von aktuell 1,02 Euro pro Kubikmeter.

Der Lieferpreis der Wiesentgruppe für Tüchersfeld als Wassergast liegt derzeit bei 55 Cent pro Kubikmeter. Der Wasserpreis für die Tüchersfelder beträgt aktuell 1,70 Euro pro Kubikmeter.  

THOMAS WEICHERT

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