Sonntag, 18.11.2018

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Awo-Familie ehrt ein Lebenswerk

Ohne Ernst Rossmeissl hätte es das Sozialzentrum in jetziger Form nicht gegeben - 26.11.2010 22:51 Uhr

Einen kleinen Nachbau des Awo-Sozialzentrums überreichte Landrat Herber Eckstein an Ernst Rossmeissl, der seit 1978 an der Spitze des Rother Ortsvereins steht. © Ehrhardt


Man kann Ernst Rossmeissl ja vieles vorwerfen. „Hartnäckig, wenn es um die Sache geht“, wusste Landrat Herbert Eckstein aus manch hitziger politischer Debatte über seinen Parteifreund zu berichten. „Im Stande, enorme Arbeits- und Zeitbelastungen zu tragen“, wunderten sich der zweite Vorsitzende Dieter Hättig und andere Sozialdienstler viele Jahre über Rossmeissls unerschöpflichen Kräftehaushalt – war er doch lange neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Awo als Manager in der Industrie tätig. So wurden zahlreiche der heutigen Wohlfahrtsangebote vom „Rother Motor der Sozialarbeit“ Rossmeissl mit auf den Weg gebracht und gelten überregional als Musterbeispiele in der Sozialarbeit. „Ein kompetenter Kritiker“, berichtete indes Awo-Kreisgeschäftsführer Rainer Mosandl über sein gutes Verhältnis zum Gründervater des Kreisverbandes, mittlerweile einem der größten Wohlfahrtsverbände in Mittelfranken.

Wohl der Menschen im Blick

So setze Rossmeissl für das Wohl der Menschen in Einrichtungen wirklich alle Hebel in Bewegung, sobald etwas an der Qualität der Sozialarbeit nicht stimme, verwies Mosandl auf Sitzungen, von denen er von einem aufgebrachten Ernst Rossmeissl am Apparat rausgeklingelt wurde. Als „Familienmensch“ charakterisierte Roths 2. Bürgermeisterin Elisabeth Biber die private Seite des Rother Awo-Vaters.

Eines kann man Ernst Rossmeissl indes nicht vorwerfen: „Genugtuung“ oder gar „Arroganz“ angesichts der ihm zuteil werdenden Ehre. So nutzte der Mann der Stunde „seinen“ Abend dazu, an die Verdienste seiner ehemaligen Vorstandskollegen zu erinnern und ihnen mit der Einweihung einer Bildergalerie ein würdiges Denkmal zu setzen. „Blindes Vertrauen“ konnte er in seine Mannschaft haben, relativierte Rossmeissl die vorschnelle Annahme, er hätte das Sozialzentrum im Alleingang gebaut. „Alle meine Entscheidungen wurden im Vorstand diskutiert und beschlossen“, hob er die Bedeutung seiner meist im Hintergrund agierenden Vorständler hervor.

Eines war jedoch jedem Gast an diesem Abend klar. Ohne Ernst Rossmeissl hätte es das Awo-Sozialzentrum in dieser Form wohl nicht gegeben. Um die sechsstellige Finanzierungssumme zu stemmen, ging der 1978 ins Amt gewählte Vorsitzende mit einem Miniaturmodell um Spenden und Zuschüsse hausieren. Mit Erfolg fanden die Rother Sozialdienstler im damaligen Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen (CDU) doch einen gönnerhaften Unterstützer für den Neubau.

Und Ernst Rossmeissl wäre nicht er selbst, hätte er in seiner Dankesrede nicht eine kleine Spitze für die Gegenwart parat gehabt. „Genau durchkalkuliert“ habe er den Bau des Sozialzentrums damals gehabt und bot dem Landrat augenzwinkernd eine Anstellung als Kämmerer an.

„Ein langer, steiniger Weg“ sei es bis zur letztendlichen Fertigstellung des Sozialzentrums 1986 gewesen, erinnerte sich Rossmeissl an Kritiker, die es zu überzeugen galt. Auch für das nächste Jahr steht in der Adam-Kraft-Straße ein größerer Berg an Investitionen an, gilt es doch, das in die Jahre gekommene Sozialzentrum energetisch auf den neusten Stand zu bringen. Ab dem kommenden Januar wird zudem eine Verwaltungsleiterin das Ernst-Rossmeissl-Sozialzentrum verstärken. 

SVEN EHRHARDT

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