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Helmut Bauz: In Büchenbach heimisch geworden

Amtsinhaber will zum dritten Mal Rathauschef seiner Wahl-Heimat werden - 28.01.2014

Helmut Bauz will zum dritten Mal Bürgermeister von Büchenbach werden. © Götz


Helmut Bauz nimmt einem gleich den Wind aus den Segeln: „Ich kann nicht leugnen, dass ich aus Schwaben stamme.“ Doch in 14 Jahren, seit er über die Stationen Bad Windsheim und Ansbach als zunächst Geschäftsleiter der Gemeinde nach Büchenbach kam, ist er schon heimisch geworden. Als Kronzeugen seiner sprachlichen Annäherung nennt er seine Schulkameraden, die ihm jüngst beim Treffen zum 20-jährigen Abi-Jubiläum das Abschleifen seines „immer überbetonten Dialektes“ attestiert haben.

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Nicht geändert hat der Sohn eines Nebenerwerbslandwirtes, der in einem Dorf bei Tübingen groß wurde, seine Auffassung vom demokratischen Prozess einer Bürgermeisterwahl, der in Baden-Württemberg etwas anders vollzogen wird als im Freistaat: „Da kann sich jeder bewerben, da dürfen auch zwei oder drei aus einer Partei kandidieren.“

Sein zweiter Import aus Tübingen festigte die Wurzeln im Fränkischen: Die Zweisamkeit der Anfangsjahre ist mittlerweile durch eine Tochter und zwei Söhne im Alter von sieben bis zwölf Jahren, die als echte Büchenbacher auf die Welt kamen, zum Qunintett aufgestockt. Und — da eilte er der Frage voraus — Ehefrau Corinna ist die Partnerin, die ihm den Rücken freihält für die Verpflichtungen eines Rathauschefs. Beim Balance-Akt, für möglichst jeden da zu sein, werden Frau und Kinder gelegentlich in den Teil der Termine eingebunden, der auch für sie interessant ist.

Kennen gelernt haben sich Corinna und Helmut Bauz 1994 bei einer BUND-Veranstaltung zum Waldsterben. Auch ein Indiz: Der amtierende Bürgermeister gehört keiner politischen Partei an, sein gesellschaftliches Engagement entwickelte er über die kirchliche Jugendarbeit, er spielte Flügelhorn in der Musikkapelle und ab dem 16. Lebensjahr verschrieb er sich dem Langstreckenlauf. Den Berlin Marathon meisterte gerade in der Phase, als er nach Roth zog. Die sportliche Betätigung beschränkt sich jetzt auf sommerliche Gartenarbeit und ein reduziertes Fahrrad-Training. Als Ex-Gelegenheits-Triathlet mit „Schwachstelle Schwimmen“ und Freizeitläufer musste er sich jüngst von Landrat Eckstein bei der Sportlerehrung das Etikett anheften lassen: „Das ist der Mann, der seiner Frau immer hinterher läuft.“

Noch ein Erbe aus Tübingen: Nachdem während der Jugend seine Ferienreisen aus vier Tagen Südtirol und zusammengerechnet einem Jahr bei Onkel und Tante im Elsass bestanden hatten, ging es mit Corinna zunächst auf ausgedehnte Rucksackreisen im Mittelmeerraum bis Israel. Die nächste Stufe war eine Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Istanbul nach Indien – durch Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan. Mit den Kindern sind jetzt eher Badeurlaub oder Südtirol angesagt, da aber schon mit anspruchsvollen Bergwanderungen.

Intensiv genutzter Naherholungsort ist für ihn der eigene Garten. Hier gibt‘s noch erhebliches Entwicklungspotenzial. „Die Kartoffeln, eine fränkische Sorte, sind recht klein ausgefallen“, gesteht Helmut Bauz, „bei meinem Vater wurden sie wesentlich größer“. Immerhin eine Gewissheit, dass auch ein Export Richtung Schwaben gedeihlich sein kann. 

PAUL GÖTZ

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