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Donnerstag, 13.12.2018

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Thalmässing: Schmökern im "Haus des Buches"

Evangelische Bücherei eröffnet nach zweiwöchiger Umzugsphase - 04.12.2018 17:07 Uhr

Bianca und Daniel Wechsler deckten sich in der neu eröffneten Thalmässinger Bücherei mit Lesestoff ein. © Jürgen Leykamm


Noch Minuten vor dem offiziellen Startschuss sind die Mitglieder des Büchereiteams mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. Schnell noch einen Deko-Buchständer auf den Fenstersims stellen und Schalen mit Lebkuchen und anderen Leckereien auf die Tische verteilen.

Orangensaft und Schokolade dürfen natürlich nicht fehlen. Alles fair gehandelt, wie es sich versteht. Denn auch der Eine-Welt-Laden hat seinen Sitz von der einstigen Kirche in die Schulgasse 2 direkt auf den Marktplatz verlagert.

Lob für Öffnungszeiten

Bücherei-Chefin Waltraud Vogel greift noch einmal zur Kehrschaufel. Dann kann es losgehen: Als die ersten Gäste das Gebäude betreten, gibt es gleich ein Lob für die neuen Öffnungszeiten – nun können die Kirchenbesucher direkt nach dem Gottesdienst in die Bücherei marschieren, die Wartezeit von einer Stunde entfällt.

Vor allem der Bereich für Kinder- und Jugendbücher im ersten Stock wird an Tag eins reichlich in Anspruch genommen. Auf Sitzkissen und Hockern lässt es sich hier gut schmökern, von denen etliche in Schubkisten auf Rädern untergebracht sind. "Ich hab schon drei gefunden", sagt ein Mädchen nach wenigen Minuten des Stöberns – die Maximalzahl an Büchern, die auf einmal ausgeliehen werden dürfen. Für ausgewiesene Leseratten werden aber Ausnahmen gemacht.

Das Ambiente des Kinderbereichs hat es auch der Chefin angetan. "Das ist mein Reich, ein richtiger Wohlfühlraum", sagt Waltraud Vogel, "aber wir sollten noch drei Deckenlampen bestellen", merkt sie gleich an. Hier sollen auch Veranstaltungen in kleinem Rahmen stattfinden. "Wir wollen ein Kommunikationshaus und damit für alle offen sein", so Vogel, "auch für die, die nicht lesen."

Bei denen, die zur inoffiziellen Eröffnung (die offizielle findet erst nächstes Jahr statt) das Haus des Buches beehren, kann indes Lesehunger attestiert werden. Bianca Wechsler und ihr zehnjähriger Sohn David decken sich gleich mit mehreren Büchern ein. Eines über "bayerisches Bossing". Alles über die Feuerwehr will der sechsjährige Maximilian erfahren, seine jüngeren Geschwister Leopold und Ronja halten es lieber mit Rabe Socke ("Alles verschenkt" - passend zu Weihnachten) und Leo Lausemaus.

Wie es wohl in der "Schule der magischen Tiere" zugeht? Welche Geheimnisse stecken in "Gregs Tagebuch"? Das erfahren in diesen Tagen nach der Ausleihe die je elf Jahre jungen Damen Anna und Paulina. Auch der gebürtige Schwede Per Persson wird schnell fündig: Schnurstracks führt ihn sein Weg zu den Werken von Astrid Lindgren. Ehefrau Andrea ist eine geschätzte Büchereimitarbeiterin – ehrenamtlich, wie alle hier.

Einen Stock tiefer wird derweil Orangensaft ausgeschenkt — kulinarische Werbung für den Eine-Welt-Laden namens Kaffeebohne. "Wir hoffen, dass der Laden nun besser angenommen wird", sagt Mitarbeiterin Doris Ziegler. Der Raum ist zwar eher überschaubar – aber wie das ganze Haus barrierefrei: Rampe, Aufzug, alles da. Getestet und für gut befunden unter anderem von Rollstuhlfahrerin Gisela Amler.

Aber da gibt es auch noch die selbst auferlegten Sprachbarrieren. Janett Hemmeter etwa greift bewusst zur englischen Version von "Twilight", um entsprechende Sprachkenntnisse zu vertiefen. Immer mehr Gäste strömen ins Haus des Buches und ein Satz ist so immer öfter zu hören: "Schön ist es geworden!" sagen viele Besucher. Vogel widerspricht nicht: "Ein echtes Schmuckstück – ich bin richtig glücklich!" Besonderer Anziehungspunkt bildet die – allerdings noch nicht nutzbare – Terrasse, von der aus man einen herrlichen Blick auf den St. Marien-Kirchturm und das ehemalige Domizil hat. Hier lässt sich gut zur Ruhe kommen, was nach den Umzugswochen auch notwendig ist.

Doch es gibt schon Pläne fürs neue Jahr, wie Erika Pfeffer vom Büchereiteam verrät. Sie organisiert die wöchentliche Ausleihe für die Grundschüler. Der Service soll schon 2019 auf die Mittelschüler ausgedehnt werden. 

JÜRGEN LEYKAMM

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