Montag, 10.12.2018

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Vor Verzehr giftiger Pilze bewahrt

Ehrenamtspreis für den Landkreis-Kreispilzberater Rudolf Rossmeissl aus Kammerstein - 14.07.2017 16:42 Uhr

„Gut — Im Ehrenamt“: Der Titel der Auszeichnung trifft auf Rudolf Rossmeissl (Mitte) ohne Zweifel in besonderem Maße zu. Große Unterstützung erfährt er durch seine Ehefrau Marianne. Bürgermeister Walter Schnell, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Jürgen Rohmer und Landrat Herbert Eckstein gratulierten. © Foto: Frank


Die Jakobuskapelle am Fuß des Heidenbergs hat für Rudolf Rossmeissl einen besonderen Stellenwert. Hier wurde 2014 der "KammerSTEINPILZPfad" eröffnet. Dieser einzigartige Rundweg war Rossmeissls Initiative.

Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Jürgen Rohmer berichtete, dass es diese Ehrung seit 2012 gibt und in Zusammenarbeit mit den Landkreisen Roth und Weißenburg – Gunzenhausen, und der Stadt Schwabach von der Sparkasse Mittelfranken-Süd verliehen würde. "Die Jury hat bei der Vergabe des Preises unter anderem die Dauer, die Nachhaltigkeit und die Regionalität des ehrenamtlichen Engagements berücksichtigt", so Rohmer. "Dieser Preis ist mit jeweils mit 2500 Euro dotiert und der Preisträger entscheidet, welchem gemeinnützigen Zweck er zugeführt werden soll."

Kammersteins Bürgermeister Walter Schnell hatte Rossmeissl für den Ehrenpreis vorgeschlagen. "Bismarck sagte einmal: Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit. Dieser Satz gilt leider auch heute. Rudi ist einer, der Verantwortung übernimmt", so Bürgermeister Schnell in seiner Laudatio. "Rossmeissl ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Pilze, arbeitet gewissenhaft und ist bescheiden. Er steht ungern im Rampenlicht", so Landrat Herbert Eckstein. "Jeder in Rudis Familie wird herangezogen. Er hat ein ehrenamtliches Familienunternehmen."

Rudolf Rossmeissl bedankte sich für die Auszeichnung und stellte einige Etappen und Zahlen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit vor. "Im September 1978 absolvierte ich die Pilzberaterprüfung mit Auszeichnung. Vier Semester an der Volkshochschule in Nürnberg sind dafür erforderlich", sagte Rossmeissl. "Aus Zeitgründen musste ich mir das Wissen im Selbststudium aneignen."

Seit 1978 ist Rossmeissl Pilzberater der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, seit 1981 Kreispilzberater im Landkreis Roth. Er arbeitet eng mit den Giftnotrufzentralen München und Nürnberg zusammen. In 37 Jahren bestimmte Rossmeissl exakt 15 177 Pilzproben, davon waren 252 Pilzproben von tödlich giftigen Pilzen. Arztpraxen, Kliniken und besorgten Eltern haben sich immer wieder rund um die Uhr an Rossmeissl gewandt. Bei all den statistischen Zahlen spiegelt keine Zahl wider, wie viel Leben Rossmeissl bei Mensch und Tier in dieser Zeit gerettet hat.

Familie im Glück

Dazu passt eine Anekdote, die Rossmeissl erzählte: "Vor etwa sechs Jahren kam jemand mit zwei Körben Pilze zu mir. Seine Großfamilie aus dem Landkreis Roth wartete schon für ein Pilzessen auf ihn. Ein Korb war voll mit dem Grünen Knollenblätterpilz und der andere mit dem Kahlen Krempling. Beide sind tödlich giftig."

Einen besonderen Stellenwert hat für Rossmeissl der KammerSTEINPILZPfad, der in Zusammenarbeit mit Ehefrau Marianne und seinen Söhnen Bernd und Markus entstand. "Rund 5000 Stunden wurde dafür von der Familie aufgewandt", erinnerte sich Rossmeissl.

"Dieser Pilzpfad ist nicht nur in Deutschland einmalig, sondern weltweit. Der Preis von 2500 Euro soll dem Erhalt der Informationstafeln dienen und eine mögliche Erweiterung unterstützen." 

BEATRIX FRANK

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