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Geschichte Limbachs: Vom Weiler zum Stadtteil

Eine historische Rückschau von Stephan Beyer und Monika Geistmann - 06.08.2013 10:20 Uhr

Der damalige „Schweizerhof“ war schon vor über 100 Jahren — unser Bild stammt aus dem Jahr 1910, gern besuchter „Ausflugsort“ in Limbach. © Archiv Hans Grießhammer


Ein wichtiger Baustein für die Schwabacher Stadtgeschichte.

Im Kirchenraum der Gethsemanekirche präsentierte Stephan Beyer seine Entdeckungen, die für ihn im Schwabacher Stadtarchiv begannen und in vielen Gesprächen fortgeführt wurden. Anhand von Karten, Plänen und Fotografien (viele davon aus dem Archiv Grießhammer) stellte er seine Ergebnisse nun erstmals unter dem Titel „Die Geschichte von Limbach“ der Öffentlichkeit vor.

Nähe zu Katzwang

Unter Berücksichtigung der Chronik, die Monika Geistmann und Sabine Baier von den Anfängen bis zum Jahre 1994 erstellt hatte, zeigte er auf, dass die Geschichte Limbachs eng mit der Geschichte Katzwangs verbunden war. 1239 wurde „Limpach“ erstmals als Katzwanger Ausbauort im Heberegister des Klosters Ellwangen erwähnt.

Der Name entstammte von dem mittlerweile versiegten Bächlein Lintbach, der in der Brünst entsprang und durch Nasbach sowie an Limbach vorbei floss, um in die Rednitz beim früheren „Katzwanger Keller“ einzumünden.

Hirse und Gemüse angebaut

1296 erwarb das Kloster Ebrach von der Abtei Ellwangen die Pfarrei Katzwang mit allen Gütern und damit eben auch Limbach. Bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts war Limbach ein fruchtbares Getreideland, an dem die Bauern auch mit Gemüse und Hirseanbau gut verdienten.

Bedingt durch den hohen Fleischverbrauch im Mittelalter, wurden hier vermehrt Rinder-, Schafe- und Schweine-Wirtschaft betrieben. Aus dem Getreideland wurde ein Weideland.

Über den Berg in die Kirche

Eine eigene Kirche hatte Limbach nicht. Denn die Bauern wanderten damals über den Kappelberg nach Katzwang in die Pfarrkirche St. Maria. Da die historischen Quellen damals von einer Kirchweihe sprachen, die am ersten Sonntag nach Laurentius gefeiert wurde, also am 10. August, könnte auf diesem Berg einst eine Kapelle gestanden sein.

Mit der Einführung der Reformation im Markgraftum Ansbach wurde 1530 der erste protestantische Pfarrer in der Kirche St. Maria zu Katzwang eingesetzt, allerdings blieb der Abt von Ebrach noch Patronatsherr.

Weiträumige Zerstörung

Schlimme Folgen für Limbach brachte der Dreißigjährige Krieg durch die vielen Truppendurchzüge und Truppen-Einquartierungen. Limbach wurde zum Teil dem Erdboden gleichgemacht. Eine Wiederbelehrung erfuhr der Ort durch die österreichischen Exulanten.

Nachdem 1806 das Markgraftum Ansbach zu Bayern kam, wurden Limbach, Penzendorf und Nasbach zu einer politischen Gemeinde zusammengefasst, wobei die kirchliche Zuordnung zu Katzwang weiterhin bestand.

Drei Straßen

Limbach war bis ins 19. Jahrhundert nur ein Weiler gewesen, dem im Jahre 1732 nur elf Bauernhöfe und ein Hirtenhaus angehörten. Die alten Höfe gruppierten sich an den drei Ortsstraßen. Die eine war die nach Osten führende Ortsstraße, die vor der Erbauung der Eisenbahnlinie im Wasserberg ihre Fortsetzung fand, auf dem die Kuhherden ins Rednitztal getrieben wurden. Die zweite war diejenige, die einen Teil des von Penzendorf über die Rennstraße kommenden und nach Wolkersdorf führenden Weges bildete. Die von Schwabach nach Katzwang verlaufende Straße ging dagegen ursprünglich östlich an Limbach vorbei.

Neue Verkehrslinie

Aus den einst zwölf Anwesen wurden im Laufe der Jahre über 200 Anwesen und Wohnhäuser. Eine aufstrebende, hoffnungsvolle Zukunft brachte das Jahr 1848 mit dem Bau der Bahnlinie und der ersten Brücke beim kleinen Feuerwehrhaus.

Am 27. März 1849 fuhren die ersten Züge der Königlich-Bayerischen Bahn jeweils einmal in der Frühe und einmal abends. Für die Bauern brachte diese „neue“ Verkehrslinie letztlich Wohlstand durch den Verkauf ihrer Güter in Nürnberg.

Erholungsheim

Bekannt wurde Limbach durch die Einrichtung des Walderholungsheims durch den „Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Schwabach und Umgebung.“ Hier wurden von 1911 bis 1937 Kinder und Frauen zur Erholung zwischen den Monaten Mai und September für maximal vier Wochen aufgenommen. Nach der Auflösung des Vereins übernahm dies dann der NS-Staat. Stephan Bayer verwies darauf, dass hier die Keimzelle der heutigen Waldsiedlung gewesen sei.

Fast unglaublich wirkten seine anschaulichen Erzählungen, dass Limbach erst 1921 an das Stromnetz angeschlossen wurde und es 1914 noch keine Straßennamen gegeben hatte.

Brandbombennacht

Erinnerungen wurden geweckt, als Beyer vom Luftangriff der britischen Luftwaffe mit Brandbomben in der Nacht zum 28. August 1943 berichtete, wo große Teile Limbachs abgebrannt, aber keine Todesopfer zu beklagen waren.

Für heutige Verhältnisse kaum vorstellbar: Bis zur Eingemeindung nach Schwabach 1956 gab es in Limbach wie auch in Nasbach kein fließendes Wasser für die über 1200 dort lebenden Bürger.

Gemeinschaft im Alltag

Dafür konnte man Gemeinschaftsgeist erleben nicht nur durch die Einrichtung der Feuerwehr, die Möglichkeit im Sommer beim Limbacher Felsenkeller einzukehren oder beim FC Bayern-Schwabach Fußball zu spielen. Allerlei Geschäfte und Handwerksbetriebe bereicherten das Alltagsleben.

Auch für die Kirchengemeinde ging es nach dem Krieg und vielen Provisorien im „Schweizer Hof“ mit dem Bau des Betsaals (1952) voran, der 1954 auch noch einen Turm mit einer Glocke erhielt. Dem folgte auch der Bau eines Gemeindehauses.

Die „90-er“

Der Blick auf die jüngere Vergangenheit hielt das Jahr 1990 fest, in dem der katholischen Kindergarten St. Monika eingeweiht wurde. Nicht vergessen wurde die bautechnisch notwendige Schließung der Limbacher Kirche im Jahre 1993 und der Eröffnungsgottesdienst in der neuen Gethsemane-Kirche im Jahre 1997 durch den Landesbischof Hermann von Löwenich.

Deutlich wurde an diesem geschichtlichen Abend ein großes Interesse an der Heimatgeschichte von Limbach geweckt. Für dieses große geleistete Engagement erhielten der beiden Chronisten Worte des Dankes.

Fortsetzung folgt

Da Stephan Beyer um weitere Zusendung von alten Fotos oder historischen Zeugnissen gebeten hatte, darf man davon ausgehen, dass die historische Arbeit in Limbach fortgeführt wird. 

st/ukb

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