Donnerstag, 17.01.2019

|

Kraftvolles Plädoyer

Kammerstein und die dezentrale Energieversorgung - 26.02.2011 18:00 Uhr

Der Film „Die vierte Revolution“ ist ein Plädoyer für den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien.


„Das geht uns alle an“, finden die Parteien und hatten unter diesem Motto zu einer Filmvorführung eingeladen. „Die vierte Revolution“ ist ein Plädoyer für den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien.

Die anschließende Diskussion leiteten zwei Vertreter des „Energiebündels“. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Landkreis Roth und die Stadt Schwabach bis 2030 energieautark zu machen. Sprich: Die in dieser Region benötigte Energie soll ausschließlich hier aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme erzeugt werden.

Geld in der Region halten

Eines der Hauptargumente dabei ist für Energiebündel-Chef Werner Emmer und Stellvertreter Hermann Lorenz die Wertschöpfung. Für Strom und Wärme zahlen die Bürger jährlich 180 Millionen Euro, die fast ausschließlich an überregionale Produzenten fließen. „Dieses Geld bleibt in der Region, wenn wir die Energie hier produzieren“, sagte Werner Emmer. Auf dem Weg dorthin steht das Energiebündel noch ganz am Anfang. Als Einstieg und einen der wichtigsten Ansatzpunkte hat der 2010 gegründete Verein das Holz der hiesigen Wälder ins Auge gefasst.

„90000 Festmeter pro Jahr bleiben ungenutzt“, rechnete CSU-Kreisvorsitzender und Energiebündel-Unterstützer Volker Bauer vor. Holz müsse deshalb ein wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts werden, so Werner Emmer. Wie ein solches aussehen könnte, soll eine „Energie-Potenzial-Analyse“ für jede Gemeinde klären.

In Sachen Wind beispielsweise sei in der Gegend um Greding wohl die größte Ausbeute zu erwarten. Der Strom von dort würde acht Prozent des Landkreisbedarfs decken. Grundvoraussetzung für den Erfolg einer regionalen Versorgungsstrategie wäre allerdings eine etwa 50-prozentige Energieeinsparung. Verhaltensänderung, Gebäudedämmung, der Bau von Passiv-Häusern und insbesondere eine andere Mobilitätskultur könnten den Vorstellungen des „Energiebündels“ zufolge hier erfolgreich sein.

Kammerstein hat es außerdem bereits vorgemacht: Mehr als 50 Prozent des hier verbrauchten Stroms werden auch im Gemeindegebiet erzeugt. Einige Blockheizkraftwerke, ein Solarpark und eine Biomasse-Vergärung leisten dazu ihren Beitrag. 

stt

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Kammerstein