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Kulturmeter für die Indie-Pop-Band „A Tale of Golden Keys“

Ein Meter Kultur für ein „fränkisches Feuerwerk in Moll“ — Tolles Debütalbum - 24.11.2015 09:47 Uhr

Die Schwabacher Grünen haben auch beim 20. Mal ins Schwarze getroffen. Seit zwei Jahrzehnten vergibt der Kreisverband den „Kulturmeter“, einen Preis für herausragendes, innovatives und regional besonders verankertes Kulturschaffen in Schwabach. Wieder waren es am Wochenende im Bürgerhaus zwei würdige Preisträger, die für ihren Beitrag zur kulturellen Szene Schwabachs hervorgehoben und gewürdigt worden sind.

Die Band „A Tale of Golden Keys“ hat den Hauptpreis samt Wanderskulptur und 1000 Euro Preisgeld erhalten. An die Literatur-Initiative „Schwabach liest“ ist der undotierte „Sondermeter“ gegangen.

Die Kulturmeter-Ehrung der Schwabacher Grünen (von links): Laudator Siegfried Straßner, Birgit Nobis-Schrödel, Sabine Burkhardt, Rudi Nobis, Hannes Neunhoeffer, Jonas Hauselt, Malwine Markel, Florian Dziajlo, Laudator Bird Berlin und Klaus Neunhoeffer. © Foto: Robert Schmitt


Der 24-jährige Jonas Hauselt, der gleichaltrige Hannes Neunhoeffer und der ein Jahr ältere Florian Dziajlo bilden ein Trio, das wunderbare Geschichten zu wunderbarer Musik erzählt. „Ein fränkisches Feuerwerk in Moll“ nannte der Bayerische Rundfunk kürzlich den melancholischen Gitarren-Pop mit treibenden Drums, den das Trio in fünf Jahren zu seinem Markenzeichen gemacht hat.

Märchenhafte Mischung

Kritiker bezeichnen ihren Sound als „märchenhafte Mischung aus Rock und Pathos“. Das stellten die drei im Bürgerhaus auf beeindruckende Weise unter Beweis. Hier sind Vollblutmusiker am Werk. Kürzlich ist bereits ihr erstes Album erschienen. Den Preis der Schwabacher Grünen nahmen die drei zwischen zwei Tourterminen entgegen. „Wir freuen uns sehr darüber“, sagte Hannes Neunhoeffer.

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Laudator Bird Berlin aus Nürnberg fand ekstatische Worte für die Musik von „A Tale of Golden Keys“. „Jeder Ton eine Symphonie, jeder Klang eine Fanfare für die Sinne“, sagte der Sänger und Tänzer aus Nürnberg, der den Weg der Band seit drei Jahren verfolgt. Das kürzlich erschienene Album sei fulminant, sagte Berlin. Es habe ihm eine immense Freude gemacht reinzuhören. „Weiter viele Dinosaurierschritte in diese Richtung“, wünschte er den drei Nachwuchsmusikern in Anspielung an ihren Internet-Auftritt, der sie vor einem Skelett der Urzeittiere zeigt.

„Schwabach liest“ existiert bereits seit 13 Jahren. 2002 war es Hanne Schnabel, die eine kleine Vorlesereihe mit Schwabacherinnen und Schwabachern ins Leben rief. Bekannte und nicht so bekannte Bürger der Stadt und später auch aus der Umgebung traten mit einem Werk ihrer Wahl vor das Publikum. Sabine Burkhardt übernahm die Reihe 2008 und verlegte sie ins „Malerhäuschen“ am westlichen Rand der Innenstadt und ins Atelierhaus an der Bachgasse.

Die Schwabacher Schriftsteller Balu Lorenz und Günther Baum suchten ab 2013 die Zusammenarbeit mit Rudi Nobis und seiner Tochter Birgit Nobis-Schrödel. Seither trifft sich die Vorlese-Szene im Café am Wehr. 2014 übernahm Malwine Markel die Organisation. Nun findet dort jede Woche ein Vorlese-Nachmittag statt.

Die Laudatio für den „Sondermeter“ hatte Siegfried Straßner übernommen. Der Literatur-Experte aus dem Kulturladen Nord in Nürnberg, der 2012 bei „Schwabach liest“ war. „Dort herrscht eine warmherzige, offene und aufmerksame Atmosphäre“, sagte Straßner, der „Schwabach liest“ in eine Reihe mit ähnlichen Leseveranstaltungen in Nürnberg und Fürth stellte. „Schwabach liest leistet das goldwerte Bemühen, das literarische Klima in der Goldschlägerstadt und hinein in die gesamte Region zu vergolden“, fand Straßner, der den Preis auch als Ansporn für viele weitere muntere Leserunden im Café am Wehr sah.

Klaus Neunhoeffer warf als Vorsitzender der Grünen-Stadtratsfraktion einen Blick auf 20 Jahre Kulturmeter der Schwabacher Grünen. Am besten beschrieben sei sein Rahmen und seine Wirkung mit vier Überschriften, fand Neunhoeffer. „Langer Atem“, „Qualität“, „Kommunikation“ und „Spiegel des Schwabacher Kulturlebens“. Mit einem solchen Quadrat als Vorgabe gebe es noch Perspektiven, war Neunhoeffer überzeugt, so dass der Kulturmeter weiter existieren werde. Kultur als Basis des Zusammenlebens gebe einer Gesellschaft ein Gesicht, sagte Neunhoeffer. „Ein buntes Kulturleben ist der beste Schutz vor der Bedrohung und der Rohheit des Rechtsextremismus“, so der Grünen-Kommunalpolitiker.

Zugleich betonte er „den inklusiven Anspruch“ von Kultur. „Deshalb bin ich allergisch gegen den Begriff Leitkultur, denn er ist ausgrenzend.“ Das sei kein Kultur-Begriff wie er ihn verstehe. „Kultur macht vielmehr die Arme breit.“ 

ROBERT SCHMITT

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