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"Ortung VIII": Schwabach im Zeichen des Goldes

Wöchentlich 120 Besucher bei den Führungen - Für den Publikumspreis gibt es mehrere Favoriten - 23.08.2013 08:32 Uhr

Kunst kann auch viel Spaß machen: Das „Bällebad“ in der Alten Synagoge dürfte auf jeden Fall in der Gunst der „Ortung“-Gäste weit vorn liegen. © Schmitt


„Ortung könnte jedes Jahr sein“, sagen Schwabacher und Gäste voller Begeisterung. Ebenso begeistert sind die „Ortung“-Besucher von der Möglichkeit, ein Votum abzugeben. Die Beteiligung am Publikumspreis ist hoch. Die Favoriten wechseln. „Viele sagen, es sei sehr schwer diesmal.“

Fast hätte ein Foto in unserer Zeitung die Publikumswahl entscheidend beeinflusst. Denn zu Beginn des zweiwöchigen Kunstparcours' standen die Gold-Kugeln im Bürgerhaus hoch im Kurs. Mit einem Bild davon auf der Titelseite hatte das Schwabacher Tagblatt „Ortung“ angekündigt, Aufmerksamkeit für diese Ausstellungsstation erregt. Nun aber liegen nach inoffiziellen Eindrücken von den einzelnen Stationen andere vorne.

Die Schwabach-Nachbildung der Koreanerin Ae Hee Lee im Goldenen Saal wird oft genannt. „Weil es sich sehr mit dem Leben in der Stadt beschäftigt.“ Matthias Bischofs Stelen im Pinzenberg-Keller sollen ebenfalls viele Stimmen erhalten haben. Eine Goldlichtflut macht aus dem dunklen Gewölbe schier eine Schatzkammer.

„Kunst zum Eintauchen“

Mit an der Spitze liegt das Bällebad in der Synagoge. „Tevila“ hat Barbara Engelhard ihre Installation in dem ehemaligen jüdischen Gotteshaus genannt. Das ist hebräisch und bedeutet soviel wie „eintauchen“. Die Beschreibung von Eva Dotterweich nimmt das auf. „Kunst nicht nur zum Anfassen; Kunst zum Eintauchen!“, schreibt sie und regt die Betrachter damit an. Julian und David, beide acht und Altstadtbewohner, haben das tolle Spielbad erst jetzt entdeckt und sind gleich zwei Tage hintereinander dorthin gekommen. Der Nachwuchs bleibt nicht lange alleine.

„Die Erwachsenen freuen sich, dass sie endlich auch einmal ins Bällebad dürfen“, sagt Mareike Häberlein, die in der Synagoge die Aufsicht führt. Sie ist nicht zufällig gekleidet wie eine Bademeisterin und weist auf die Regeln hin: Zieh‘ die Schuhe aus, tauch ein, nicht vom Beckenrand springen. „Das ist cool“, sagen nicht nur die Kinder. Das Gästebuch ist voll mit begeisterten Kommentaren. „Das war der Höhepunkt des Ortung-Rundgangs“, hat einer geschrieben. „Unser Favorit“, steht auf der nächsten Seite.

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Der Maler Sergej Andreevski und die beiden Künstlerinnen Daniela Jüttner und Stephanie Löw standen im Mittelpunkt des zweiten Ortung-Wochenendes.


Positive Resonanz

Margot Feser ist Mitglied der Jury. Die ehemalige SPD-Stadträtin und Mit-Urheberin von „Ortung“ hat drei Tipps. Die hölzerne Miniatur-Nachbildung Schwabachs im Goldenen Saal und der „Finder“ von Rolf Blume in der alten Mälzerei gehören dazu. „Ich habe hier sehr viel positive Resonanz erlebt“, sagt Janine Ott, die dort die Aufsicht führt. Blume fordert den Besucher ausdrücklich zu Assoziationen auf. Sein Werk gibt dafür viel Spielraum.

Die einen ordnen es als Satellit ein. Andere betrachten es als Angelhaken. „Und es harmonisiert unglaublich mit dem Raum“, sagen einige. Margot Fesers Geheimfavorit indes sind die Bilder von Jürgen Durner im Gaswerk, die sich auf das dem Fluss zugewandte Fenster des Stadtjugendrings beziehen. Dort hatte Durner eine ventilatorbewegte Goldfolie aufgehängt. Je nach Lichteinfall produzierte sie bestimmte Effekte und je nach Tageszeit verschiedene Farben.

Durner hat die Spiegelungen im Faltenwurf fotografiert und dann gemalt. Das Ergebnis sind deformierte Stadtlandschaften, die an expressionistische und surreale Malerei erinnern. „Eine perfekte Umsetzung des Ortung-Themas“, findet Margot Feser: Im Zeichen des Goldes. Auch für Durner. Drei seiner zehn Bilder sind bereits verkauft. 

ROBERT SCHMITT

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