Donnerstag, 17.01.2019

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Photovoltaik auf dem Edeka-Parkplatz?

Roland Krawczyk und Mitglieder des „Energiebündels“ besichtigten Pilotanlage bei Schweinfurt - 05.03.2011 19:30 Uhr

In Gochsheim bei Schweinfurt ist der Parkplatz eines Edeka-Marktes überdacht. Auf diesem Dach wird Strom produziert. Die Schwabacher Gäste waren beeindruckt. © oh


Wie so etwas funktioniert, konnten Roland Krawczyk, der Chef des Schwabacher Edeka-Marktes, Peter Seitz und Horst Wisinger vom Energiebündel Roth-Schwabach und die grüne Stadträtin Karin Holluba-Rau bei einer Informationsfahrt nach Gochsheim bei Schweinfurt sehen. Dort hat die Firma Belectric in Zusammenarbeit mit dem Inhaber eines Edeka-Supermarktes eine Parkplatzüberdachung mit Dünnschichtmodulen installiert.

Die Überlegung: Ist das Konzept auf den Edeka-Supermarkt an der Nördlinger Straße beziehungsweise auf weitere Schwabacher Supermärkte übertragbar? Roland Krawczyk war vor Jahren bereits innovativ und hat auf seinem Supermarkt in Eigenregie eine 130-Kwp-Photovoltaikanlage installiert. Es ist nach wie vor die größte ihrer Art im innerstädtischen Bereich. Im Schatten der dampfenden Kühltürme des Atomkraftwerkes Grafenrheinfeld nahmen die Besucher aus Schwabach in Gochsheim die PV-Überdachung in Augenschein.

Mehrfacher Nutzen

Christo Didis, der Chef des Edeka-Supermarkts Gochsheim, und der Energiemanager der Firma Belectric, Edo Günter, haben die PV-Anlage als Pilotprojekt entwickelt und sind nun stolz auf dieses Sonnendach vor dem Supermarkt. „Dieses Dach steht zwar allgemein für ökonomische und ökologische Vorteile, aber auch unsere Kunden haben etwas davon. Sie erreichen den Markt bei Regen und Schnee trockenen Fußes, bei großer Hitze stehen die parkenden Autos im Schatten, im Winter war kaum Schneeräumdienst erforderlich, Streusalz konnte eingespart werden.“ so Didis. „Die Kundenfrequenz hat sich dank dieser Vorteile steigern lassen.“

Über die Gestaltung der kompakten Stahlträgerdachkonstruktion wie bei Industriehallen gab es in der Gruppe unterschiedliche Meinungen. Deshalb wurde auch über eine mögliche Holzkonstruktion diskutiert. Einig war man sich aber dahingehend, dass auf diese Weise eine sinnvolle Nutzung von versiegelten Parkflächen erfolge.

Solarstrom-Autos für Kommunen

Besonders imponierte das Weiterentwickeln von ganzheitlichen Energiekonzepten, indem auch Elektromobilität in Verbindung mit Solarstrom geplant wird. Dazu soll demnächst eine Solartankstelle eingerichtet werden, die in Zukunft die individuelle Mobilität mit einer klimafreundlichen und intelligenten Energieversorgung verbindet. So sollen in Kürze Testfahrzeuge für Kommunen für 300 Euro Mietkosten im Monat zum Einsatz kommen.

Beeindruckt von dem Pilotprojekt in Gochsheim wurde der Heimweg zur Ideenschmiede für Schwabach: Wie und wo könnten solche Entwicklungen umgesetzt werden? Versiegelte Parkflächen gäbe es vor Ort genug, und das Interesse an Elektromobilität werde auf Grund der steigenden Benzinpreise zunehmen, war man sich einig. „Vielleicht wird man demnächst auch bei uns, beschattet von einer energiespendenden PV-Fläche, in einen Supermarkt zum Einkaufen gehen können, während das Elektromobil an der PV-Steckdose hängt. Wichtig ist, dass Energie dort produziert wird, wo sie gebraucht wird,“ so Karin Holluba-Rau. 

st

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