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Schwabach: Segen für ein Leben als Pfarrerin

Besonderes Fest: Die 29-jährige Silvia Wolf feiert am Sonntag ihre Ordination — Neue Aufgabe im Eichwasen - 22.09.2017 06:00 Uhr

„Ordiniert wird man nur einmal im Leben“: Silvia Wolf freut sich auf den Gottesdienst am Sonntag, in dem sie von Regionalbischof Stefan Ark Nitsche den Segen als Pfarrerin erhält. © Foto: Günther Wilhelm


"Das ist schon etwas ganz Besonderes", sagt die 29-Jährige. "Ordiniert wird man ja nur einmal im Leben." Mit dabei sein wird aber nicht nur der Regionalbischof, sondern auch ein Pfarrer, der für sie eine ganz wichtige Rolle gespielt hat: Friedemann Büttel aus Weißenburg. "Ich bin in Nürnberg geboren, aber in Treuchtlingen aufgewachsen und später in Weißenburg aufs Gymnasium gegangen. Und im Grundkurs Religion hat er mein Interesse für Theologie geweckt", erzählt Silvia Wolf.

Aufgewachsen ist sie in einem christlich geprägten Elternhaus. Sie engagiert sich im CVJM, besucht Kinderbibeltage, wird konfirmiert. "Da hatte ich aber viele Fragen und wenige Antworten. Mir war noch nicht wirklich klar, zu was ich in der Konfirmation ja gesagt habe. Danach war ich aus der Kirche etwas draußen, aber die Sehnsucht war immer da."

"Ich muss nicht perfekt sein"

Mit Friedemann Büttel lernt sie einen Religionslehrer und Pfarrer kennen, der ihr neue Anstöße gibt. "Er hat keine fertigen Antworten geliefert, sondern sich mit uns auf die Suche nach Antworten begeben", sagt Silvia Wolf. "Was muss ich tun? Was wird mir geschenkt? Das hat mich beschäftigt."

Erstmals intensiv befasst sie sich mit Luthers Rechtfertigungslehre. Und findet eine Antwort: "Ich muss nicht perfekt sein, ich kann mich annehmen, wie ich bin."

Ein Prozess

Langsam, aber sicher entwickelt sich ihr Wunsch, Theologie zu studieren. "Das war ein Prozess", blickt Silvia Wolf zurück. Sie studiert in Erlangen und absolviert ein erstes Gemeindepraktikum in Ehingen. "Da habe ich gespürt, dass ich mich mit dem Pfarrberuf richtig anfreunden kann." Und die Reaktionen, die sie erfährt, bestätigen sie darin: "Die Leute haben gesagt: Das passt zu dir."

Nach dem Studium beginnt sie 2015 ihr Vikariat in der Lutherkirche im Nürnberger Stadtteil Hasenbuck. Eine Erfahrung, die sie noch mehr motiviert. "Selbst Gottesdienste zu halten hat mir unheimlich Spaß gemacht", berichtet sie. Auch dann, wenn zu den Gottesdiensten meist nur rund 30 Gläubige kommen. Ein besonderes Anliegen ist ihr auch die Arbeit mit Flüchtlingen im "Kontakt-Café". Eine neue Herausforderung ist zudem die Rolle als Religionslehrerin: "Das ist viel Arbeit, die sich rentiert: Die Schüler sind noch sehr offen." Für ihre erste Stelle fühlt sie sich gut vorbereitet. In Schwabach wird genau jemand wie sie gesucht. "Der Kirchenvorstand hat sich jemanden im sogenannten Probedienst gewünscht", erklärt Silvia Wolf. Also einen jungen Pfarrer oder eine junge Pfarrerin.

"Schwabach war erste Wahl"

"Und umgekehrt war für mich Schwabach die erste Wahl." Das hat mehrere Gründe. "Es ist toll, viele Kollegen zu haben. Da ist man nicht so auf sich allein gestellt. Und ich habe einen Bezug zu Schwabach. Meine Patentante hat lange hier gelebt, bevor sie nach Rednitzhembach gezogen ist. Ich kenne also die Stadt schon ein wenig." Auch die in Schwabach ungewöhnlich intensiv gepflegte Ökumene entspricht ganz ihrer Vorstellung. "Meine Mutter ist katholisch. Ökumene ist mir also sehr vertraut."

Im Eichwasen hat sie am 1. September die Nachfolge von Pfarrer Ralph Baudisch angetreten, der an die Uni Würzburg gewechselt ist.Von ihm hat sie noch wertvolle Tipps bekommen. Auch dem Kirchenvorstand hat sie sich bereits vorgestellt und in Penzendorf und im Eichwasen ihre ersten beiden Gottesdienste in Schwabach gehalten.

Erste Gespräche

"Mein Schwerpunkt im Eichwasen wird die Arbeit mit Kindern und Familien sein", sagt Silvia Wolf. Deshalb hat sie erste Gespräche etwa in den Kindergärten geführt. Mit Schulbeginn hat auch für sie der Unterricht wieder begonnen: an der Christian-Maar-Schule und am Wolfram-von-Eschenbach Gymnasium.

"Die Menschen hier sind alle sehr offen und freundlich", fasst sie ihre ersten Schwabacher Eindrücke zusammen. "Und das Gemeindezentrum von St. Matthäus ist sehr schön." In die Pfarrwohnung einziehen konnte sie allerdings noch nicht. Die wird noch renoviert. "Zunächst wohne ich in einer Ferienwohnung in Schwabach", erzählt sie. Aber auch in der fühlt sie sich durchaus wohl, was nicht zuletzt an der schönen Küche liegt. Denn in ihrer Freizeit strickt sie nicht nur gerne Wollsocken und liest Krimis. "Ich liebe auch gutes Essen und koche sehr gerne." 

GÜNTHER WILHELM

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