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Freitag, 14.12.2018

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Überwältigende Festival-Eröffnung mit „The Swingle Singers“

„Jazz & Blues Open“: A-capella im Weltklasse-Format in der Nikolauskirche - 01.05.2014 09:34 Uhr

Ein Genuss, ihnen zuzuhören: Die vier Männer und drei Frauen der „Swingle Sisters“ bei ihrem Auftritt in Wendelstein. © Unterburger


„The Swingle Singers“ zählen zusammen mit den englischen King’s Sisters zu den weltbesten professionellen A-cappella-Ensembles. Die Zuhörerinnen und Zuhörer in der vollbesetzten Kirche waren hellauf begeistert vom Können und von der Bühnenpräsenz dieses Weltklasse-Ensembles.

Perfekt und virtuos

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Wendelsteiner Festivals wurde die Nikolauskirche als Veranstaltungsort genutzt. Während beim letztjährigen Festival „Take Six“ mit Gesangsakrobatik Furore machte, lagen die „Swingle Singers“ um Längen vor ihren Vorjahreskollegen. Die sieben jungen Vokalisten begeisterten mit perfektem Chorgesang und einer ungemeinen Virtuosität und verzauberten das Publikum. Eine Vokalgruppe mit einem derartig überwältigendem Können war bislang noch nie in Wendelstein aufgetreten.

Nicht nur der überragende Gesang erzeugte Gänsehautgefühl bei den Zuhörern. Auch der originelle Bogen, den die Vokalisten von Klassik zu Pop, Filmmusik, Jazz, Folk und Rock schlugen, begeisterte das Publikum restlos.

Die Swingle Singers sind ein professionelles A-capella-Septett, das in den 1960er Jahren von dem US-Amerikaner Ward Swingle in Paris gegründet wurde. Der Name Swingle leitet sich vom deutschen Familiennamen Schwingel ab. Das Ensemble aus sängerisch ausgebildeten Vollprofis gliedert sich in drei Frauen- und vier Männerstimmen. Zwei Oberstimmen und eine Unterstimme bei den Frauen (Sopran I, Sopran II und Alt) singen, analog dazu bestehen die Männerstimmen aus Tenor I, Tenor II und Bass. Bis heute traten die Swingle Singers weltweit in über 3000 Konzerten auf und veröffentlichten über 40 Tonträger.

Neuer Anlauf

1973 trennten sich die Sänger und die Gruppe löste sich auf. Im gleichen Jahr übersiedelte Ward Swingle nach England und gründete dort die Gruppe neu. Die aktuelle Besetzung führt die Tradition des perfekt gelungenen Crossovers fort.

Weltruhm erlangten „The Swingle Singers“, als sie klassische Werke von Johann Sebastian Bach in ihr Repertoire aufnahmen. „Wir nennen ihn Johnny B.“, witzelte einer der Sänger, „er ist einer unserer Lieblingskomponisten geworden.“

Die sieben Sängerinnen und Sänger wurden auch weltberühmt, als sie Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Claude Debussy, Astor Piazolla und Camille Saint-Seans in ihr Repertoire mit aufnahmen und diese, unterlegt mit Silben des Scat-Gesangs, ohne begleitende Instrumente darboten.

Mit Humor und Charme

Problemlos sang man über mehrere Oktaven, Stimmführung und Intonation waren flexibel, schnell und präzise. Neben der atemberaubenden Vokaltechnik und der makellosen Homogenität der vorgestellten Lieder überzeugten die sieben jungen Vokalisten mit einer fesselnden Bühnenpräsenz, einer perfekten Choreographie sowie mit Humor und Charme. Problemlos schafften sie es, das Publikum immer wieder zum Mitmachen zu animieren. „You‘re very good at that“, lobte einer der Sänger das begeisterte Publikum.

Mit Standing Ovations feierte das faszinierte Publikum am Ende die überragende Formation. Die „Swingle Singers“ hatten den Beweis erstellt, dass das natürlichste und intensivste Instrument die menschliche Stimme ist. Welchen erstaunlichen Wechsel an Stimmungen die Stimme leisten kann, zu welcher Perfektion die Mehrstimmigkeit in der Lage ist und wie Stimmen die Zuhörer berühren und faszinieren können, wurde durch das Gastspiel deutlich. Ein großartiger Abend. 

ROBERT UNTERBURGER

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