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Von Bubblmoo bis Gogala: Fränkische Kinderlieder gesucht

Kinder sollen wieder für den fränkischen Dialekt begeistert werden - 04.05.2017 15:48 Uhr

Auch Kinderlieder können cool sein: Diese zwei Jungs haben beim Singen zumindest jede Menge Spaß. © Frank Rumpenhorst


David Saam ist mit den bisherigen Rückmeldungen einigermaßen zufrieden. "Es ist noch nicht die große Flut, die über uns hereinbricht, aber einige wertvolle Beiträge sind schon reingekommen", berichtet der fränkische Musiker, der zusammen mit seiner Gruppe "Boxgalopp" ein Album mit kindertauglichen Dialektliedern aus den verschiedenen Teilen Frankens aufnehmen will.

Saam und seine musikalischen Mitstreiter arbeiten für dieses Projekt nicht nur mit der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, sondern auch mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und mit dem Bayerischen Rundfunk zusammen. Das Studio Franken hat deshalb einen Aufruf an alle musikinteressierten Menschen gestartet, kindertaugliche Dialektlieder einzusenden.

Auch wenn den Leuten nur noch einzelne Strophen oder gar nur Bruchstücke der einst auf dem Spielplatz oder dem Schulhof geschmetterten Lieder einfallen, sollen sie sich laut David Saam nicht genieren, diese Fragmente einzuschicken. "Wir sind froh über jeden Textfetzen. Vielleicht könnte er der Keim zu etwas ganz Großartigem sein", erklärt der derzeitige Bamberger Kunststipendiat, der unter anderem das Antistadl-Festival mit alternativer "Volxmusik"

in Erlangen organisiert. Außerdem spielt Saam  bei der Band "Kellerkommando", die fränkische Volksmusik mit Rap mischt. Und auch "Boxgalopp" ist bekannt dafür, traditionelle Melodien mit modernen Elementen zu kombinieren und ihnen damit neues Leben einzuhauchen.

Für Heidi Christ ist Werktreue für die einst gesungenen Originale ebenfalls nicht das entscheidende Kriterium bei diesem Projekt. "Kinder dichten wahnsinnig gern und setzen sich ihre Lieder oft selbst zusammen, wenn sie irgendetwas nicht ganz verstehen", weiß die stellvertretende Leiterin der im mittelfränkischen Uffenheim beheimateten Forschungsstelle für fränkische Volksmusik.

Junge Generation soll wieder Dialekt sprechen

Eltern sollten deshalb auch ruhig das aufschreiben und einsenden, was sich ihre Kinder so zurechtdichten. "Wir suchen keine neuen Goethes und Schillers."

Viel wichtiger als die größtmögliche Nähe zum einstigen Original ist den Initiatoren, dass eine solche Kinderlieder-CD und ein ebenfalls geplantes Liederbuch die junge Generation wieder mit dem Dialekt ihrer Heimat in Berührung bringt. "Kinder sprechen angeblich kaum noch Fränkisch, und auch um das Singen scheint es nicht gut bestellt zu sein" – zu diesem Fazit kommt zum Beispiel die Pressestelle des Bezirks Oberfranken.
Dabei singen Kinder nach der Erfahrung von David Saam leidenschaftlich gerne zusammen mit Erwachsenen. "Die sind sofort Feuer und Flamme, wenn ich ihnen zum Beispiel das Lied vom Bubblmoo vorspiele", erzählt der 37-Jährige.

Noch lieber als der reine Text ist den Initiatoren übrigens, wenn ihnen die Absender eine Audio- oder Videoaufzeichnung des betreffenden Liedes oder Verses schicken. "Die Tonqualität ist nicht entscheidend, auch nicht, ob es lang oder kurz ist", betont David Saam. Geschickt werden können die Text- oder Hörbeispiele an volksmusik.franken@br.de oder an info@antistadl.de. Einsendeschluss ist der 26. Juni. 

André Ammer

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