Dienstag, 13.11.2018

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Alte Orgel klingt wieder frisch

Weihe in der Raitenbucher Blasiuskapelle - 06.02.2013 08:47 Uhr

Feierlich geweiht: Pfarrer Bernard Stadelmaier spendete der sanierten Orgel in der Blasiuskirche in Raitenbuch Gottes Segen. © Dengler


Pfarrer Bernhard Stadelmaier konnte hierzu in der St.-Blasius-Kirche neben Domdekan und Finanzdirektor Willibald Harrer auch Professor Martin Bernreuther, Domorganist und Orgelsachverständiger der Diözese Eichstätt, begrüßen. Nach der Segnung zu Beginn des Gottesdienstes improvisierte Bernreuther auf dem
Instrument, dessen außergewöhnliche Klangfülle in der einzigartigen Akus­tik der Kirche voll zur Geltung kam. Harrer erklärte in seiner Predigt, wie die „Königin der Instrumente“ diesen wunderbaren Klang erst durch die vielen verschiedenen großen und kleinen Pfeifen bekommt, die beim Spielen zum Klingen gebracht werden. „Die einen sind spitz, dünn und schrill, und die anderen wiederum brummen. Aber in der Gesamtheit ist es ein schönes und harmonisches Miteinander.“

Die Orgel war 1891 als Opus 45 von Joseph Bittner erbaut worden. Nun wurde sie in der Werkstatt des Orgelbauers Andreas Hemmerlein in Cadolzburg in fast sechsmonatiger akribischer Kleinarbeit in sämtliche Einzelteile zerlegt und restauriert. Gearbeitet wurde teilweise bis spät in die Nacht, um die erheblichen technischen und klanglichen Mängel zu beseitigen und dabei rechtzeitig fertig zu werden.

Orgelbauer Andreas Hemmerlein erklärte nach dem Gottesdienst bei Führungen die komplizierte Mechanik des Instruments. © Dengler


„Es ist Außergewöhnliches geleistet worden“, stellte Stadelmaier fest. Der Raitenbucher Pfarrer freute sich besonders ob der Hilfs- und Spendenbereitschaft der Bürger. Denn so musste ein geplanter Kredit erst gar nicht in Anspruch genommen werden. Zudem unterstützte die Diözese Eichstätt mit fast 50000 Euro Zuschuss die Restaurierung der über 120 Jahre alten Orgel.

Es gibt nur wenige Instrumente mit derart hohem Alter, die sich noch im Urzustand befinden. An der Orgel in Raitenbuch waren nie umfassende Reparaturen durchgeführt worden. Die Orgelbauer hatten vor über einem Jahrhundert aber auch nur beste Hölzer, teilweise Hochgebirgsholz mit Jahresringen im Millimeterbereich, verarbeitet. Das hochwertige Material trug zu der lange unverfälschten Klangfarbe erheblich bei. Fachleute waren sich deshalb von Anfang an einig, dass die 3,6 Tonnen schwere Orgel, deren Pfeifen zwischen zwei Zentimeter und fünf Meter (16 Fuß) lang sind, durch die originalgetreue Restaurierung eine landesweite Bedeutung erlangen wird.

Die Feuertaufe hat sie jedenfalls bestanden: Das prächtige Instrument überzeugte durch seine bauliche und klangliche Qualität. „Das ist wirklich eine besondere Orgel. Davon gibt es nur noch ganz wenige“, sagte Hemmerlein, der später für alle Interessierten das Gehäuse öffnete und die komplizierte Mechanik erklärte. So verfügt die Orgel beispielsweise über 18 Register (eine Pfeifenreihe in glei­cher Bauart und gleicher Klangfarbe). Den Gottesdienst hatte der Kirchenchor um Hubert Wittmann feierlich mitgestaltet. Dazu Harrer: „Ein solcher Chor verdient so eine Orgel, und so eine Orgel verdient so einen Chor.“ 

Norbert Dengler

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