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Zuwachs für den Windpark Weißenburg-Oberhochstatt

Die neuen Windräder sollen innerhalb eines Monats fertiggestellt sein - 29.08.2014 15:08 Uhr

Der Windpark auf dem Jura wächst weiter. In wenigen Wochen sollen die vier neuen Anlagen fertiggestellt sein. © Norbert Dinkelmeyer


Der Windpark nahe Oberhochstatt bekommt Zuwachs: Derzeit entstehen dort vier weitere Windkraftanlagen der Firma Bavaria Windpark GmbH. Eine ältere Anlage wurde abgebaut und durch eine neue ersetzt, die anderen drei Windräder sind komplette Neubauten. Damit wächst die Zahl der Anlagen auf dem Jura auf insgesamt 14.

„Für die Anlagen beginnt zeitversetzt jede Woche ein neuer Bauabschnitt“, erläutert Betreiber Herbert Kugler von der Bavaria Windpark GmbH. „Zuerst die Fundamente, dann die Türme, dann das Maschinenhaus und die Rotoren.“ Das erste der vier Windräder kann schon kommende Woche seinen Testbetrieb aufnehmen, jede Woche folgt dann eine weitere Anlage. In etwa vier bis fünf Wochen sollen alle Windräder laufen.

Die vier neuen Energielieferanten sind vom Typ Nordex N 117, haben eine Nabenhöhe von 141 Metern und einen Rotordurchmesser von 117 Metern. Damit durchlaufen die Rotoren in der Luft eine Fläche von 10.000 Quadratmetern. Die maximale Auslastung erreichen die Anlagen bei einer Windgeschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde, dann nämlich erbingen sie eine Leistung von jeweils 2,4 Megawatt.

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Die Montage der vier neuen Anlagen für den Windpark Weißenburg-Oberhochstatt läuft auf Hochtouren, bereits in vier bis fünf Wochen sollen sie in Betrieb genommen werden. Damit erhöht sich die Zahl der Windräder auf dem Jura auf 14.


Hälfte des Energiebedarfs gedeckt

André Goldfuß-Wolf, der technische Geschäftsführer der Stadtwerke in Weißenburg, schätzt, dass der Windpark in Oberhochstatt mit den vier Neuzugängen jährlich etwa 65 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen kann. „Das ist etwa die Hälfte des Energiebedarfs der Stadt Weißenburg und der umliegenden Gemeinden“, freut sich Goldfuß-Wolf. „Bisher haben die Windkraftanlagen etwa 37 Millionen Kilowattstunden erzeugt, also an die 30 Prozent.“

Mit diesen zahlen kann Weißenburg im bayernweiten Vergleich glänzen: Nach Berechnungen des Verbandes der Bayerischen Energieerzeuger wurde im Jahr 2013 rund 34 Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt. Windenergie allein betrachtet hat daran aber einen geringen Anteil: Der Energie-Atlas Bayern errechnet bei der Bruttostromerzeugung für die Windenergie nur einen Anteil von 3,7 Prozent (Stand 2012).

Wenn Weißenburg nun also über 50 Prozent des Strombedarfs allein mit Windenergie abdecken kann, liegt die Stadt ein gutes Stück über dem Durchschnitt. „Außerdem erhalten die Stadtwerke ihre Energie ja nicht nur aus Windkraftwerken“, ergänzt André Goldfuß-Wolf. „Zusätzlich gibt es Biogasanlagen, und auch Photovoltaikflächen produzieren allein im Stadtgebiet Weißenburg etwa acht Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr.“

Nächster Schritt: Energiespeicher?

Ein nächster Schritt in der Energiewende wäre dann die Speicherfähigkeit des erzeugten Stroms. „Denn diese 50 Prozent erreichen wir ja nur bei einem zeitgleichen Deckungsvermögen“, erläutert der technische Geschäftsführer der Stadtwerke. Wenn also Windstille herrscht und der Strombedarf in Weißenburg dennoch sehr hoch ist, wird Energie aus anderen Quellen wie dem Kernkraftwerk in Grundremmingen geliefert.

Übrigens: Auf Nachfrage liefert das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie auch ein Musterbeispiel: Die als „Energiedorf“ bekannte Gemeinde Wildpoldsried im Allgäu erzeugt rechnerisch das Vierfache des eigenen Energieverbrauchs mit erneuerbaren Energien. Weißenburg braucht sich mit seiner eigenen Leistung aber nicht verstecken, findet auch André Goldfuß-Wolf: „Unsere Versorgung mit erneuerbaren Energien, auch im gesamten Landkreis, ist richtig, richtig gut.“ 

miz

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