Sonntag, 18.11.2018

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Schnee und Eis: „Noch läuft alles nach Plan“

Neueröffnung des Westbades in St.Johannis im Juli 2011? Die nächsten Wochen sind entscheidend — Abbrucharbeiten abgeschlossen - 17.01.2011 06:55 Uhr

Trotz der widrigen Witterung der letzten Wochen liegen die Bauarbeiten noch im vorgesehenen Zeitplan: Bereits im Juli sollen sich an dieser Stelle wieder Badegäste im Wasser tummeln. © Eduard Weigert


Der viele Schnee und die kalten Temperaturen haben die Arbeiter nicht schrecken können. „Es ist erstaunlich“, sagt Thomas Friedmann, Werkleiter des städtischen Eigenbetriebes NürnbergBad, „trotz des grenzwertigen Wetters haben die Firmen sehr engagiert gearbeitet“. Es habe keine wesentlichen Verzögerungen gegeben. „Bis auf zwei Tage im Dezember waren die Leute immer vor Ort“, ergänzt er.

Wie mehrfach berichtet, soll das marode Westbad bis zum kommenden Juli totalsaniert werden. Am 31. August 2010 öffnete das beliebte Freibad in St. Johannis zum letzten Mal seine Pforten, dann rückten die Bagger an. Im Zuge der Sanierung wurden die Gebäude und die Becken des Westbades komplett abgerissen. Lediglich der Sprungturm, die Rutsche sowie die Baugrube des Sportbeckens bleiben erhalten.

Zuletzt fiel am 22. Dezember der Eingangsbereich mit dem Kassenhäuschen. Und so können die Anwohner aufatmen, die massivsten Lärmbelästigungen sind vorbei. Immerhin wurden insgesamt 7000 Tonnen Beton abgebrochen, von denen der Großteil vor Ort unter dem Nachweis der Schadstofffreiheit recycelt wurde. Der Bauschutt dient vor allem der Verfüllung von Kellerräumen.

Weniger Wasserfläche

Seit dieser Woche gehen die Rohbau- und Tiefbauarbeiten weiter. In der alten Baugrube entsteht ein 50-Meter-Becken mit acht Bahnen. Es wird zu 60 Prozent im Werk in Österreich gefertigt und dann sukzessive eingebaut und verschweißt. Gleiches gilt für die Becken des Kleinkinder- und Erlebnisbereiches, beide Baugruben sollen im Laufe des Januars ausgehoben werden.

Nach der Fertigstellung blickt das Freibad auf eine Wasserfläche von rund 2600 Quadratmetern — knapp 500 Quadratmeter weniger als zuvor. Dabei fällt das Nichtschwimmer- zugunsten des Planschbeckens zwar kleiner aus, „aber die Qualität der Wasserfläche verbessert sich“, betont Friedmann. Künftig sorgen Massagedüsen und Sprudelliegen fürs Wohlbefinden der Badegäste.

Eine Rutsche im Schnee: Sie und der Sprungturm sind die einzigen Hochbauten, die nach der Sanierung erhalten werden. © Seuss


Der Rohbau der neuen Wärmehalle steht bereits zu zwei Dritteln, auch das Fundament des neuen Kiosks wurde gelegt. Beide Gebäude könnten im Februar fertig sein — wenn denn das Wetter mitspielt. „Bei Frost wird es schwierig“, weiß Friedmann, ab drei Grad minus könne man weder mauern noch betonieren oder schweißen.

Der Umbau des 58000 Quadratmeter großen Geländes verschlingt 9,1 Millionen Euro. Der Zeitplan ist straff organisiert. Die Neueröffnung des Westbades ist für Juli geplant. Bei einer mehr als einwöchigen Frostperiode in diesem Jahr wäre der Termin gefährdet.

„Noch läuft alles nach Plan“, gibt Thomas Friedmann Entwarnung, „bislang haben die Baufirmen dem schlechten Wetter getrotzt“. Der Werkleiter zeigt sich mit Blick auf die aktuelle Wettervorhersage optimistisch. Doch letztendlich sind die nächsten zwei Monate entscheidend: Man könne erst im März abschätzen, wann genau das Westbad eröffnet wird.

  

CLAUDIA BEYER E-Mail

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