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2:3! Fortuna crasht in letzter Sekunde die Club-Meisterparty

Ayhan als Spielverderber: Last-Minute-Gegentor kostet FCN ersten Platz - 13.05.2018 17:35 Uhr

Kevin Möhwald und seine Nürnberger legten einen absoluten Traumstart hin - doch hinten raus bog die Fortuna die Partie noch um. © Sportfoto Zink / OGo


Wie anstrengend die 2. Liga sein kann, das haben Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Nürnberg nach eigenem Dafürhalten jetzt viel zu lange erleben müssen. Fünf Jahre mussten die einen aushalten, vier die anderen. Zur Belohnung für so viel Tapferkeit haben sie am Sonntag erfahren dürfen, wie schön diese zweite Liga sein kann. 50.000 Menschen waren ins Max-Morlock-Stadion gekommen, um den Ersten aus Nürnberg gegen den Zweiten aus Düsseldorf spielen zu sehen. Sie kamen aber noch vielmehr, um zwei Aufsteigern zu huldigen. Es ging nur noch darum, wer als Erster aufsteigt und wer als Zweiter – eine nette Nebensächlichkeit allenfalls noch nach Jahren des Leidens. Es wurde ein Fest für alle Beteiligten.

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Fortuna feiert die Felge: Düsseldorf schlägt den Club in letzter Minute

Es war alles angerichtet für die große Meisterfeier: Der 1. FC Nürnberg hätte mit einem Punkt gegen Fortuna Düsseldorf den ersten Platz klarmachen können. Am Ende stand aber eine Niederlage, weil die Rheinländer die Partie spät drehten - die Meisterfeier wurde deshalb kurzerhand in den Gästeblock verlegt.


Dass sich die Fortuna nach einem tatsächlich unterhaltsamen 3:2 (2:1) jetzt die Trophäe für die Zweitligameisterschaft in einen Abstellraum stellen kann, dürfte schon in knapp 24 Stunden keinen mehr interessieren. Ein Umstand, an dem sich nichts geändert hätte, hätten die Nürnberger über 90 Minuten so gespielt wie zu Beginn, als der Club aussah, als hätte er sich in diese 2. Liga nur verirrt. Eine Woche nach der ersten Aufstiegsfeier in Sandhausen startete der Club furios.

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Vor den Augen der Meisterspieler von 1968 durften sich ihre Nachfolger ein paar Minuten nicht weniger groß fühlen. Eduard Löwen wuchtete einen Freistoß in Richtung Düsseldorfer Tor, wo Raphael Wolf die erhofften Probleme hatte: Sein Abwehrversuch landetet bei Georg Margreitter und der Innenverteidiger traf wie schon beim Hinspiel ins Tor (6.).

Usami trifft - Morlock-Stadion bleibt gelassen 

Sechs Minuten später führte Nürnberg seinen inzwischen berühmt gewordenen Variantenreichtum vor, als der Mittelstürmer Mikael Ishak von der Rechtsaußenposition aus den Linksverteitiger Tim Leibold per Flanke bediente: Leibold traf wie ein Mittelstürmer zum 2:0. Es war nun so laut im Max-Morlock-Stadion, dass man sich wunderte, dass jemals die Laufbahn als Stimmungstöter wahrgenommen werden konnte. Davon zeigte sich bald auch die Fortuna inspiriert: Fabian Bredlow durfte nach 28 Minuten sein außergewöhnliches Talent unter Beweis stellen, als er hintereinander zwei unhaltbar scheinende Bälle einfach hielt. Dass nach 33 Minuten Takashi Usami trotzdem per Kopf zum 1:2 traf: das Max-Morlock-Stadion nahm es gelassen hin.

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 Auch dass Niko Gießelmann nach knapp einer Stunde per Traumtor und aus der Distanz zum Ausgleich traf, änderte wenig am allgemeinen Gemütszustand. Es ging in der Folge auf dem Platz schon hin und her, allerdings mit der Intensität zweier Mannschaften, die sich auf ein gemeinsames Feierabendbier freuen. Kaan Ayhan traf dann in letzter Minute doch noch per Kopf für Düsseldorf, die Fortuna ist Zweitligameister. Nach der Sommerpause sieht man sich wieder, in der ersten Liga – das dürfte für beide sehr schön werden und sehr anstrengend.

1. FC Nürnberg: Bredlow - Valentini, Margreitter, Ewerton, Leibold - Petrak (83. Salli) - Möhwald (86. Mühl), Behrens - Löwen, Werner (62. Zrelak) - Ishak

Fortuna Düsseldorf: Wolf - Zimmer, Bormuth, Ayhan, Gießelmann - Sobottka, Bodzek (85. Kujovic) - Usami, Raman (64. Lovren), Haraguchi (76. Nielsen) - Hennings

Tore: 1:0 Margreitter (6.), 2:0 Leibold (13.), 2:1 Usami (37.), 2:2 Gießelmann (59.), 2:3 Ayhan (90.+1)| Gelbe Karten: Werner, Behrens, Gießelmann | Schiedsrichter: Steinhaus (Langenhagen) | Zuschauer: 50.000

+++ Den Live-Ticker zum Nachlesen gibt's hier +++ 

Fadi Keblawi

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