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Astrologe: Der Club-Aufstieg steht in den Sternen

Jannis Okun über den Stand der Dinge für den 1. FC Nürnberg - 05.02.2016 21:58 Uhr

Da oben will ich hin: René Weiler hat Glück. Der Jupiter steht auf seiner Sonne.

Da oben will ich hin: René Weiler hat Glück. Der Jupiter steht auf seiner Sonne. © Sportfoto Zink


Herr Okun, Sie prophezeien dem Club ein wunderbares Fußballjahr und deuten die Sterne. Bei mir kommt so ein Tipp durch Halbwissen und ein gewisses Maß an Überheblichkeit zustande. Wie funktioniert das bei Ihnen?

Okun: Ich schaue mir zunächst das Horoskop des Vereins beziehungsweise in diesem Fall das der Verbände Deutschlands und Brasiliens an.

Ein Vereinshoroskop?

Okun: Das bezieht sich auf den Zeitpunkt der Gründung. Also mit Blick auf den 1. FC Nürnberg der 4. Mai 1900. Dann schaut man sich an, wie da die Sterne standen. Im Zweifelsfall, wenn ich wie beim FCN keine Gründungszeit habe, geht man davon aus, dass das irgendwann am Abend war. Der nächste Schritt ist dann, dass man sich Trainer und Spieler anschaut.

Ein großer Aufwand.

Okun: Ja, das ist es. Deshalb analysiere ich nur ausgewählte Spiele.

Diesmal unter anderem den Club. Wie transportiert man denn so ein Vereinshoroskop in die Gegenwart? Es kann ja sein, dass die Gründung des 1. FCN unter einem guten oder einem schlechten Stern stand. Aber was sagt das über die Saison 2015/16?

Okun: Man schaut sich einfach die aktuellen Gestirnskonstellationen an. Also man hat Sonne und Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und den Pluto nehmen wir auch noch mit, obwohl über den ja immer gestritten wird, ob er dazugehört. Man schaut, wie die Planeten jetzt stehen und setzt die in Bezug zum Horoskop des Vereins. Dann sieht man, ob das eher gute Aspekte sind, ob die in einem guten Winkel stehen. Ob sich das alles miteinander verträgt - oder eben nicht.

Studiert Kriminologie und die Sterne: Jannis Okun.

Studiert Kriminologie und die Sterne: Jannis Okun. © Foto: privat


Beim 1. FCN verträgt es sich derzeit, wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Okun: Ja, wobei ich mir das nach unserem ersten Gespräch noch einmal genau angesehen habe: Zumindest für den Rückrundenstart kann man etwas Positives erkennen. Für das Spiel gegen 1860 ist es noch nicht ganz klar, allerdings sollte das Spiel gegen Bochum eine Woche später auf jeden Fall gewonnen werden. Interessanterweise haben Trainer René Weiler und Sportvorstand Andreas Bornemann - der eine hat am 13. September Geburtstag, der andere am 15., beide sind also Sternzeichen Jungfrau - gute Konstellationen. Das war auch schon vor Weihnachten so, da lief es ja ganz gut.

Was spricht noch für den Club?

Okun: Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es dann schwer wird für den Laien.

Vielen Dank, trotzdem vielleicht der Versuch einer Erklärung.

Okun: Gerne: Jupiter wird klassischerweise als der große Glücksbringer betrachtet. Und der steht im Moment in der Jungfrau und da etwa dort, wo die Sternzeichen von Trainer und Sportvorstand sind. Das Sternzeichen ist die Sonne. Also: Der Jupiter steht im Moment auf der Sonne von Trainer und Manager. So wäre es korrekt formuliert. Das ist der Glücksaspekt, der zumindest in den ersten zwei, drei Spielen helfen sollte.

Sie haben gesagt, dass Sie noch einmal genau hingeschaut haben: Die Aufstiegsfeier sollte man beim Club lieber noch nicht planen?

Okun: So weit würde ich tatsächlich noch nicht gehen. Man sollte sich ja auch immer ansehen, wie es bei den Kontrahenten aussieht. Da spricht wiederum für den FCN, dass es bei Leipzig eine kritische Konstellation gibt. Das fand ich ganz interessant, weil ja alle denken, dass Leipzig ein sicherer Aufsteiger ist. Da würde ich jetzt noch mal ein Fragezeichen dahintersetzen. Das könnte eine Tür öffnen für den Club, noch mal den Direktaufstieg anzugreifen.

In Nürnberg sagt man immer, dass der Club ein Depp ist. Wird das durch das Horoskop bestätigt?

Okun: Das würde ich so nicht formulieren, aber man kann sehen, dass der Club als Sternzeichen Stier vom Horoskop her stark auf die Vergangenheit bezogen ist. In der Vereinshymne heißt es ja auch "der Fels in wilder Brandung", genauso kann man sich so einen Stier vorstellen, verwachsen mit der Tradition. Sollte der FCN tatsächlich am Abend geboren worden sein, kommt noch der Skorpion-Aszendent dazu. Skorpion ist das Zeichen von Stirb und Werde, und ich finde, dass das sehr gut zum Auf und Nieder passt. Aber dass der Club keinen Erfolg hat, kann man mit Blick auf die Geschichte ja auch nicht behaupten.

Sie beschäftigen sich immer mal wieder mit dem Club. Zum Beispiel in der letzten Saison, als es um den Trainer Valérien Ismaël nicht gut stand. Bei Ihnen hieß es da, Marek Mintal sei ein möglicher Nachfolger als Cheftrainer. Es ist aber René Weiler geworden.

Okun: Ja, wobei man sagen muss, dass Mintal Jungfrau mit Jungfrauaszendent ist. Den hatte ich ausgeguckt, weil in diesem Jahr die Jungfrauen positiv bestrahlt sind. Dann hat der 1. FC Nürnberg sich für Weiler entschieden - für eine etwas erfahrenere Jungfrau. Zumindest sind sie beim Sternzeichen geblieben.

Eine fast richtige Vorhersage also. Was sind denn die Schwächen der Sportastrologie?

Okun: Das ist zum einen sicherlich die Datenlage. Ich habe beim 1. FCN nur drei Geburtszeiten von Spielern, aber zum Beispiel keine vom Trainer.

"Ein Horoskop ist außerdem immer etwas Subjektives"

Der wusste sie nicht. René Weiler hat sogar seinen Vater gefragt, der konnte sich auch nicht erinnern.

Okun: Ja, das ist oft das Problem. Die genaue Gründungszeit des Vereins ist auch eines. Die berechne ich dann manchmal, aber das ist eben nur meine Berechnung, für die ich keine verlässliche Grundlage hab. Ein Horoskop ist außerdem immer etwas Subjektives. Soll heißen: Ein Unentschieden empfindet jeder anders. Für den Außenseiter kann das ein gefühlter Sieg sein. Ich kann also nicht direkte Zahlen, oder Ergebnisse sehen.

"Wird sich als echte Verstärkung erweisen": Zoltan Stieber.

"Wird sich als echte Verstärkung erweisen": Zoltan Stieber. © Sportfoto Zink / DaMa


Sie haben Daten zu den Nürnberger Spielern Brecko, Stieber und Kerk. Soll René Weiler die am Samstag spielen lassen?

Okun: Auf jeden Fall kann man sehen, dass Stieber Ende Februar und im März gute Konstellationen hat, der wird sich als echte Verstärkung erweisen. Interessant für den Samstag wäre Ondrej Petrak, auch wenn ich da keine Geburtszeit habe und nicht weiß, ob der Chancen auf die Startelf hat.

Eher nicht.

Okun: Der könnte zu Beginn der Rückrunde überraschen. Ich würde dem Trainer empfehlen, den mit einzubeziehen, auch wenn es zuletzt nicht so gut lief bei ihm.

Wird ausgerichtet. Ein letzter Tipp: Wie geht es am Samstag aus?

Okun: Ich würde schon sagen, dass der FCN gewinnt, es könnte aber auch ein Unentschieden werden. Das ist jetzt kein total eindeutiges Spiel. Aber das Wochenende darauf, da müsste es mit einem Sieg klappen.


Das komplette Interview lesen Sie am Samstag im Mehr Nürnberg der Nürnberger Nachrichten. 

Interview: Fadi Keblawi

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