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Cacutalua: Biss für den Fürther Aufbau

Youngster hat sich bewusst an die Spielvereinigung ausleihen lassen - 25.07.2014 05:59 Uhr

Volle Kraft voraus: Malcolm Cacutalua weiß sich voranzukämpfen © Sportfoto Zink / WoZi


Papa Ndombe stammt aus Angola, die Mama aus Deutschland. So erklärt sich, warum der 19-Jährige deutscher Staatsbürger ist und einen (für deutsche Ohren) derart unterhaltsamen Nachnamen trägt. Bemerkenswert ist auch der Weg, den Malcolm Cacutalua gehen musste, um den Sprung ins Profigeschäft zu packen. Als U 16-Spieler war die Perspektive beim 1. FC Köln gleich null. Malcolm ging einen Schritt zurück, wechselte in die U 17 von Troisdorf, ein Jahr später zu Bergisch-Gladbach in die Mittelrheinliga. Dort und in der Verbandsauswahl fiel er mit guten Leistungen auf und der damalige U-19-Trainer Sascha Lewandowski lotste ihn im Januar 2012 zu Bayer 04.

Der Lohn: Beim Werksklub erhielt er mittlerweile einen Profivertrag bis 2018, wurde dreimal für den Bundesligakader von Sammy Hyypiä nominiert und ist aktueller U 20-Nationalspieler zusammen mit Thomas Pledl. „Die Zeit nach Köln hat mir gut getan. Ich habe gelernt, was es heißt, wenn man sich zurückkämpfen muss. Diese Erfahrung hat mir geholfen, Situationen richtig einzuschätzen“, sagt Cacutalua über seinen steinigen Weg.

Leihgeschäft als Sprungbrett

Ganz bewusst habe er sich jetzt für die Spielvereinigung entschieden. Zwei Jahre läuft das Leihgeschäft, das laut Cacutalua unabhängig von der Entscheidung der Leverkusener Vereinsbosse, die U 23 vom Spielbetrieb abzumelden, gefallen sei.

Die Entscheidung, keine Reserve mehr ins Rennen zu schicken begründete Manager Rudi Völler so: „Wir mussten erkennen, dass unseren Toptalenten der Sprung in die Bundesligamannschaft nicht über eine zweite Mannschaft in der vierten Liga gelingen kann.“ Ein Problem, das die Fürther zu gut kennen. Nicht ohne Grund hat Kramer mit Muhammed Kayaroglu, Alexandros Kartalis und Dwayn Holter drei U 19-Talente nahtlos in die erste Mannschaft übernommen.

„Das erste Training mit den Profis in Leverkusen war schon eine ganz andere Welt als in der A-Jugend“, sagt Malcolm. Und auch in Fürth rollt der Ball etwas flotter. Dementsprechend zurückhaltend äußerst sich der ambitionierte Kicker über seine Ziele: „Ich versuche einfach, auf dem Platz meine Leistung zu zeigen und dann sehen wir, was der Trainer macht.“

Auf der Bank oder doch rechts?

Mit Röcker, Korcsmar und Mohr hat Cacutalua ordentlich Konkurrenz in der Innenverteidigung. Trotz seiner Größe von 1,88 Meter wirkt der technisch versierte Youngster neben dem Hünen Röcker und Korcsmar beinahe schmächtig. Der 18-Jährige wird zunächst mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen müssen, sofern Frank Kramer ihn nicht noch für eine zweite Position fit macht.

Im Testspiel gegen Lokomotive Moskau musste er auf der für ihn ungewohnten Position als Rechtsverteidiger ran. „Normal bin ich auf der Position des Innenverteidigers zu Hause. Ich definiere mich über das Aufbauspiel. Darauf wird heute viel Wert gelegt“, sagt Cacutalua.

Und während sich Malcolm weiterhin fleißig auf seinen ersten Ligaeinsatz im Fürther Trikot vorbereitet, sollten die Fans schon einmal die Zunge lockern: „Mit der Nummer vier: Malcolm Cacu-taaa-lua.“ 

MARTIN FERSCHMANN

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