Freitag, 18.01.2019

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Das fränkische Pokalderby von A – Z

Das Christkind drückt dem Club die Daumen - 20.12.2011 08:00 Uhr

A nreise: Zwei Sonder-U-Bahnen werden die "Kleeblatt"-Fans ohne Zwischenstopp bis zur Haltestelle Messezentrum bringen. Abfahrt ist um 16:30 und 16:45 Uhr am Fürther Hauptbahnhof. Von einer Benutzung der S-Bahn wird abgeraten.
 

B ilanz: Das traditionsreiche Frankenderby wird zum 254. Mal ausgetragen. Bislang ging in 137 Spielen der Club als Sieger vom Platz, 70 Mal jubelten die Fürther, 46 Partien endeten Remis. So auch das bislang letzte Zweitliga-Duell am 10. Mai 2009, als Stefan Reisinger und Dario Vidosic für ein 1:1 sorgten.

C horeographie: In der Nordkurve wollen die Ultras wieder mit einem dem Anlass angemessenen visuellen Spektakel aufwarten. Aber auch Fürths Anhänger haben eine Aktion im Gästeblock angekündigt.

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Wer gewinnt das Derby? Die Fans wissen es

Tief gespalten ist die Metropolregion, wenn es um den Ausgang des Derbys geht. Beide Lager sind sich natürlich sicher: Ihr Verein gewinnt.




D ialog: Alexander Endl und Stefan Helmer von „Clubfans United“, dem wohl besten Club-Blog im Netz, haben vor dem Derby ein sehr lesenswertes Interview mit dem geschätzten Fürther Kollegen Andreas Rümler („Kleeblattblog“) geführt – gesitteter Meinungsaustausch statt plumper „AntiFü“-Parolen.

E liminiert: Der Club setzte sich in den ersten beiden Runden bei Drittligist Arminia Bielefeld (5:1) und Zweitligist Erzgebirge Aue (2:1) durch. Fürth räumte den Sechstligisten Eimsbütteler TV (10:0) und Liga-Konkurrent SC Paderborn (4:0) aus dem Weg.

F ranken-Gen: Der Club hat mit Alexander Stephan (Erlangen), Christian Eigler (Roth), Markus Feulner (Scheßlitz) und Julian Wießmeier (Nürnberg) vier gebürtige Franken im Kader. Beim Kleeblatt können Sercan Sararer (Nürnberg), Johannes Geis (Schweinfurt), Fabian Baumgärtel (Bamberg) und Stephan Schröck (Schweinfurt) auf fränkische Wurzeln verweisen. Hier aufgewachsen sind zudem Juri Judt sowie Felix Klaus und Edgar Prib.

G lücksfee: Nationalspielerin Melanie Behringer darf am Mittwoch in der ARD im Anschluss an das Pokalspiel Borussia Mönchengladbach – Schalke 04 die Viertelfinal-Paarungen ziehen. Unterstützt wird sie von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

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H immlischer Beistand: Das Nürnberger Christkind drückt heute dem Club die Daumen, wie es bei einer Umfrage auf nordbayern.de verriet: „Am liebsten wäre mir aus fränkischer Sicht natürlich ein Unentschieden. Da aber leider nur eine Mannschaft weiterkommen kann, schlägt mein Herz als Nürnberger Christkind dann doch für den Club.“ Sein Tipp: „Ein 2:1 für den FCN in der regulären Spielzeit.“

I gnoranz: Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zeigen den fränkischen Fußballfans wieder einmal die kalte Schulter und übertragen live lieber die Partien Fortuna Düsseldorf – Borussia Dortmund (ZDF) und Mönchengladbach – Schalke (ARD). Wer das Derby sehen will, braucht den Bezahlsender „Sky“.

J ubel-Profis: Wie es sich anfühlt, ein Derbyheld zu sein, wissen auf Nürnberger Seite bereits Christian Eigler und Dominic Maroh: Sie trafen beim 2:1-Sieg vor knapp drei Jahren. In Fürth kann lediglich Co-Trainer Mirko Reichel stolz von zwei Toren gegen den Erzrivalen berichten – und Thomas Kleine ein Eigentor peinlich berührt verschweigen.

K antersieg: Das erste Derby im Herbst 1902 geriet zu einer recht eindimensionalen Angelegenheit: Auf dem Fürther Schießanger rupfte der Club das „Kleeblatt“ mit sage und schreibe 15:0.

L azarett: Nürnberg muss heute auf Javier Pinola, Per Nilsson, Mike Frantz und Juri Judt verzichten. Fürth fehlen Kingsley Onuegbu, Felix Klaus und Sebastian Tyrala.

M artialisch: Fürths Publikumsliebling Stephan Schröck verspürt eine angeborene Aversion gegen den Nachbarn: „Ich bin gegen Rot geimpft“, verriet der philippinische Nationalspieler und tönte: „Wir werden unsere Farben bis aufs Blut verteidigen.“

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Derby-Zeit in Franken: Zum 254. Mal zieht das Aufeinandertreffen zwischen den Erzrivalen 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth die Fans in seinen Bann. Klar, dass auch die Promis der Region einen Tipp zum Ausgang des Derbys beisteuern.




N achspielzeit: Am 30.August 1980 trennte man sich im DFB-Pokal nach Verlängerung 1:1, das damals noch übliche Wiederholungsspiel gewann der Club souverän mit 3:0. Im Zweitrunden-Duell am 31.August 1996 gelang Fürth als Gastgeber im fremden Frankenstadion in der regulären Spielzeit ein 2:1.

O n Air: Neben dem lokalen Hörfunkanbieter Radio Gong 97,1 berichtet auch der Internet- und Digitalsender 90elf live vom Derby. Zum letzten Mal vor der Rente am Mikrofon: Kult-Reporter Günther Koch.

P okalhelden: Aus der ruhmreichen Pokalsieger-Mannschaft des 1.FCN von 2007 sind nur noch Torhüter Raphael Schäfer und Javier Pinola übriggeblieben. Im Fürther Kader hat Kapitän Thomas Kleine zumindest Endspiel-Erfahrung. Am 11. Mai 2002 erlebte der damals 24-Jährige in Berlin als Ersatzspieler die 2:4-Niederlage von Bayer Leverkusen gegen Schalke 04 mit. Kleines Reservistenschicksal teilte auf Schalker Seite übrigens sein heutiger Trainer Mike Büskens.

Q uote: Beim Internet-Wettanbieter bwin wird der Club mit einer Quote von 1,95 als Favorit gehandelt. Ein Remis steht mit 3,30 zu Buche, das 3,90-fache des Einsatzes winkt bei einem Fürther Auswärtscoup.

R ekord: Das Nürnberger Stadion ist heute natürlich ausverkauft – mit 48548 Zuschauern gibt es sogar einen neuen Derby-Rekord. 4791 Tickets gingen nach Fürth.

S icherheit: Die Partie wurde vom DFB als Risikospiel eingestuft. Das Stadion öffnet bereits um 17Uhr, an den Eingängen sind umfangreiche Personenkontrollen zu erwarten. Bereits mit Spielbeginn wird die Sektorentrennung zwischen Nordkurve und Gegengerade geschlossen.

T orjäger: Nürnbergs gefährlichster Pokalschütze heißt in dieser Saison Markus Feulner, der beim 5:1 in Bielefeld gleich dreimal traf. Je ein Tor erzielten Tomas Pekhart, Robert Mak, Alexander Esswein und Julian Wießmeier. Für Fürth waren Sercan Sararer (4), Sebastian Tyrala, Christopher Nöthe (je 2), Mergim Mavraj, Christian Rahn, Bernd Nehrig, Milorad Pekovic, Olivier Occean und Tayfun Pektürk erfolgreich.

U nparteiisch: Geleitet wird das Derby von Knut Kircher. Der Diplom-Ingenieur aus Rottenburg pfiff den Club bislang dreimal im Pokal: am 20. August 2004 in Teningen (1:2), am 21. August 2005 beim FC Eschborn (0:4) und in der Pokalsieger-Saison am 19. Dezember 2006 gegen die SpVgg Unterhaching (2:1 i.E.). Mit dem „Kleeblatt“ hatte Kircher im Pokal noch nie zu tun.

V ip-Plätze: Club-Vermarkter Sportfive offeriert zahlungskräftigen Kunden für 275 Euro „einen unvergesslichen Pokalabend“ inklusive Vip-Platz in einer komfortablen Lounge. Bei den Fürther Promis soll sich die Begeisterung in Grenzen gehalten haben...

W eihnachtsgeld: 1,125 Millionen Euro winken dem Sieger für den Einzug ins Viertelfinale.

X XL: Extra zum Derby präsentiert die Spielvereinigung eine spezielle Fan-Artikel-Kollektion. Auf T-Shirts und Schals prangt der Slogan „Derby-Siege sind für die Ewigkeit – Auf zum nächsten Kapitel“. Auf der Rückseite sind akribisch alle bisherigen 70 Derby-Siege aufgelistet, versehen mit dem Hinweis „Fortsetzung folgt...“

Y ouTube: Mit einer etwas unbeholfenen Video-Hommage an ihre Heimatstadt und das „Kleeblatt“ sorgten drei Fürther Teenies auf dem Internet-Portal YouTube für Fremdschämgefühle. Nürnberger Ultras unterzogen das Filmchen daraufhin einer speziellen „Nachbearbeitung“...

Z itat: „Die Tränen haben mir in den Augen gestanden, wie die gespielt haben! Und ausgerechnet die Blödel aus Fürth gewinnen das!“, klagte der frühere Club-Außenläufer Hans „Bumbes“ Schmidt nach einer deftigen Nürnberger 2:7-Derbypleite anno 1956. Schmidt war zu diesem Zeitpunkt Fürths Trainer... 

Uli Digmayer

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