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Donnerstag, 16.08.2018

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Das Kartenspiel Bridge erobert Fürth

An fünf Fürther Schulen wird bereits gezockt - 26.09.2017 16:44 Uhr

Unser Fotograf erhielt einen eigentlich gut gehüteten Einblick in die Karten dieser Bridge-Spielerin während des Turniers bei der Sparkasse Fürth. © Foto: Thomas Scherer


Wer beim Wort "Bridge" an ältere Damen mit Hut denkt, die beim Kaffeekränzchen etwas Karten spielen, der ist schief gewickelt. "Natürlich ist es so, dass die Mehrheit 60 plus ist", gibt Ralf Gebhardt unumwunden zu, doch Bridge sei ein Hobby für alle Generationen.

"Einerseits ist es ein geistig forderndes Hobby, in dem man sich im Wettbewerb messen kann, andererseits ein Geselligkeitsfaktor, weil es einfach Spaß macht." Das erklärt Ralf Gebhardts Frau Karin, die sich vor einem Jahr von der Leidenschaft ihres Mannes hat anstecken lassen.

Sie deckt damit einen der beiden Äste der Initiative ab: das Bridge-Spiel den Erwachsenen nahe zu bringen. Der soziale Aspekt ist nicht zu unterschätzen. "Zum Beispiel, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder man nach Scheidungen wieder Zeit für sich selbst hat und diese sinnvoll verbringen möchte, ist Bridge eine gute Möglichkeit", findet Ralf Gebhardt. Beim Kartenspiel knüpft man fast schon zwangsläufig neue Kontakte und Freundschaften.

Der zweite große Bereich, den die Initiative abdeckt, sind die Schulen. Gerade hier zeigt sich, dass Bridge keine Seniorenveranstaltung ist, denn bereits im Alter von acht Jahren spielen die Kinder begeistert mit. Vor einem Jahr ist das Projekt an fünf Fürther Schulen erfolgreich gestartet.

Nicht ohne Stolz erzählt Gebhardt: "Am 26. September 2016 haben wir das Projekt vorgestellt, am 27. hatten wir im Helene-Lange-Gymnasium die erste Veranstaltung." Im Rahmen der Mittagsbetreuung bringt er den Schülern das Kartenspiel näher. Mittelfristig sollen Lehrkräfte der jeweiligen Schulen den Unterricht selbst übernehmen können, doch auch diese müssen zunächst einmal selbst lernen, wie man Bridge spielt. An die 60 Schüler haben das Angebot bereits angenommen und spielen nun regelmäßig miteinander.

Erste Erfolge gab es auch schon zu feiern. Die ersten Fürther waren bereits im Juli bei der deutschen Schülermeisterschaft am Start und dabei durchaus erfolgreich gewesen.

Weitere Schulen steigen ein

Bei den verantwortlichen Stellen der Stadt, in Schul- und Seniorenamt haben die Gebhardts mit ihrer Initiative offene Türen eingerannt. "Besonders in der Mittagsbetreuung der Schulen hat ein qualitatives Angebot gefehlt, das wir bieten können", so der eigentlich aus Hamburg stammende Wahlfranke Gebhardt.

In diesem Herbst werden noch einmal weitere Schulen dazu kommen. Besonders erfreulich ist, dass mit dem Hardenberg und dem Helene-Lange-Gymnasium zwei der drei Gymnasien "mitspielen". So können Grundschüler nach dem Übertritt das neue Hobby nahtlos weiter betreiben. Zusätzlich dazu gibt es auch noch ein schulübergreifendes Zusatzangebot in den Räumen des Helene-Lange-Gymnasiums.

Ein erstes Highlight der "Bridge-Stadt Fürth" war der im Juli erstmals ausgetragene Sparkassen-Pokal. Im Kasino des Fürther Geldinstituts traten im Juli knapp 50 Spieler an und kämpften um die Preise. Ein unerwartet großer Erfolg für die junge Initiative, wie auch die Sparkasse fand und daher nicht abgeneigt ist, die Veranstaltung zu wiederholen.

Unterstützt wird die "Bridge-Stadt Fürth" vom "Bridgeclub Nürnberg Gesellschaft Museum". Ohne diesen Verein wäre das Angebot wohl kaum zu stemmen, denn "unser Bottleneck ist die Zahl der Übungsleiter", so Gebhardt, der gerne noch mehr Angebote schaffen würde.

Die Initiative ist übrigens keine Erfindung des Wahlfürthers, denn im Ausland wird Bridge bereits seit Jahren auf ähnliche Art gefördert. Auch als Konkurrenz zu bestehenden Vereinen sieht Gebhardt die Initiative nicht, sondern eher als Öffentlichkeitsarbeit für diese. "Wir sind selbst kein Verein und wollen auch keiner sein", stellt er klar.

Nur so war es auch möglich, die Stadt Fürth – Oberbürgermeister Thomas Jung ist Schirmherr der Initiative "Bridge-Stadt" – mit ins Boot zu holen. Einen Verein würde die Stadt nicht so unterstützen können, eine unabhängige Initiative mit einem derart reizvollen Sozialgedanken allerdings schon.

ZNeue Kursangebote der Reihe "Bridge 49 plus" starten wieder im Oktober. Informationen und Anmeldemöglichkeiten sind auf die Internetseite der Initiative www.bridge-fuerth.de zu finden. 

ANDREAS GOLDMANN

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