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Endlich angekommen? Jäger läuft erstmals für den FCN auf

Der Österreicher gibt nach fast zwei Jahren sein Ligadebüt für den Club - 26.02.2019 06:00 Uhr

Lukas Jäger ist nun endlich auf dem Platz angekommen. Im Sommer könnte er den Club aber schon wieder verlassen. © Sportfoto Zink / DaMa


Als sich der Fußballprofi Lukas Jäger im Sommer 2017 als der Neue beim 1. FC Nürnberg vorstellte, da sagte er nette Sätze, wie man sie hier und da schon einmal gehört hatte. Von Deutschlands erster Liga zum Beispiel: "Davon habe ich schon als kleiner Junge geträumt."

Dass er einen Vertrag bei einem Zweitligisten unterschrieben hatte - nunja. Jäger war voller Hoffnungen. So einen wie ihn, das hatten ihn Sportvorstand Andreas Bornemann und Trainer Michael Köllner in den Vertragsgesprächen erzählt, genau so einen wie ihn, den hatten sie noch gesucht. Einen, der seine Stärken im Spiel gegen den Ball hat. Stärken im Spiel gegen den Ball - so sagt man das heute über Spieler, die man früher einfach resolut nannte.

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Jäger war glücklich, blieb das aber nicht lange. Einen für das Spiel gegen den Ball benötigten sie beim Club dann gar nicht auf dem Weg in die erste Liga. Jäger lernte, wenn er überhaupt Verwendung fand, die Ersatzbänke der Zweitligastadien kennen: Regensburg, Aue, Duisburg, Fürth und Braunschweig. Nach einem Traumberuf hört sich das nicht an.

Im Sommer blieb Jäger trotzdem in Nürnberg, besser wurde es nicht. Er lernte jetzt eben andere Ersatzbänke kennen, die in Berlin, Dortmund und Mainz. Eineinhalb Jahre waren seit seinem Wechsel vergangen, ohne dass Jäger einmal in einem Ligaspiel für den Club auf dem Platz gestanden hätte. Seit dem Samstag ist das anders. Da hatte Jäger die Ersatzbank im Rheinstadion von Düsseldorf kennen gelernt, war dann wie immer mit den anderen Reservisten für Aufwärmübungen hinter das Tor gewechselt - und wurde nach 79 Minuten tatsächlich eingewechselt.

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Am Ende stand eine Niederlage, aber endlich einmal eine, deren Zustandekommen Jäger auf dem Platz erlebt hat. Jäger war endlich angekommen in seinem Traum. "Das ist etwas Besonderes für mich", sagt Jäger, "das war tatsächlich ein schönes Gefühl trotz der Niederlage." Kompliziert sei der Einstieg in einer Partie gewesen, die der Club nach Matheus Pereiras’ Roter Karte (der Brasilianer wurde für drei Spiele gesperrt) in Unterzahl absolvierte. "Es war viel zu laufen, wir hatten wenig Ballbesitz", sagt Jäger, wobei sich das exakt nach der Art von Spiel, für die sie ihn an den Valznerweiher geholt haben, anhört.

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Gefreut haben sich auch die Freunde daheim in Österreich, mit denen man ja auch fast etwas Mitleid entwickeln konnte, weil sie nun eineinhalb Jahre Club-Spiele ansehen musste, ohne Jäger zu sehen. Jetzt sind sie belohnt worden. Im Sommer allerdings endet Jägers Vertrag, er wird dann nicht mehr für Nürnberg auf Bänken sitzen. Was genau passiert? "Das wird sich weisen", sagt Jäger. Er hat aufgehört zu träumen. 

Fadi Keblawi

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