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Ex-Fürther Frank Kramer ist zurück im Ronhof

Allerdings nur für einen Test: Das Kleeblatt empfängt das U20-Nationalteam - 31.08.2017 06:00 Uhr

Frank Kramer musste sich in seinen letzten Spielen als Fürther Trainer warm anziehen, im Februar 2015 war Schluss. © Foto: Wolfgang Zink


Man sieht sich immer zweimal im Leben. In Frank Kramers Fall ist es gar das x-te Mal. Natürlich war es die alte Verbindung nach Fürth, die ein Freundschaftsspiel zwischen seiner aktuellen und ehemaligen Mannschaft ermöglicht hat. Beide Teams suchten einen Gegner für diese Woche, da lag ein Anruf bei Kramers einstigem Kollegen in der Fußballlehrer-Ausbildung nahe: Ramazan Yildirim, Profifußball-Direktor der Spielvereinigung.

Der 45-jährige Gymnasiallehrer Kramer, der in Tuchenbach im Landkreis Fürth lebt, war einst Spieler und Trainer der zweiten Mannschaft beim Kleeblatt, betreute die A-Jugend und bis Anfang 2015 zwei Jahre lang die Profis. Nach einem Engagement bei Fortuna Düsseldorf ist er seit einem Jahr Angestellter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zunächst als U19-Trainer, nun rutschte er mit diesem Jahrgang in die U20 auf. In seinem Stab sind zwei in Franken bekannte Namen: Athletiktrainer ist Manfred Düring, zuletzt in Fürth, und Co-Trainer ist Ex-Club-Spieler Hanno Balitsch.

"Geplant ist, dass ich in einem Jahr die U18 übernehme, um dann wieder einen Drei-Jahres-Zyklus zu beginnen", erklärt der Chefcoach. Die U20-Auswahl speist sich aus den Jahrgängen 1997 und ’98, darunter ist ein Fürther: Der offensive Mittelfeldspieler David Raum (19).

Raum hat immer Aktionen

Ihn nahm Kramer schon zur U19-EM nach Georgien vor wenigen Wochen mit. "Er hat sich im vergangenen Jahr mit guten Leistungen in den Vordergrund gespielt. Bei der EM kam er dreimal von der Bank und hat offensiv immer seine Aktionen gehabt", beschreibt er das Kleeblatt-Eigengewächs. Im DFB-Trikot setzt er ihn auf der linken Außenbahn ein, auch einen zweiten Stürmer kann er geben. "Jetzt erwarten wir den nächsten Step, dass er noch konstanter und klarer in seinen Aktionen wird."

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Abstiegstrainer und Derby-König: Frank Kramer beim Kleeblatt

Fast zwei Jahre war Frank Kramer Cheftrainer der SpVgg Greuther Fürth. Er stieg mit ihr erst ab, dann fast wieder auf, ehe das Kleeblatt dann im Februar 2015 Gefahr lief, in die Abstiegszone der 2. Bundesliga zu rutschen. Seine Zeit in Fürth in Bildern.


Es ist wahrscheinlich, dass er am heutigen Abend dem zweiten großen Talent des Fürther Kaders gegenübersteht: Patrick Sontheimer (19) ist auf Abruf auf Kramers Liste, und müsste nur das Trikot tauschen. Pikant ist, dass auch ein Spion nominiert ist: Markus Schubert ist Ersatztorwart beim nächsten Kleeblatt-Gegner Dynamo Dresden.

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Seit Montag und bis Samstag hat Kramer seine 22 Spieler in Herzogenaurach zusammengezogen. "Da wird nicht nur Fußballtennis gespielt", erklärt er. "Die Vereine erwarten, dass wir die Spieler in einem adäquaten Trainings- und Spielrhythmus halten. Sie sollen in den Spielen frisch sein, um ihre Bestleistung bringen zu können."

Am Montag tritt die deutsche U20 in Prag gegen die Auswahl Tschechiens an. Zwei Gelegenheiten also für die größten deutschen Talente ihres Jahrgangs, um auf sich aufmerksam zu machen. "Die Tribüne wird voller Scouts sein, die haben jetzt alle Zeit", sagt Kramer. Genau hinschauen lohnt sich: Irgendwo dazwischen wird sicher auch der nächste potenzielle Kleeblatt-Coach Platz nehmen. 

MARTIN SCHANO

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