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Glücksbringer im grünen Pulli: Edi Schaffer ist tot

Ende einer Liebesgeschichte: Meisterspieler stirbt mit 95 Jahren - 02.05.2017 19:48 Uhr

Furchtlos im Schlachtengetümmel: Edi Schaffer hat sich um den Club verdient gemacht. © dpa


Der Club-Freund wurde 1948 mit dem FCN Meister.


Der Club, hat Eduard Schaffer einmal gesagt, sei eine Liebe für das Leben. Es war keine einseitige Liebe: 1948 half der Torwart Schaffer mit, dem 1. FC Nürnberg die erste Nachkriegsmeisterschaft zu sichern. Im Endspiel in Köln war es auch dem hervorragenden Schaffer zu verdanken, dass der Club am Ende den 1. FC Kaiserslautern mit 2:1 bezwang.

Als die Mannschaft zurück war in Nürnberg, einer Stadt also, die damals noch im Weltkriegsschutt lag, da waren Zehntausende zum Hauptbahnhof gekommen, um sie Willkommen zu heißen. Sie jubelten auch Schaffer zu, den alle nur Edi nannten, und der zumindest in seiner Anfangszeit beim Club ein Exot war.

Über 400 Spiele

"Als ich als Torhüter beim Club die Nachfolge von Georg Lindner antrat, da war ich der einzige Zugereiste unter lauter waschechten Nürnbergern", hat Schaffer, der im böhmischen Dux geboren wurde, einmal erzählt. Trotzdem wurde aus dem Neuen einer der ganz großen Spieler dieses Vereins, der würdige Nachfolger der Nürnberger Torwart-Legende Heiner Stuhlfauth. In über 400 Spielen hat Schaffer für den Club im Tor gestanden, ehe er seine Karriere 1958 beendete. Sein grüner Torwartpulli ist im Club-Museum am Valznerweiher ausgestellt.

Schaffer ist dem Club treu geblieben, wie das eben so ist mit einer Liebe fürs Leben. Er ist dann auch noch ins Stadion gekommen, als es für den Club längst nicht mehr um Meisterschaften ging. 2016 haben sie ihn für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt beim 1. FC Nürnberg.

Am Montag ist Eduard Schaffer im Alter von 95 Jahren gestorben. 

keb

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