20°

Sonntag, 26.06. - 15:35 Uhr

|

zum Thema

Herzschlagfinale: Ilsanker schockt das Kleeblatt spät

1:2-Niederlage gegen RB Leipzig - Zwei Tore fallen in der Nachspielzeit - 19.12.2015 15:06 Uhr

So knapp waren die Kleeblatt-Profis an einem Punktgewinn gegen Leipzig dran. Am Ende blieb nur die Enttäuschung.

So knapp waren die Kleeblatt-Profis an einem Punktgewinn gegen Leipzig dran. Am Ende blieb nur die Enttäuschung. © Sportfoto Zink / WoZi


Der Auftrag war eindeutig. "Bullen auf Eis legen", hatte Fürths Anhang auf ein stattliches Transparent gemalt, die Bullen sind Leipzigs von einem Milliardenkonzern bezahlte Fußballer, deren Beliebtheit in der Branche sich weiter in Grenzen hält.

RB Leipzig kam als Tabellenführer in den Fürther Ronhof und nimmt die Spitzenposition auch mit in die Winterpause. Benedikt Röcker per Kopfball nach Niko Gießelmanns Flanke schien den Fürthern in der Nachspielzeit ein ehrenwertes 1:1 gerettet zu haben, es schien der späte Lohn für ein nie nachlassendes Bemühen gegen lange bessere Leipziger gewesen zu sein – aber im Gegenzug trafen die zum 2:1 (1:0)-Endstand, Stefan Ilsanker bugsierte die Kugel nach Vorlage von Dominik Kaiser noch einmal ins Tor. Ein lange unspektakuläres Spiel war mit einem furiosen Finale geendet.

An Willen und Leidenschaft fehlte es dem Kleeblatt vor 10.070 Zuschauern nicht, aber an Genauigkeit im Zusammenspiel. Gegen Leipzigs Vorwärtsdrang setzte Fürth weit geschlagene Bälle, ohne dabei wirklich Druck auszuüben, viele kamen postwendend wieder zurück.

Leipzigs Ansatz fiel einen Tick filigraner aus, aber weil sich auch die Gäste zahlreiche Ballverluste gegen aufmerksame Fürther leisteten, blieb die Begegnung zwar temperamentvoll, aber häufig unsortiert. Viel Bemühen verlief ins Leere, zwingend herausgespielte Torgelegenheiten sah man vor der Pause eigentlich gar nicht.

Stiepermann scheitert an Coltorti

Die noch beste hatte das Kleeblatt unmittelbar vor der Pause, als Stephan Schröck steil in den Lauf von Marco Stiepermann passte und der auf einmal frei auf Keeper Fabio Coltorti zulaufen durfte, diesen Zweikampf aber aus kurzer Distanz verlor. Coltorti stellte sich Stiepermann in den Weg und blieb dann im Wortsinn auf dem Ball sitzen.

Bilderstrecke zum Thema

SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig
Erst fad, dann dramatisch: Kleeblatt unterliegt Leipzig

In einer mitreißenden Schlussphase hat die SpVgg Greuther Fürth einen Punkt gegen die Tabellenführer von RB Leipzig verspielt und verlor am Ende denkbar knapp mit 1:2 (0:1). Stefan Ilsanker traf das Kleeblatt in der 93. Minute mitten ins Mark.


Zuvor hatte Leipzigs Dominik Kaiser das Tornetz bloß von außen getroffen (43.); zweimal hatte Fürths Schlussmann Sebastian Mielitz kleine Talentproben abgeben dürfen – er klärte nach einem Steilpass von Emil Forsberg vor Marcel Sabitzer (12.) und war auch nach Kaisers Steilpass zur Stelle, Mielitz köpfelte den Ball vor seinem Strafraum aus der Gefahrenzone, ehe Yussuf Poulsen eingreifen konnte (35.). Mit einer kleinen Serie von Eckstößen konnten die Leipziger nichts anfangen.

Fürth fehlt die Genauigkeit

Nach dem Seitenwechsel regnete es weißgrüne Konfetti im Fürther Block, "gemeinsam nur nach vorne", stand auf dem nächsten Banner. Aber es ging in die andere Richtung. Zunächst passte Sabitzer genau auf Forsberg, bei Leipzigs bis dahin bester Chance konnte Mielitz noch klären, aber mit dem nächsten Angriff war es passiert.

Links zum Thema

Diesmal bediente Forsberg den losgesprinteten Poulsen präzise, der Leipziger Stürmer umkurvte den Fürther Keeper und schob die Kugel zum nicht unverdienten 0:1 ins Tor (48.). Fürth mühte sich um eine Antwort, über die linke Seite bemühte sich Schröck um etwas Wirbel, aber Leipzig blieb das druckvollere Team.

Bilderstrecke zum Thema

SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig
Fürth-Voting: User watschen Gjasula gewaltig ab

Am Samstagnachmittag musste sich das Kleeblatt gegen RB Leipzig mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Redaktion, kicker und User wussten den Kampfgeist einiger Fürther zu schätzen. Trotzdem gab es nur mittelmäßige Noten - mit einer Ausnahme, im negativen Sinne.


Entmutigen ließ sich Stefan Ruthenbecks Mannschaft nicht. Kleeblatt-Kapitän Marco Caligiuri versuchte es nach Jurgen Gjasulas Zuspiel aus zwanzig Metern, verfehlte das Ziel jedoch deutlich (65.). In der Schlussphase drängte Fürth den Gast in die Defensive, aber dem Bemühen fehlte im entscheidenden Moment weiter die Genauigkeit. Leipzig musste um den knappen Vorsprung kämpfen. Veton Berisha traf aus guter Position den Ball nicht richtig (83.). Den Rest erledigten die Sachsen mit Glück und Geschick – bis zum finalen Torgewitter.

 

SpVgg Greuther Fürth: Mielitz - Caligiuri, Franke, Röcker, Gießelmann - Gjasula, Sukalo - Stiepermann, Zulj (76. Weilandt), Schröck (63. Tripic) - Berisha

RB Leipzig: Coltorti - Teigl (86. Khedira), Orban, Nukan, Halstenberg - Kaiser, Ilsanker, Demme - Sabitzer, Forsberg (82. Jung) - Poulsen (82. Selke)

Tore: 0:1 Poulsen (48.), 1:1 Röcker (90.+1), 1:2 Ilsanker (90.+3) | Gelbe Karten: Berisha, Schröck, Zulj - Demme, Poulsen, Ilsanker | Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle) | Zuschauer: 10.070. 

Hans Böller

14

14 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.