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Last-Minute-Irrsinn gegen Lautern: Stieber trifft und fliegt

2:1! Der FCN siegt gegen den FCK spät - Schäfer muss verletzt runter - 04.03.2016 22:19 Uhr

Wo ist denn der Stieber? Nürnbergs Siegtorschütze fliegt nach seinem Torjubel gleich vom Platz.

Wo ist denn der Stieber? Nürnbergs Siegtorschütze fliegt nach seinem Torjubel gleich vom Platz. © Sportfoto Zink / DaMa


Damit rechnen konnte man eigentlich nicht mehr, umso größer war der Jubel. In der 88. Minute. Als Zoltan Stieber auf Vorarbeit von Danny Blum zum 2:1-Endstand traf. Im grenzenlosen Jubel über den dritten Sieg in Folge ging die Gelb-Rote Karte für den Torschützen beinahe unter. Weil er sein Trikot ausgezogen hatte beim Sprint in die Kurve. Somit bleibt der fränkische Traditionsverein weiter ein Aufstiegskandidat; 14 Partien ohne Niederlage ließen Träume reifen, die Abend über 31.000 Zuschauer zu einem Besuch im Frankenstadion motivierten.

Blick auf die Tabelle gefällig?

Einige gingen bereits vor dem Schlusspfiff, sollten ihren verfrühten Aufbruch aber bereuen. Neun Runden vor Schluss ist der Club damit punktgleich mit den Freiburgern auf Rang zwei, zumindest bis Montagabend - wenn sich der Bundesliga-Absteiger mit dem souveränen Tabellenführer RB Leipzig misst.

Außer dem Termin am Freitagabend und der Atmosphäre erinnerte aber nicht viel an die höchste Klasse. Nach einer über weite Strecken ideenlosen Vorstellung musste der Tabellendritte sein Glück erzwingen - verlor Mitte der zweiten Halbzeit aber Raphael Schäfer mit einer Beinverletzung. Patrick Erras hatte den 1. FC Nürnberg in der 19. Minute in Führung gebracht, nur drei Minuten später nutzte Jon Dadi Bödvarsson eine Unachtsamkeit im Defensivverbund zum verdienten Ausgleich, Zoltan Stieber erledigte den Rest. Und die schöne Serie hielt, seit sind es 15 Begegnungen ohne Niederlage.

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1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 1. FC Nürnberg - FC Kaiserslautern
Furioses Finish gegen FCK: Schäfer-Schock und Stieber-Show

Dass der 1. FC Nürnberg in der Endphase immer noch was draufsetzen kann, hat er in dieser Saison schon mehrfach bewiesen. Gegen Kaiserslautern sicherte sich der ortsansässige Aufstiegsanwärter im Schlussspurt einen 2:1-Sieg. Die Freude über ihn trübt jedoch die Verletzung von Club-Stammkeeper Raphael Schäfer.


Wegen Disziplinlosigkeiten in gleich zwei Fällen musste der Trainer seine Elf zumindest auf einer Position ändern. Für den gesperrten Miso Brecko rückte Even Hovland nach rechts hinten, der ebenfalls gesperrte Tim Leibold zählte in Sandhausen nicht zur Startformation. Somit blieben Rene Weiler größere Eingriffe ins Gefüge erspart; positiv auswirken sollte sich das aber vorerst nicht. Der 1. FC Kaiserslautern in Person seines Trainers Konrad Fünfstück hatte eine mutige Taktik gewählt; mit gleich drei Spielern ließ er den Aufbau der Gastgeber stören, bei Ballbesitz griffen die Pfälzer ganz vorn häufig mit vier Mann auf einer Linie an. Die äußeren Mittelfeldspieler rückten in die Spitze auf, was Nürnbergs Defensivreihe in einigen Szenen gehörig in Verlegenheit brachte.

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Guido Burgstaller Georg Margreitter Dave Bulthuis
2:1 gegen Kaiserslautern: Ein Joker sticht heraus!

Lange sah es gegen Kaiserslautern nach einer Punkteteilung aus, doch Zoltan Stieber erlöste den FCN in der 88. Minute. Für den Last-Minute-Sieg vergaben unsere User ansehnliche Noten.


Am Treffer zum 1:1 (22.) waren aber individuelle Nachlässigkeiten schuld: Laszlo Sepsi verlor ein Kopfballduell gegen den Ex-Nürnberger Antonio-Mirko Colak, in der Mitte sah Georg Margreitter nicht gut aus – so dass Jon Dadi Bödvarsson keine Mühe hatte, die Kugel aus wenigen Metern einzuschieben. Selbst der Rückstand konnte die Gäste somit nicht beeindrucken; nach schöner Ablage von Niclas Füllkrug hatte Patrick Erras drei Minuten zuvor flach zur Führung eingeschoben, es war bereits das fünfte Saisontor des Oberpfälzers – der sich auf seiner angestammten Positon vor der Abwehr aber schwer tat damit, die Schwungräder der Lauterer still zu legen. Daniel Halfar setzte einen Heber aus über 30 Metern nur knapp neben den linken Pfosten, auf der anderen Seite scheiterte Kevin Möhwald mit seinem Schrägschuss am glänzend reagierenden Marius Müller (34.)

Man merkte dem Club in einigen Phasen den Kräfteverschleiß der vergangenen Tage an; insgesamt zu wenig Bewegung ließ den Auftritt in den ersten 45 Minuten mitunter statisch wirken, auch fehlten die Ideen, um die weit aufrückenden Lauterer zu überlisten, etwa mit flott und direkt vorgetragenen Kombinationen. Wenn es schnell ging, ergaben sich auch Räume. Nur eben zu selten.

Verletzt ausgewechselt: Bangen um Schäfer

Auch nach dem Seitenwechsel wollte der nominelle Favorit einfach nicht in seinen Rhythmus finden; früh in der zweiten Halbzeit kam Danny Blum für Kevin Möhwald, sein Trainer erhoffte sich frische Impulse, besonders für die rechte Seite. Stattdessen musste er wenig später auch noch seinen Torwart ersetzen; Raphael Schäfer hatte sich ohne Fremdeinwirkung am rechten Unterschenkel verletzt, Ersatzmann Patrick Rakovsky übernahm (66.). Und hielt seinen Kasten in der restlichen Spielzeit sauber. In der 88. Minute flippte die Nummer zwei genauso aus wie fast alle anderen im Frankenstadion, in der fünften Minute der Nachspielzeit verhinderte er zudem spektakulär das 2:2. Was für eine Schlussphase!

 

+++ Hier der Live-Ticker zum Nachstaunen +++

1. FC Nürnberg: Schäfer (66. Rakovsky) - Hovland, Margreitter, Bulthuis, Sepsi - Behrens, Erras  - Kerk (69. Stieber), Möhwald (56. Blum) - Füllkrug, Burgstaller

1. FC Kaiserslautern: Müller - Zimmer, Vucur, Heubach (33. Ziegler), Gaus - Halfar, Karl - Görtler, Jenssen - Colak, Bödvarsson

Tore: 1:0 Erras (19.), 1:1 Bödvarsson (22.), 2:1 Stieber (88.) | Gelbe Karten: - / Vucur, Gaus | Gelb-Rote Karte: Stieber (89.) Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf) | Zuschauer: 31.457

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Unter Cluberern: "Muss ja nicht jeder Sieg verdient sein"

Höhen und Tiefen mussten die Cluberer am Freitagabend beim Heimspiel gegen Kaiserslautern durchleiden. In den letzten Minuten sprang dann doch noch der Sieg heraus. Wenn auch nicht ganz verdient, finden zumindest die Fans.


 

Wolfgang Laaß

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