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"Platz im Herzen": Jetzt spricht der Ex-Club-Coach Köllner

Entlassener Trainer besucht U19 und veröffentlicht ersten Post auf Facebook - 17.02.2019 16:34 Uhr

Michael Köllner tauchte am Sonntagnachmittag bei einem Spiel der U19 des Club auf. © Sportfoto Zink / DaMa


Er ist dem Club noch immer eng verbunden, das betont Michael Köllner. Da ist es auch nicht wirklich überraschend, dass der erst kürzlich entlassene Cheftrainer des 1. FC Nürnberg plötzlich bei einer Partie der U19 auftauchte. Mit Sonnenbrille und Jeans stand er am Sonntagnachmittag am Spielfeldrand. Neben ihm: der ebenfalls beurlaubte Sportvorstand Andreas Bornemann, der sich bis zuletzt immer vor Köllner stellte. Die beiden tuscheln, unterhalten sich - die Bindung, vielleicht sogar die Freundschaft zwischen den beiden, sie scheint intakt. 

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Erst war er die Zwischenlösung im Abstiegskampf, wurde dann zum Aufstiegstrainer des 1. FC Nürnberg - doch der Klassenkampf in der Bundesliga war zu viel für Michael Köllner. Der arbeitswütige Oberpfälzer stabilisierte den Club und brachte ihn ins Fußball-Oberhaus, ließ dann aber das Konzept vermissen. Nach 15 sieglosen Bundesliga-Spielen und dem Pokal-Aus muss "Füchsmühls Finest" nun gehen. Eine Achterbahnfahrt in Bildern!


Parallel zu seiner Stippvisite am Valznerweiher, wo die U19 gegen die Frankfurter Eintracht um den Klassenerhalt kämpfte, veröffentlichte Michael Köllner auf Facebook eine Retrospektive auf seine Zeit beim 1. FC Nürnberg. Es ist die erste Wortmeldung des Ex-Trainers nach seiner Entlassung - und es ist eine, die zeigt: Köllner hegt keinen Groll gegen den Club. Sein letzter Facebook-Post datiert auf den 10. Februar. Es war ein Video der Pressekonferenz nach dem verlorenen Abstiegsgipfel gegen Hannover 96. Dem Spiel, das Michael Köllner seinen Job beim Club kostete. "Der desaströse Pokalauftritt hat uns alarmiert", sagte Aufsichtsratschef Thomas Grethlein über eben jene Tage. "Am Ende haben wir keine andere Möglichkeit gesehen, als einen neuen Impuls zu setzen."

Jetzt also die erste Reaktion Köllners auf seine Entlassung. "In unsere gemeinsame Zeit auf und neben dem Platz habe ich sehr viel Herzblut investiert und werde diese immer in meinem Herzen tragen", schreibt der Oberpfälzer. "Denn ich blicke auf eine unglaublich schöne Zeit beim Club zurück, dessen eingeschlagenen Weg ich mich jederzeit ohne Wenn und Aber verschrieben habe."

"Loyalität, Integrität, Identität und Identifikation standen und stehen für mich immer an erster Stelle. Der Slogan 'Liebe, Glaube, Leidenschaft' ist für die meisten Menschen rund um den Verein eine Herzensangelegenheit."
- Michael Köllner auf Facebook

Auch über Nürnbergs Fan-Szene spricht Köllner in seinem Post. Er bedanke sich "natürlich für die großartigen Fans, die ein Eckpfeiler des Aufstiegs waren. Euch gilt mein besonderer Dank und ein ganz großes Kompliment." Woche für Woche sei es beeindruckend gewesen, "wie lautstark und in welcher Vielzahl ihr die Mannschaft daheim und auswärts unterstützt und welches besondere Fingerspitzengefühl ihr in dieser Saison bewiesen habt."

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Michael Köllner folgt ein Kölner nach - zumindest einer, der die Geißbock-Jugend ziemlich erfolgreich machte. Und dennoch ist Boris Schommers - viel Glück an dieser Stelle - als Chefcoach wohl nur eine Übergangslösung. Wir haben - nein, unsere User haben - nach weiteren Optionen Ausschau gehalten. Und hier kommt das dezimalstellengeschwängerte Ergebnis!


Er war Stammgast auf dem Volksfest, schaute am Norisring vorbei, auf dem Stadtstrand - Köllner, so schien es, hat in Nürnberg eine Heimat gefunden. Auch dazu äußert sich der Ex-Club-Trainer jetzt. "Wir haben uns hier immer ein Stück weit zu Hause gefühlt", sagt Köllner. "Unser Leben in der Region und in der Stadt, die schönen Momente mit den unzähligen Begegnungen und Gesprächen haben die Zeit beim Club auch zu einer besonderen gemacht." 

"Der Mannschaft und dem gesamten Verein wünsche ich für die Zukunft nur das Beste! Der 1. FC Nürnberg wird immer einen Platz in meinem Herzen haben."
- Michael Köllner auf Facebook

Er habe unheimliche viele positive Rückmeldungen in den vergangenen Tagen bekommen, schreibt Köllner. "Alles hat seine Zeit." Er widme sich jetzt erst einmal der Erholung und der inneren Aufarbeitung seiner Zeit beim Club. "Irgendwo wird sich etwas Neues ergeben und darauf freue ich mich."  

Tobi Lang Online-Redakteur E-Mail

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