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Schnell wie die Feuerwehr: Top-Triathlet Michi Hofmann

Der 31-Jährige will beim Challenge vorne mit dabei sein - wir begleiten ihn bei der Vorbereitung - 12.03.2012 00:03 Uhr

Pleinfeld  - Ein Leben ohne Triathlon? Für Michael Hofmann ist das undenkbar. Gerade wegen der vielen Krisen, die ihm der Sport schon beschert hat. Denn die haben dazu geführt, dass der 31-Jährige die Höhen um so mehr genießen kann. Am 8. Juli, beim Challenge Roth, will der Feuerwehrmann unter anderem seinen Titel als Weltmeister der Firefighter verteidigen. Wir begleiten ihn auf dem Weg dorthin. Ab sofort gibt es jeden Montag Neues von Michi Hofmann.

Auf Fuerteventura bereitet sich Michi Hofmann gerade auf die Triathlon-Saison vor.
Auf Fuerteventura bereitet sich Michi Hofmann gerade auf die Triathlon-Saison vor.
Foto: privat
Auf Fuerteventura bereitet sich Michi Hofmann gerade auf die Triathlon-Saison vor.
Auf Fuerteventura bereitet sich Michi Hofmann gerade auf die Triathlon-Saison vor.
Foto: privat

Es gab tatsächlich Zeiten, da war Michi Hofmann schokoladensüchtig. Behauptet er zumindest. So recht glauben lässt sich das nicht von einem, dessen Leben sich seit seiner Kindheit um Ausdauersport dreht. Genauer gesagt: Um Triathlon, eine der aufwändigsten Ausdauersport-Varianten überhaupt. Eine Sportart, bei der Ernährung eine große Rolle spielt.

Aber es gibt auch sonst einiges, was sich kaum glauben lässt, wenn Michi Hofmann über sein Leben erzählt. Dass seine Berufswahl so ganz nebenbei in Gesprächen mit andern Sportlern entstand zum Beispiel. Zweimal war das so. Beim ersten Mal wurde Hofmann Forstwirt. 1996 war das gewesen - und bis 2002 kümmerte sich der junge Sportler professionell um die Wälder rund um Allersberg im Landkreis Roth. Dann wurde er Brandmeister - und löscht seitdem ebenso professionell als Berufsfeuerwehrmann Brände in Nürnberg.

Viel Platz zum Radfahren und jede Menge Sonne - das erlebt Michi Hofmann im Trainingslager auf Fuerteventura.
Viel Platz zum Radfahren und jede Menge Sonne - das erlebt Michi Hofmann im Trainingslager auf Fuerteventura.
Foto: privat
Viel Platz zum Radfahren und jede Menge Sonne - das erlebt Michi Hofmann im Trainingslager auf Fuerteventura.
Viel Platz zum Radfahren und jede Menge Sonne - das erlebt Michi Hofmann im Trainingslager auf Fuerteventura.
Foto: privat

Geboren und aufgewachsen ist Hofmann in Eichelburg, dem höchstgelegenen Teil der Stadt Roth. Zwei Kilometer beträgt die Luftlinie zwischen Eichelburg und der Lände Roth - jenem Punkt des Main-Donau-Kanals, der den Triathleten bei ihrem jährlichen großen Langstrecken-Spektakel früher als Schwimmstart diente.

1988 fand der erste Ironman in Roth statt. Weil es nicht genug Gästezimmer für die Athleten aus der ganzen Welt gab, wurden viele von ihnen privat bei Familien untergebracht. Familie Hofmann stellte nicht nur ihr einziges freies Zimmer, sondern ihren Garten zur Verfügung. Es entstand ein Athleten-Camp. Michi, gerade sieben Jahre alt, erlag der Faszination Triathlon. Als Achtjähriger begann er mit dem Training. Und hörte seitdem nie wieder auf damit.

Beim TSV Roth durfte er direkt von den Großen der Szene lernen. Von Peter Schmehling aus Thalmässing zum Beispiel, dessen Spitzname  „Rakete“ war und der 1989 bei der Europameisterschaft über die Langdistanz Bronze mit der deutschen Nationalmannschaft holte. Oder von Oliver Zimmernann aus Wendelstein, der 1990 beim Ironman auf Hawaii mitmachte. Später wurde Bennie Lindberg sein Trainer, der 1988 bis 1995 der finnischen Nationalmannschaft angehörte und 1995 nach Roth umzog. Nach Lindberg wurde die Nürnberger Ausnahme-Triathletin Susanne Buckenlei seine Trainerin - und seine Lebensgefährtin.

"Seit dem ersten Tag bin ich mit Leib und Seele dabei", beschreibt Michael Hofmann sein Verhältnis zu seinem Sport. Das harte Training und sein Ehrgeiz  zahlten sich aus. Der kleine Michi entwickelte sich zum  Weltklasse-Athleten. Sein bisher erfolgreichstes Jahr: 2005. "Das war mein Jahr schlechthin", sagte er. Damals stellte er beim Challenge in Roth seine Bestleistung über die Langstrecke  (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen) auf: 8:28:43 Stunden.

Doch danach streikte sein Körper. Und seine Psyche. "Ich bin nicht mehr auf die Beine gekommen", erinnert er sich. Er trainierte immer mehr - und wurde immer langsamer. Dazu kam die Trennung von Susanne Buckenlei. Es dauerte lange, bis Michael Hofmann all das verkraftet hatte.

Doch er hat viel über sich dabei erfahren. Zum Beispiel, dass eine seiner großen Stärken sich zu einer Schwäche verkehren kann: "Ich will immer alles von mir. Aber manchmal auch mehr, als möglich ist."  Und dass er einen Trainingsplan braucht, der Rücksicht auf seinen Beruf nimmt. Auf den Schichtplan der Berufsfeuerwehr. Der also wechselt zwischen Tagen, an denen zeitlich einfach kein Training möglich ist und jobfreien Tagen, an denen durchaus zwei Einheiten drin sind.

Zurück zu alter Stärke

Matthias Fritsch aus Heideck ist der Mann, der ihm diesen Plan mittlerweile schreibt. Mit ihm fand Michi Hofmann zurück zur alten Stärke. Kraft und die nötige Lockerheit gibt ihm auch seine neue Lebensgefährtin. Er zog um nach Pleinfeld zu ihr und ihren drei Kindern  im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren - eine neue Herausforderung fernab des Sports.

Bilderstrecke zum Thema
Seit seiner Kindheit dreht sich Michi Hofmanns Leben um Triathlon. Geboren und aufgewachsen zwei Kilometer Luftlinie vom früheren Schwimmstart des Rother Langdistanz-Triathlons entfernt, wurde er früh von der Faszination dieser Sportart gepackt. Seitdem reiht er Erfolg an Erfolg. Selbst seinen Beruf als Feuerwehrmann verdankt er dem Triathlon: Ein anderer Athlet brachte ihn bei einem Gespräch zufällig auf die Idee.

Zur Zeit schuftet Michi Hofmann im Trainingslager auf Fuerteventura. Dabei wird sich zeigen, wie gut es seinem Körper wirklich geht. Er ist zwar alleine dort, hat um sich herum aber genug Athleten, denen er sich nach Lust und Laune anschließen kann. In der ersten Woche ließ er es noch ruhig angehen. Doch dann steigerte er die Umfänge - auf bis zu drei Einheiten am Tag. "Auch das Laufen wird schneller. Und beim Fahrradfahren kommen jetzt die Bergeinheiten für die Kraftausdauer dazu", erklärte er beim Telefonat am Wochenende.

Sein Ziel für den Challenge in Roth am 8. Juli wird der 31-Jährige im Lauf des Frühjahrs festlegen. Oder sogar noch später. Schließlich hat er gelernt, nur noch das Mögliche zu wollen. 

  

Gudrun Bayer


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Zum Thema
Unsere drei Athleten für Roth



Kurzbeschreibung:
Der Challenge Roth ist der populärste Langdistanz-Triathlon in Deutschland. Wir begleiten drei Athleten auf ihrem Weg zum Wettkampf - vom 10. März bis zum 8. Juli 2012. Porträtiert werden der blinde, sehr erfahrene Triathlet Jeffrey Norris, der Profi-Triathlet Michi Hofmann und Katja Bartsch, die im Juli in Roth ihr Debüt auf der Langdistanz gibt.

Themenarchiv "Challenge Roth"
Zum Thema
Auf_den_Fersen_schneller_Männer_1henning.jpg
Turnus:
jährlich
Termin:
14.7.2013


Kurzbeschreibung:
Jährlicher Triathlon-Wettbewerb in Roth über die klassische Ironman-Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42 km Laufen.

Vorläufer war der Ironman Europe, der von 1988 bis 2001 ausgetragen wurde. Von 2002 bis 2009 fand der Triathlon Roth als Quelle Challenge Roth (QCR) statt und heißt seit 2010 - nach der Quelle-Insolvenz - Challenge Roth. Mittlerweile hat sich der Challenge zur internationalen Wettkampf-Serie erweitert.

Wir begleiten drei Triathleten auf dem Weg zum Challenge
Veranstalter:
Felix Walchshöfer
Besucher:
200.000 Zuschauer im Jahr 2012; 180.000 im Vorjahr
Teilnehmer:
3200 Einzelstarter und rund 2000 Staffelmitglieder im Jahr 2012