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Torloses Derby: Club nutzt Überzahl nicht

Schröck sieht Gelb-Rot - Wenige Torchancen auf beiden Seiten - 20.12.2014 14:48 Uhr

Einer der wenigen Höhepunkte: Stephan Schröck sieht Gelb-Rot.

Einer der wenigen Höhepunkte: Stephan Schröck sieht Gelb-Rot. © Sportfoto Zink / JüRa


Derbys haben angeblich eigene Gesetze, das ist wahrscheinlich eine Frage der Interpretation. In den vergangenen Jahren zum Beispiel unterschieden sich der 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung Greuther Fürth auf dem Platz häufig nur geringfügig, trotzdem durfte hinterher meist das Kleeblatt feiern. Die vergangenen vier Vergleiche endeten 1:0, 0:0, 1:0 und sogar 5:1 für die Fürther, die sich auf die Partien gegen den großen Nachbarn spezialisiert zu haben scheinen.

Auch am Samstag gab es vorab eigentlich keinen Favoriten, obwohl der Club zuletzt Sieg an Sieg gereiht hatte und die Spielvereinigung Unentschieden an Unentschieden. Es hätte auch anders ausgehen können, darauf wiesen die beiden Trainer ausdrücklich hin, entsprechend vorsichtig gingen die Nachbarn am Samstag auch zu Werke. Dass es nach 90 überwiegend zerfahrenen, phasenweise hektischen und nicht gerade hochklassigen Minuten beim 0:0 blieb, entsprach den gezeigten Leistungen.

Wohl auch aufgrund fehlender Alternativen schickte Nürnbergs Trainer René Weiler wieder dieselbe Elf auf den Platz, die am Mittwoch in Aue gewonnen hatte, die Spielvereinigung ging leicht verändert ins Spiel; für Zhi-Gin Lam rückte wieder Kacper Przybylko in die Startelf, damit stellte Frank Kramer drei gelernte Stürmer auf. Es sollte ein nominelles Zeichen sein für die Flucht nach vorn, vielleicht auch für mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Über 360 Minuten hatten die Fürther nicht mehr getroffen vor dem Derby – die Null stand meist an der falschen Stelle.

Der Beginn geriet beiden Mannschaften ausgesprochen nervös; viele Ungenauigkeiten prägten die ersten Minuten, Javier Pinola holte sich für einen unfairen Körpereinsatz bereits in der dritten Minute die Gelbe Karte ab. Die erste Möglichkeit hatte ebenfalls der Club: Niclas Füllkrug hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, sein Zuspiel fand in der Mitte Alessandro Schöpf, der aber zu lange zögerte mit dem Abschluss (9.).

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Schröck fliegt, keiner siegt: So lief das letzte Frankenderby

Das 258. Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth hatte diesmal keinen Sieger verdient. 0:0 ging es aus im Frankenstadion. Am Ende konnten sich nur die Fürther freuen.


Fortan hatten die Nürnberger optische Vorteile, oft mangelte es dem letzten Pass aber an der nötigen Präzision. Häufig fehlten nur Zentimeter, so wie Jakub Sylvestr nach wunderbarem Konter über drei Stationen, dem Slowaken sprang der Ball zu weit vom Fuß. Der Club blieb am Drücker, ließ in Strafraumnähe aber die letzte Entschlossenheit vermissen. Robert Koch verpasste nach einer halben Stunde eine Hereingabe Alessandro Schöpfs ebenfalls nur knapp, die Führung für die Gastgeber wäre zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen.

Das Kleeblatt begnügte sich zunächst mit solider Abwehrarbeit, entwickelte in der Schlussviertelstunde des ersten Abschnitts aber auch zunehmend Vorwärtsdrang. Kacper Przybylko kam bei einer unübersichtlichen Situation vor Patrick Rakovsky einen Schritt zu spät, ein Kopfball von Johannes Wurtz flog verhältnismäßig knapp über den Querbalken.

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Der 1. FC Nürnberg hat den vierten Sieg in Folge verpasst. Im 258. Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth musste sich der Club mit einem 0:0 begnügen. Adäquat zur Nullnummer fielen auch die Noten für die Weiler-Schützlinge aus.


Das 258. Derby lebte vor allem von der Spannung, die spielerischen Höhepunkte ließen sich vor der Pause an einer Hand abzählen. Grundsätzlich wiesen beide Formationen nach, warum sie in dieser Saison besser nicht aufsteigen sollten, besonders die Angriffsversuche wirkten phasenweise doch arg unbeholfen, daran änderte sich auch in den zweiten 45 Minuten nicht viel. Sie wollten, alle 22, später 21, taten sich aber schwer, die guten Vorsätze auch umzusetzen.

Rund ging es erst wieder in der 52. Minute: Stephan Schröck, der bereits verwarnt war, leistete sich in der Hälfte der Nürnberger ein weiteres Foul an Niclas Füllkrug und wurde daraufhin von Schiedsrichter Florian Meyer vom Platz gestellt. Nürnberg fortan mit einem Spieler mehr, Fürths Trainer Frank Kramer holte Rubert Zulj vom Feld und brachte Verteidiger Zsolt Korcsmar, um die Abwehrkräfte zu stärken. Und in der Tat fand der Club nur selten die Lücke – was auch daran lag, dass Weiler taktisch nicht alles riskierte.

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Solide & kämpferisch: Die Derby-Noten der Spielvereinigung

Die SpVgg Greuther Fürth kann ihre derzeitige Sieglos-Serie auch im Derby nicht durchbrechen. Mit 0:0 endete die Partie beim 1. FC Nürnberg, nachdem das Kleeblatt fast die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl spielte. Unsere User ordneten die die Leistung der Spieler als ausreichend ein.


Die 47.501 Zuschauer im nicht ausverkauften Frankenstadion sahen weiterhin eine zerfahrene Partie ohne nennenswerte Chancen auf beiden Seiten, die Torhüter verlebten einen insgesamt ruhigen Nachmittag, hin und wieder garniert mit einer Schrecksekunde. So wie in der 70. Minute, als Johannes Wurtz an einer scharfen Hereingabe von Kacper Przybylko vorbeirutschte.

Fürth wirkte in Unterzahl tatsächlich besser organisiert als zu elft und ließ wenig zu. Auch deswegen blieb es im 258. Derby beim 0:0 – sehr leistungsgerecht, das Ergebnis.

1. FC Nürnberg: Rakovsky - Celustka, Mössmer, Hovland, Pinola - Petrak, Polak - Koch (60. Dittgen), Schöpf (88. Candeias), Füllkrug - Sylvestr

SpVgg Greuther Fürth:  Hesl - Schröck, Caligiuri, Röcker, Gießelmann - Przybylko, Fürstner, Stiepermann, Weilandt - Wurtz (87. Davies), Zulj (56. Korcsmar)

Tore:  | Gelbe Karten: Pinola, Polak, Schöpf - Stiepermann | Gelb-Rot: Schröck (52.) |Schiedsrichter: Mayer (Burgdorf) | Zuschauer: 47.501

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Die Choreos: Christkind in der Nordkurve, Pyro im Fürther Block

Das Frankenderby ist nicht nur für die Spieler auf dem Rasen ein Highlight. Auch die Fans können sich präsentieren und lassen sich dazu regelmäßig etwas einfallen. So auch am Samstag.


  

Wolfgang Laaß

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