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Vom Stangenwald zum Vorzeige-Viertel

Mit dem Südwestpark in Nürnberg verbindet sich eine 20-jährige Erfolgsgeschichte in der Metropolregion - 07.10.2010 08:30 Uhr

Der Südwestpark aus der Luft. © Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz


„Wir sind von der Sogkraft Nürnbergs überzeugt und glauben, dass für kurzfristig nutzbare, perfekt erschlossene Flächen eine aufgestaute Nachfrage besteht“, begründete Dr. Johann Vielberth im Juli 1989 seine Strategie für den Südwestpark. Der Volkswirt sah in der traditionellen Industrie-Region noch viele Potenziale speziell im tertiären Sektor. Sein Konzept ging auf. Mit dem Südwestpark in Nürnberg verbindet sich eine echte Erfolgsgeschichte in Nürnberg und der Metropolregion.

Heute nutzen mehr als 200 Adressen mit gut 7000 Beschäftigten auf fast 190000 m2 Nutzfläche die vielfältigen Standortvorteile des Businessparks für sich. Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck: „Der Südwestpark ist ein echtes Vorzeige-Stadtviertel, das sich nicht zuletzt dank seiner Lage am Kanal prächtig entwickelt hat“. Innovative Start ups zählen ebenso zum Mieterkreis wie international etablierte Unternehmen. Sie können passgenaue Mietflächen von 50 bis 15000 m2 nutzen.

Der Südwestpark entstand auf dem vormaligen 12 Hektar großen „Sandoz-Gelände“ am Kanal, wo in einem „Stangenwald“ nur noch ein verwaistes Gebäude von 1985 eingestellten Testreihen des Pharma-Konzerns zeugte. Die neu formierte Süd-West-Park Management GmbH recycelte das Brachland. Bei seinem Investment setzte Vielberth auf das vorhandene Know-how aus dem Bau und Betrieb der bestehenden Großprojekte Donau-Einkaufszentrum sowie Gewerbepark Regensburg.

Mit viel Grün

Der erste Spatenstich folgte im Februar 1990, wobei eine Ringstraße überall für eine gleichwertige Lage-Qualität sorgte. Am Ende sollten auch 4000 Stellplätze entstehen. Prämierte Erholungszonen mit Brunnen und Bänken zwischen 1000 Bäumen oder Sportangebote im Umfeld tragen zur angenehmen Atmosphäre bei.

In einer ersten Welle siedelten sich 160 Mieter bis hin zur Telekom oder zur PKI (Philips) an. Immer neue Bauabschnitte kamen hinzu. In der Chronologie steht Anfang 1992, nach 15 Monaten Bauzeit, die Vollendung der 150 Meter langen Spiegel-Fassade des „Fashion Forums“. 1993 wurden zeitgleich vier Immobilien bezugsfertig, darunter ein Telekom-Bildungscenter samt Gästehaus mit 250 Zimmern. Der S-Bahnhof Stein rückte durch einen Fußgänger-Tunnel näher.

Im Herbst 1994 entfielen 80000 m2 auf Dienstleister, 35000 m2 auf den Handel und 15000 m2 auf klassisches Gewerbe. Durch Zukauf wurde das Gelände auf 14 Hektar erweitert.

1995/96 schärfte der mit Glasfasern durchzogene Park mit IT-Firmen und neuen Medien sein Profil. 240 Firmen mit 4500 Beschäftigten zählte man im zehnten Jahr. Ein Hotel öffnete den Betrieb. Ein neues überregionales Schulungscenter der Telekom bereitete Techniker auf den Betrieb der UMTS-Netze vor.

Der Bereich Medizin wurde zu einem neuen Schwerpunkt. Antizyklische Investitionen brachten weitere Impulse: 15000 m2 wurden in nur vier Monaten für zunächst 800 Berater der Online-Bank ING DiBa ausgebaut. Fleck erinnert sich: „Ohne Südwestpark wäre es auch nicht gelungen, hunderte von Arbeitsplätzen von der damaligen Viag Interkom — heute O2 — nach Nürnberg zu bekommen“.

2005 bewegte sich die Zahl der Mitarbeiter/-innen bei 6000. 20 Jahre nach dem Start sind die Branchenbereiche differenzierter denn je. So erwies sich die Struktur des Südwestparks als stabil, als die Wirtschafts- und Finanzkrise weltweit ihre Kreise zog. Die Zahl der Beschäftigten auf dem Gelände gab nur leicht nach.

„Eine integrierte Ladenpassage, das Hotel mit Tagungsräumen, Gastronomie-, Freizeit- und Fitness-Angebote, Praxen/Therapeuten, eine Kinderkrippe, repräsentative Veranstaltungszonen im Forum, Fortbildungsmöglichkeiten und vieles mehr begünstigen eine vernünftige Balance von Beruf, Familie und Freizeit bei zunehmend flexiblen Arbeitszeiten“. heißt es in einer Selbstdarstellung der Betreibergesellschaft.

Fleck: „Wenn es den Südwestpark nicht gäbe, dann müsste man ihn erfinden“. 

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