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Wandern bei Cadolzburg

Hier hauste der Henker mit dem grünen Hut - 15.10.2011 09:00 Uhr

Die Cadolzburg kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken: 1157 erstmals erwähnt, war sie ab 1250 Residenz und bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern, ab 1460 dann nur Nebenresidenz, auf der ein adeliger Amtmann über die landesherrlichen Hoheitsrechte wachte. Bis zum Zweiten Weltkrieg galt sie als eine der besterhaltenen Anlagen aus dem Mittelalter. Durch Artilleriebeschuss ging die Burg kurz vor Kriegsende, am 17. April 1945, in Flammen auf. 1979 beschloss der Bayerische Landtag den Wiederaufbau der Ruine. Heute präsentiert sie sich wieder in alter Pracht.

Die Cadolzburg kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken: 1157 erstmals erwähnt, war sie ab 1250 Residenz und bevorzugter Wohnsitz der fränkischen Hohenzollern, ab 1460 dann nur Nebenresidenz, auf der ein adeliger Amtmann über die landesherrlichen Hoheitsrechte wachte. Bis zum Zweiten Weltkrieg galt sie als eine der besterhaltenen Anlagen aus dem Mittelalter. Durch Artilleriebeschuss ging die Burg kurz vor Kriegsende, am 17. April 1945, in Flammen auf. 1979 beschloss der Bayerische Landtag den Wiederaufbau der Ruine. Heute präsentiert sie sich wieder in alter Pracht. © Sylvia Fehlinger


Wir starten an der Stelle, die für ihren Burgblick bekannt ist: dem Parkplatz am Waldlehr- und Trimmpfad im Forstbezirk Fallhaus, an der Straße Richtung Gonnersdorf gelegen. Autofahrer erreichen den Platz von Nürnberg (B8) kommend, über die Nürnberger-, die Sudeten-, die Bauhof-, die Tal- und die Gonnersdorfer Straße.

Wer vor oder nach der Wanderung noch ausführlich Cadolzburg besichtigen will, der parkt besser auf dem Großparkplatz „Am Höhbuck“, der über die Bauhofstraße zu erreichen ist und von dem aus man in ein paar Minuten (sich Richtung Gonnersdorf haltend) ebenfalls diesen Aussichtspunkt gegenüber der Cadolzburg erreicht.

Die Zugreisenden, die mit der von Fürth nach Cadolzburg führenden Rangau-Bahn (R11) anreisen, haben bis zu diesem Parkplatz 1,6 Kilometer durch die Bahnhof-, die Kraftstein-, die Burg- und die Gonnersdorfer Straße vor sich, bis sie den Aussichtspunkt erreichen.

Ab hier ist die Wanderstrecke rund um den Dillenberg und zum Druidenstein sehr gut markiert: zuerst mit gekreuzten roten Balken auf weißem Grund, ab Hammerschmiede mit einem grünen Punkt, bzw. Hammerschmiede – Keidenzell weiterhin mit den gekreuzten roten Balken und dann wieder dem grünen Punkt.

Der Pfad verläuft zuerst etwa einen Kilometer parallel zur Gonnersdorfer Straße und dann bis Stinzendorf knapp am Waldrand entlang und über Lichtungen (Markierung: gekreuzte rote Balken). Kurz vor Stinzendorf besteht erstmals die Möglichkeit,

über den Dillenberg nach Cadolzburg zurückzukehren, falls den einen oder anderen Wanderer bereits an diesem Punkt die Kondition verlässt (Wegstrecke 8 Kilometer). Gekennzeichnet ist dieser schmale Pfad über den Dillenberg mit einem grünen Punkt. Am Anfang gleicht der Weg einem ausgewaschenen Bachbett, weiter oben wir er dann besser.

Wer weiter wandert, erreicht nach etwa 500 Metern Stinzendorf, einen kleinen Weiler, dessen Hauptattraktion bunt beschopfte Enten sind. In Stinzendorf laufen wir zunächst nach rechts durch die Dillenbergstraße und biegen dann am Feuerwehrgerätehaus links in die Dorfstraße ein. Wir wandern geradeaus an den Weihern entlang und sehen rechts ein Industriedenkmal: Von 1833 bis 1954 war es eine Hammerschmiede, in der – mit der Wasserkraft des Farrnbachs – Pflugscharen, Schaufeln, Baggerzähne oder auch Stockmeißel hergestellt wurden.

„Jammer ned! Bloos noch aweng!“

An der Hammerschmiede können wir uns entscheiden, ob wir 12 oder 16 Kilometer weit laufen wollen. Wer für die bescheidenere Variante ist, hält sich rechts des Weihers, der am Fuße des Dillenbergs liegt und folgt ab hier der Markierung mit dem grünen Punkt bis zur Kammhöhe des Dillenbergs. Der große grüne Punkt an der ersten Kiefer dieses Weges ist kaum zu übersehen.

Eine überwältigende Rundsicht genießt man von dem Aussichtsturm im Süden von Cadolzburg, im Volksmund auch „Bleistift“ genannt. Errichtet wurde er 1893 von der Münchner Lokalbahn-AG, um den Ausflugsverkehr nach Cadolzburg – der Endstation der Bahnlinie –
 zu fördern. Auf 143 Stufen erreicht man die in 25 Metern Höhe gelegene obere Plattform.

Eine überwältigende Rundsicht genießt man von dem Aussichtsturm im Süden von Cadolzburg, im Volksmund auch „Bleistift“ genannt. Errichtet wurde er 1893 von der Münchner Lokalbahn-AG, um den Ausflugsverkehr nach Cadolzburg – der Endstation der Bahnlinie – zu fördern. Auf 143 Stufen erreicht man die in 25 Metern Höhe gelegene obere Plattform.


Bei aufkommendem Hunger empfiehlt es sich, den einen Kilometer bis Keidenzell weiterzuwandern, wo (zumindest von Mittwoch bis Sonntag) im „Keidenzeller Hof“ Kraft getankt werden kann. Die Wanderung verlängert sich damit allerdings auf etwa 16 Kilometer. Von Keidenzell müssen wir ein Stück auf der Straße nach Deberndorf weiterlaufen bis zu einem Wanderparkplatz in 423 Metern Höhe, bei dem der „1. Cadolzburger Aktivparcours“ beginnt, auf dem wir wieder sicher nach Cadolzburg zurückfinden (Markierung grüner Punkt).

Rechts und links des Weges sind Tafeln mit aufmunternden Sprüchen, wie „Gib Gas, jammer nedd!“ oder „Bloos noch aweng, dann hammers!“ aufgestellt. Egal ob direkt von der Hammerschmiede oder vom Umweg über Keidenzell, wir kommen in beiden Fällen am Druidenstein vorbei, allerdings müssen wir dazu 400 Meter nach links abbiegen (Hinweisschild: „Druidengedenkstein 400 m“) und entlang einer wildromantischen Schlucht über einen schmalen Pfad zu diesem Stein wandern. Leider handelt es sich dabei nicht mehr um das Original, dieses wurde 1964 durch einen Gedenkstein ersetzt, wie die Inschrift besagt: „Hier stand bis zum Jahr 1892 der sagenumwobene Druidenstein. Heimat- und Verkehrsverein Langenzenn 1964“.

Um auf den Aktivparcours Richtung Cadolzburg zurückzukommen, folgen wir dem mit Grünpunkt und blauem Querstrich markierten Pfad, der nach 400 Metern wieder auf dem Weg landet, den wir für den Besuch des Druidensteins verlassen haben. Nach etwa drei Kilometern zweigt der Weg zum Parkplatz an der Gonnersdorfer Straße, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, nach links ab (Markierung: grüner Punkt, Blaustrich). Wir folgen dem Wegweiser „Waldhaus“ und landen nach etwa wieder am Fuß der Cadolzburg.

Die zweite Variante: Wir bleiben auf dem Aktivparcours und erreichen nach etwa zwei Kilometern den 25 Meter hohen Aussichtsturm, im Volksmund auch „Bleistift“ genannt. Nach 143 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform, die eine Rundsicht über den Rangau bietet.

Den historischen Rundgang durch Cadolzburg mit seinen 24 Stationen und die Besichtigung der Burg sollte man auf keinen Fall versäumen. Eine der Sehenswürdigkeiten ist das Obere Tor mit der „Brusela“, einer Uhr mit nur einem Zeiger, die so langsam und saumselig vor sich „hinbruselte“, dass man die Minuten nach der Zeigerstellung zwischen den Stundenziffern schätzen musste.

Eine Cadolzburger Sagengestalt ist der „Grehiedl“. Er soll im Mittelalter ein hartherziger Henkersknecht und richtiger Bauernschreck gewesen sein. Niemanden schonte er. Stets trug er einen grünen Hut. Davon hat er seinen Namen. Im Übereifer trieb er es oft zu weit. Deshalb ließ ihn der Burgherr angeblich dort einmauern, wo wir heute an der Streichwehr (Burgstraße 8) eine kleine Steinfigur sehen. Seither soll er, keine Ruhe findend, durch Burg und Ort geistern.

Markt Cadolzburg, Rathausplatz 1, 90556 Cadolzburg,
www.cadolzburg.de
Burgführungen sind nach telefonischer Rücksprache unter 09103/ 5090 möglich.

Einkehr in Cadolzburg:
„Bauhof“, Bauhof 1, 09103/713444 (Montag und Dienstag Ruhetag)

Einkehr in Keidenzell:
Keidenzeller Hof, 90579 Langenzenn-Keidenzell, 09101/901226
(Montag und Dienstag Ruhetag)
 

Sylvia Fehlinger

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