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Neues von Krischker: Spitzen aus dem Schlenkerla

30.06.2009

Die Bamberger nehmen das Geschenk mit Fassung. Mit dem Gott Gambrinus hätten sie mehr anfangen können. An der Regnitz blüht nämlich noch so etwas wie eine Wirtshauskultur, die freilich wie überall gefährdet ist von After-Work-Partys und Privatfernsehen.

Einer, der diese Kultur befördert, ist Gerhard C. Krischker, der schon als Gymnasiast wie kein anderer knapp und treffsicher die Befindlichkeit Bambergs auf den Punkt brachte. Der inzwischen 62-jährige Verlagslektor und Lyrikprofessor mit Stammplatz im Schlenkerla hat den Apoll («a bollä is schönnä») in seinem jüngsten Bändchen mit Stammtischsprüchen (bambergerisch: Schdammdischschbrüchla) besungen.

Bamberger wissen, dass bereits eine andere Lüpertzfigur in die Regnitz flog. Deshalb seine gallige Bemerkung: «Weddn dassä die kärwa ned üwälebd». Zu deutsch: Wetten, dass er die Sand-Kirchweih nicht überlebt . . .

Man muss etwas über Bamberg und die Hintergründe wissen, um die Krischker-Pointen auf Anhieb zu begreifen. Zum Beispiel, dass die Firma Brose die Basketballer sponsert. Für die Sportler könnten die Körbe bald höher hängen, meint er, wenn auch Brose die Krise kriegt.

Was der ursprünglich auch in Bamberg ansässigen Firma Schaeffler bereits widerfahren ist. «Weän si hald aufm deppich gäbliim», kommentiert Krischker. Schaffler hat als Kfz-Zulieferer Schaeffler in Bamberg einst Auslegware für Autos produziert . . .

Gerhard C. Krischker: Hosd scho köäd. Verlag Kleebaum, 60 Seiten mit Karikaturen von Christiane Pfohlmann, 5 Euro.

Raimund Kirch

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